Zusammenfassung lesen
Viele fragen mich gerade, warum ihre Suchkampagnen plötzlich auf ganz neue Suchbegriffe laufen. Der Grund: Google hat zwischen dem 1. und 30. September 2026 viele Suchkampagnen automatisch auf AI Max umgestellt, auch in Deutschland. Betroffen waren Kampagnen mit automatisch erstellten Assets oder mit „weitgehend passend“ auf Kampagnenebene. Kampagnen mit normalen Keyword-Optionen blieben unberührt.
AI Max ist kein neuer Kampagnentyp, sondern eine Schicht über deiner Suchkampagne mit drei Funktionen: Suchanfragen-Abgleich, Textanpassung und Erweiterung der finalen URL. Bei der Umstellung im September wurden je nach Ausgangslage Suchanfragen-Abgleich und Textanpassung eingeschaltet, die finale URL blieb aus. Damit kann aus einer reinen Textfunktion eine Änderung am Targeting werden.
In den Konten, die ich gesehen habe, war bei rund drei von vier irgendwann „weitgehend passend“ oder automatisch erstellte Assets aktiv. Deshalb hat es so viele getroffen. In betroffenen Kampagnen lief nach wenigen Tagen teils rund die Hälfte der Ausspielung über den Übereinstimmungstyp „AI Max“.
Für die Dynamischen Suchanzeigen, kurz DSA, gilt ein eigener Zeitplan. Ab Januar 2027 lassen sich keine neuen DSA mehr anlegen, ab Februar 2027 stellt Google die noch aktiven DSA-Kampagnen automatisch um, und zwar mit allen drei AI-Max-Funktionen, also auch mit der Erweiterung der finalen URL. Freiwillig geht das schon heute über die Schaltfläche „Upgrade“ in den Kampagneneinstellungen. Dabei werden dynamische Anzeigengruppen zu Standardanzeigengruppen, und alte URL-Regeln wie „Seitentitel enthält“ werden schreibgeschützt. Ich würde diesen Wechsel selbst machen und nicht bis Februar warten.
Was dabei wichtig ist, ist Folgendes: nicht panisch alles abschalten, aber auch nichts einfach laufen lassen. Prüfe die Kampagneneinstellungen, den Änderungsverlauf und vor allem den Suchbegriffbericht. Schließe unpassende Begriffe aus, lies die generierten Anzeigentexte und halte die Werte vor der Umstellung fest. Nach vier bis sechs Wochen entscheidest du anhand der Kosten je Conversion, nicht anhand der Klickzahlen.
Inhaltsverzeichnis
- Was AI Max überhaupt ist
- Was im September genau passiert ist
- Dynamische Suchanzeigen (DSA) wechseln zu AI Max
- Warum Google das macht
- Woran du erkennst, ob deine Kampagne betroffen ist
- Die vier Risiken, auf die ich achten würde
- Was du jetzt im Konto tun solltest
- So schaltest du einzelne Funktionen ab
- Für wen AI Max sinnvoll ist, und für wen eher nicht
- Meine Empfehlung für die nächsten Wochen
- Häufige Fragen zu AI Max
- Fazit
- Quellen
Das Wichtigste in Kürze
- Zwischen dem 1. und 30. September 2026 hat Google betroffene Suchkampagnen automatisch auf AI Max umgestellt, weltweit, also auch in Deutschland.
- Betroffen waren Kampagnen mit automatisch erstellten Assets oder mit „weitgehend passend“ auf Kampagnenebene. Kampagnen mit normalen Keyword-Optionen blieben unberührt.
- Je nach Ausgangslage sind jetzt Suchanfragen-Abgleich und Textanpassung eingeschaltet. Die Erweiterung der finalen URL ist bei diesen Upgrades nicht automatisch an.
- Dynamische Suchanzeigen (DSA) folgen später: Ab Januar 2027 lassen sich keine neuen DSA mehr anlegen, ab Februar 2027 stellt Google sie automatisch auf AI Max um.
- Jede AI-Max-Funktion lässt sich einzeln abschalten. Im Suchbegriffbericht erkennst du die neuen Treffer am Übereinstimmungstyp „AI Max“.
Viele Werbetreibende haben die Umstellung gar nicht bemerkt. Google hat sie am 5. August per E-Mail angekündigt, einen eigenen Blogbeitrag dazu gab es nicht. Wer die Mail übersehen hat, sieht die Folgen erst jetzt: neue Suchbegriffe, veränderte Anzeigentexte, manchmal ein spürbar anderer Klickpreis. In diesem Beitrag gehe ich durch, was genau passiert ist, warum Google das macht und was du in deinem Konto jetzt prüfen solltest.

Was AI Max überhaupt ist
AI Max ist kein neuer Kampagnentyp. Es ist eine Schicht, die Google über eine bestehende Suchkampagne legt. Die Kampagne bleibt eine normale Suchkampagne mit Anzeigengruppen, Keywords und Budget. AI Max ergänzt sie um drei Funktionen, die Google mit seinen KI-Modellen steuert.
Suchanfragen-Abgleich
Deine Anzeigen dürfen auch bei Suchanfragen erscheinen, die zu keinem deiner Keywords passen. Google leitet die Passung aus deinen Anzeigen, Assets und Landingpages ab.
Textanpassung
Früher „automatisch erstellte Assets“. Google baut aus deiner Website und deinen Anzeigen zusätzliche Titel und Beschreibungen, passend zur jeweiligen Suche.
Erweiterung der finalen URL
Google schickt Klicks auf die Unterseite deiner Website, die es für die Suche am passendsten hält, auch wenn du eine andere Ziel-URL hinterlegt hast.
Wichtig für das Verständnis: Die Erweiterung der finalen URL funktioniert nur, wenn die Textanpassung eingeschaltet ist. Und alle drei Funktionen lassen sich laut Google in den Kampagneneinstellungen einzeln deaktivieren. AI Max ist also kein Alles-oder-nichts-Schalter, auch wenn es bei der Umstellung so wirkt.
AI Max lief seit 2025 als Beta. Mit dem Start der regulären Version im April 2026 hat Google angekündigt, die älteren Funktionen, die ähnlich arbeiten, nach und nach in AI Max zu überführen. Genau das ist im September passiert.

Was im September genau passiert ist
Google hat zwei Gruppen von Suchkampagnen automatisch umgestellt. Welche Funktionen danach eingeschaltet sind, hängt davon ab, in welcher Gruppe deine Kampagne war.
- Umgestellt zwischen 1. und 30. September 2026
- Suchanfragen-Abgleich: eingeschaltet
- Textanpassung: eingeschaltet
- Erweiterung der finalen URL: aus
- Neu ist vor allem die Reichweite: Früher ging es nur um Texte, jetzt auch um zusätzliche Suchanfragen
- Umgestellt zwischen 1. und 30. September 2026
- Suchanfragen-Abgleich: eingeschaltet
- Textanpassung: aus
- Erweiterung der finalen URL: aus
- Inhaltlich am wenigsten Veränderung, die Einstellung heißt jetzt nur anders
Der entscheidende Punkt steckt in Gruppe 1. Automatisch erstellte Assets haben früher nur die Anzeigentexte betroffen. Mit dem Upgrade kam der Suchanfragen-Abgleich dazu, und der verändert, bei welchen Suchen deine Anzeigen überhaupt erscheinen. Aus einer reinen Text-Funktion ist damit eine Targeting-Änderung geworden. Wer seine Keywords bewusst eng auf exakt und Wortgruppe gesetzt hatte, aber automatisch erstellte Assets an hatte, bekommt jetzt Reichweite, die er nie eingestellt hat.
Nicht betroffen sind Kampagnen, die mit normalen responsiven Suchanzeigen und Keyword-Optionen auf Keyword-Ebene arbeiten und keine der beiden alten Einstellungen nutzten. Dort hat sich am 1. September nichts geändert. Und: Wer vor dem Termin die alten Funktionen selbst abgeschaltet oder AI Max von Hand eingerichtet hat, wurde nicht automatisch umgestellt.
Meine Beobachtung: Warum es so viele Konten getroffen hat
In den Konten, die ich mir angesehen habe, war bei rund drei von vier irgendwann einmal mit „weitgehend passend“ gearbeitet oder die automatisch erstellten Assets eingeschaltet worden. Genau deshalb waren so viele Konten betroffen, auch solche, die heute eng gesteuert werden. Für die Umstellung entscheidend war allerdings nur die Einstellung auf Kampagnenebene, nicht einzelne weitgehend passende Keywords. Prüf es deshalb für dein eigenes Konto, statt dich darauf zu verlassen, dass es dich nicht betrifft.
Und es ging schnell. In betroffenen Kampagnen lief nach meiner Beobachtung schon nach wenigen Tagen rund die Hälfte der Ausspielung über den Übereinstimmungstyp „AI Max“. Zu erkennen war das an einer plötzlich sehr breit gestreuten Ausspielung im Suchbegriffbericht, mit Suchanfragen, die vorher nie auftauchten.
Gilt auch für Deutschland
Die Umstellung betraf Google-Ads-Konten weltweit. Es gab keine Ausnahme für den deutschsprachigen Raum und keinen späteren Termin für Europa.

Dynamische Suchanzeigen (DSA) wechseln zu AI Max
Dynamische Suchanzeigen sind die dritte alte Funktion, die in AI Max aufgeht. Bei DSA legst du keine Keywords an: Google wählt anhand deiner Website, bei welchen Suchanfragen die Anzeige erscheint und welche Seite sie verlinkt. Ursprünglich sollten DSA-Kampagnen ebenfalls ab September 2026 umgestellt werden. Am 11. Juni 2026 hat Google den Zeitplan verschoben, weil Werbetreibende laut Google mehr Zeit brauchen. Den neuen Ablauf hat das Google-Ads-API-Team im Developer Blog veröffentlicht, das Update steht auch im ursprünglichen Google-Beitrag.
- 1
Seit 15. Juni 2026: DSA wieder anlegbar
Neue DSA-Kampagnen lassen sich wieder erstellen und bearbeiten.
- 2
Bis Januar 2027: selbst umstellen
Zeit zum Testen und für den freiwilligen Wechsel. Google rät, nicht auf die Automatik zu warten.
- 3
Januar 2027: keine neuen DSA mehr
Ab dann lassen sich keine neuen Dynamischen Suchanzeigen mehr anlegen.
- 4
Februar 2027: automatische Umstellung
Alle dann noch aktiven DSA-Kampagnen stellt Google automatisch um.
Bei der automatischen Umstellung werden laut Google dynamische Anzeigengruppen zu Standardanzeigengruppen, Einstellungen und Daten wandern in AI Max, und alle drei AI-Max-Funktionen werden eingeschaltet, auch die Erweiterung der finalen URL. Die bisherige URL-Steuerung bleibt erhalten. Im September blieb die finale URL dagegen aus.

Was beim freiwilligen Upgrade passiert
Den Weg beschreibt Google in der Google Ads-Hilfe: Unter Kampagnen, Tab „Einstellungen“, markierst du die DSA-Kampagnen, klickst im Bereich „Dynamische Suchanzeigen“ auf „Upgrade“ und bestätigst. Das ändert sich:
- Anzeigengruppen: Dynamische Anzeigengruppen werden zu Standardanzeigengruppen.
- Anzeigen: Aus DSA werden responsive Suchanzeigen, die Texte erzeugt Google über die Textanpassung.
- Ziele: Ziele, die AI Max nicht unterstützt, etwa URL-Regeln wie „Seitentitel enthält“, werden schreibgeschützt. Du kannst sie nur noch entfernen.
- Übergang: Die alten Anzeigen laufen weiter, bis die neuen freigegeben sind, dann pausiert Google sie automatisch.

Mein Tipp für DSA-Kampagnen
Ich würde den Wechsel selbst machen und nicht bis Februar 2027 warten. Notier dir vorher, welche Ziele und URL-Regeln deine DSA-Kampagne nutzt, und prüf danach, was davon schreibgeschützt ist. Google empfiehlt, AI Max vorher in einem Kampagnentest gegen die DSA-Kampagne laufen zu lassen.
Warum Google das macht
Offiziell begründet Google den Schritt mit Leistung: Kampagnen, die alle AI-Max-Funktionen nutzen, erzielen laut Google im Schnitt 7 Prozent mehr Conversions oder Conversion-Wert bei ähnlichem CPA beziehungsweise ROAS. Das ist ein Durchschnitt über viele Konten, den Google selbst ermittelt hat. Für dein Konto sagt er erst einmal wenig.
Aus meiner Sicht gibt es drei Gründe, die mindestens genauso wichtig sind wie die offizielle Zahl.
- 1
Aufräumen im eigenen Produkt
Dynamische Suchanzeigen, automatisch erstellte Assets und „weitgehend passend“ auf Kampagnenebene haben alle versucht, über die Keyword-Liste hinaus zu werben. Drei Werkzeuge mit ähnlichem Ziel sind für Google teuer in der Pflege. AI Max fasst sie zusammen.
- 2
Die Suche selbst verändert sich
Suchanfragen werden länger und gesprächiger, vor allem seit AI Overviews und dem KI-Modus. Eine starre Keyword-Liste bildet solche Anfragen schlecht ab. Google will Anzeigen auch dort ausspielen können, wo niemand ein Keyword dafür angelegt hätte.
- 3
Mehr Inventar, mehr Auktionen
Jede zusätzliche Suchanfrage, auf die eine Anzeige laufen darf, ist eine zusätzliche Auktion. Mehr Auktionen bedeuten für Google mehr Umsatz. Das muss für dich nicht schlecht sein, aber es erklärt, warum die Funktionen standardmäßig eingeschaltet werden und nicht standardmäßig aus.
Dass Google eine Änderung dieser Tragweite per Standard einschaltet, ist nicht neu. Bei Performance Max und bei der Automatisierung von Geboten lief es ähnlich. Was sich bei Performance Max sonst noch geändert hat, habe ich im Beitrag zu den Performance-Max-Updates zusammengetragen.
Woran du erkennst, ob deine Kampagne betroffen ist
Die schnellste Prüfung dauert fünf Minuten. Öffne in Google Ads die Kampagnenübersicht und sieh dir für jede Suchkampagne die Einstellungen an. Ist dort der Bereich AI Max aktiv, wurde die Kampagne umgestellt, entweder von dir oder automatisch.
- Kampagnen, Einstellungen: Steht bei AI Max „An“? Welche der drei Funktionen sind eingeschaltet?
- Änderungsverlauf: Für den Zeitraum 1. bis 30. September nach Änderungen an den Kampagneneinstellungen filtern. Automatische Umstellungen tauchen dort mit Datum auf.
- Suchbegriffbericht: Gibt es Zeilen mit dem Übereinstimmungstyp „AI Max“? Dann läuft der Suchanfragen-Abgleich und bringt bereits Klicks.
- Anzeigen und Assets: Unter den Assets tauchen Titel und Beschreibungen auf, die du nicht geschrieben hast? Dann ist die Textanpassung aktiv.
Gerade der Suchbegriffbericht ist der wichtigste Ort. Google hat ihn für AI Max erweitert: Neben dem neuen Übereinstimmungstyp gibt es eine Spalte „Quelle“. Sie zeigt, ob ein Treffer aus der Erweiterung deiner weitgehend passenden Keywords stammt oder aus der Technologie ohne Keywords. Diese Unterscheidung ist Gold wert, denn die zweite Gruppe ist die, bei der du am wenigsten vorhersagen kannst, was passiert.

Die vier Risiken, auf die ich achten würde
AI Max ist nicht automatisch schlecht. Aber eine Umstellung, die du nicht selbst eingestellt hast, verdient einen genauen Blick. Diese vier Punkte sehe ich als die größten Stolpersteine.
1. Suchanfragen, die nicht zu deinem Angebot passen
Der Suchanfragen-Abgleich arbeitet mit dem, was Google auf deiner Website und in deinen Anzeigen findet. Ist deine Website breit aufgestellt, ist es auch das Matching. Ein Elektriker, der auf seiner Seite nebenbei Photovoltaik erwähnt, kann plötzlich auf Anfragen zu Solaranlagen laufen, obwohl er dafür gar keine Kapazität hat. Solche Klicks kosten Geld und bringen keine Aufträge.
2. Anzeigentexte, die du so nie geschrieben hättest
Die Textanpassung zieht Formulierungen aus deinen Landingpages und ergänzt sie mit generativer KI. Das kann gut funktionieren. Es kann aber auch dazu führen, dass Versprechen in der Anzeige stehen, die du nicht halten willst, oder dass ein alter Aktionstext von einer vergessenen Unterseite wieder auftaucht. Bei regulierten Branchen wie Gesundheit, Finanzen oder Recht ist das mehr als ein Schönheitsfehler.
3. Budget, das sich anders verteilt
Mehr mögliche Suchanfragen heißt nicht mehr Budget. Dein Tagesbudget bleibt gleich, es verteilt sich nur auf mehr Auktionen. Läuft der neue Traffic schlechter als dein bisheriger Keyword-Traffic, verdrängt er im schlimmsten Fall genau die Klicks, die bisher am besten funktioniert haben. Google weist selbst darauf hin, dass AI Max wenig bringt, wenn eine Kampagne durch das Budget eingeschränkt ist.
4. Zahlen, die sich schwer vergleichen lassen
Weil sich mit der Umstellung Reichweite und Texte gleichzeitig ändern, ist ein sauberer Vorher-Nachher-Vergleich schwierig. Steigen die Conversions, weißt du nicht, ob es am neuen Matching liegt, an den neuen Texten oder an der Saison. Unabhängige Auswertungen von Agenturen kommen bei AI Max zum Teil zu deutlich schwächeren Ergebnissen als Google selbst, wie PPC Land zusammengetragen hat. Belastbar ist am Ende nur, was in deinem eigenen Konto passiert.
Mein Tipp
Schreib dir heute die Werte der letzten 30 Tage vor der Umstellung auf: Kosten je Conversion, Conversion-Rate und Klickpreis je Kampagne. Ohne diese Ausgangswerte lässt sich in drei Monaten nicht mehr sagen, ob AI Max geholfen oder geschadet hat.
Was du jetzt im Konto tun solltest
Ich würde nicht reflexartig alles abschalten. Ich würde aber auch nicht einfach laufen lassen. Diese Reihenfolge hat sich für eine geordnete Prüfung bewährt.

Für die Suchbegriffe gilt dasselbe wie bei weitgehend passenden Keywords: Jeder Begriff, der nicht zu deinem Angebot passt, kommt als auszuschließendes Keyword in die Kampagne oder in eine Liste auf Kontoebene. Ausschließende Keywords berücksichtigt AI Max. Das ist dein wichtigstes Werkzeug, und es wirkt sofort.
Dazu kommen die Steuerungen, die Google eigens für AI Max gebaut hat:
- Markeneinstellungen: Mit Markeneinschlüssen legst du fest, mit welchen Marken deine Anzeigen in Verbindung gebracht werden dürfen. Mit Markenausschlüssen verhinderst du, dass sie neben bestimmten Marken erscheinen. Einschlüsse gehen auf Kampagnen- und Anzeigengruppenebene, Ausschlüsse auf Kampagnenebene.
- URL-Ausschlüsse: Auf Kampagnenebene schließt du Seiten aus, die nie als Landingpage dienen sollen, etwa Karriere, Impressum oder alte Aktionen. Das ist vor allem wichtig, sobald die Erweiterung der finalen URL läuft.
- Orte von Interesse: Auf Anzeigengruppenebene steuerst du, für welche Orte eine Anzeigengruppe relevant ist, auch wenn die Suchanfrage selbst keinen Ort nennt.
- Textrichtlinien: Hier legst du fest, welche Begriffe und Aussagen die generierten Texte nicht enthalten dürfen.

Die generierten Anzeigentexte siehst du in der Asset-Ansicht deiner Anzeigen. Lies sie wie ein Kunde. Alles, was du so nicht unterschreiben würdest, nimmst du raus. Wie Assets im Zusammenspiel wirken, beschreibe ich ausführlich im Beitrag über Anzeigenerweiterungen und Assets.
So schaltest du einzelne Funktionen ab
Wenn die Prüfung ergibt, dass eine Funktion nicht passt, musst du nicht gleich das ganze AI Max abschalten. Google trennt die Einstellungen auf zwei Ebenen.

Die feinste Steuerung ist zugleich die nützlichste: Weil der Suchanfragen-Abgleich pro Anzeigengruppe geschaltet wird, kannst du ihn zum Beispiel in einer breiten Leistungsgruppe laufen lassen und in einer engen, teuren Gruppe ausschalten. So testest du AI Max dort, wo zusätzliche Reichweite am ehesten hilft, ohne das ganze Konto umzubauen.
Ein Hinweis zu manuellen Geboten: Laut Google funktionieren die erweiterten AI-Max-Funktionen mit manuellen CPC-Geboten nicht vollständig. Wer bewusst manuell bietet, sollte AI Max deshalb kritisch sehen oder erst einmal ausgeschaltet lassen. Wie Gebote und Klickpreise zusammenhängen, steht im Beitrag zu den Klickpreisen bei Google Ads.

Für wen AI Max sinnvoll ist, und für wen eher nicht
Nach allem, was ich bisher über die Funktionsweise weiß, hängt die Antwort weniger von der Branche ab als von drei Bedingungen im Konto.
Gut passt AI Max für Konten mit verlässlicher Conversion-Messung, ausreichend Budget und einem Angebot mit vielen Varianten, etwa Onlineshops mit großem Sortiment oder Dienstleister, die viele Leistungen in vielen Orten anbieten. Hier findet der Suchanfragen-Abgleich Anfragen, an die beim Keyword-Aufbau niemand gedacht hat.
Vorsichtig wäre ich bei kleinen Budgets, bei sehr spezialisierten Leistungen und überall dort, wo Anzeigentexte rechtlich sauber sein müssen. Ein kleiner Handwerksbetrieb mit 20 Euro Tagesbudget hat nichts davon, wenn Google das Budget auf zusätzliche Suchanfragen verteilt, die er nie bedienen wollte. Hier bringt eine gut gepflegte Keyword-Liste mit klaren Ausschlüssen und einer starken Landingpage meist mehr.

Meine Empfehlung für die nächsten Wochen
Vorweg meine ehrliche Einschätzung, Stand Oktober 2026: Ich erlebe AI Max bisher als noch nicht ganz ausgereift. Die Funktion braucht aus meiner Sicht noch Zeit. Gleichzeitig bin ich sehr gespannt, wie sie sich entwickelt. Ich rechne damit, dass Google die Ausspielung über AI Max weiter ausbaut, etwa auf Gemini und den KI-Modus der Suche. Umso wichtiger ist es, jetzt zu verstehen, was in deinem Konto passiert.
Ich würde nach der Umstellung in drei Schritten vorgehen. Zuerst die Ausgangswerte festhalten, damit es später einen ehrlichen Vergleich gibt. Dann den Suchanfragen-Abgleich in den Anzeigengruppen weiterlaufen lassen, in denen das Angebot breit genug ist, und ihn in engen, teuren Gruppen abschalten. Und die Textanpassung Anzeige für Anzeige prüfen, bevor sie weiterläuft.
Nach vier bis sechs Wochen fällt die Entscheidung anhand der Kosten je Conversion, nicht anhand der Klickzahlen. Mehr Klicks sind leicht zu bekommen, mehr Anfragen zum gleichen Preis nicht. Bringt AI Max zusätzliche Conversions zu ähnlichen Kosten, bleibt es an. Wenn nicht, schaltest du es in der betroffenen Anzeigengruppe wieder aus.
Was ich niemandem empfehle: die Umstellung zu ignorieren, weil „Google weiß schon, was es tut“. Google optimiert auf das Ziel, das du vorgibst, und auf die Daten, die es bekommt. Ist die Conversion-Messung lückenhaft oder zählt sie auch Anrufe von drei Sekunden, lernt AI Max das Falsche. Darum gehört vor jede Entscheidung zuerst ein Blick auf die Messung. Wenn du dabei Unterstützung brauchst, schau dir an, wie ich als Google Ads Freelancer arbeite.
Richtwerte. Bei wenig Conversions braucht die Auswertung länger.

Häufige Fragen zu AI Max
Kann ich die automatische Umstellung rückgängig machen?
Ja. Du kannst AI Max in den Kampagneneinstellungen komplett ausschalten oder einzelne Funktionen deaktivieren. Den Suchanfragen-Abgleich schaltest du pro Anzeigengruppe, Textanpassung und finale URL pro Kampagne. Schaltest du AI Max später wieder ein, übernimmt Google die vorherigen Einstellungen.
Wurden auch Kampagnen mit exakt passenden Keywords umgestellt?
Nur, wenn in der Kampagne zusätzlich automatisch erstellte Assets oder „weitgehend passend“ auf Kampagnenebene aktiv waren. Kampagnen, die nur mit Keyword-Optionen auf Keyword-Ebene arbeiten, blieben unverändert.
Gelten meine auszuschließenden Keywords auch für AI Max?
Ja. Auszuschließende Keywords werden auch beim Suchanfragen-Abgleich berücksichtigt. Sie sind das schnellste Mittel gegen unpassende Treffer.
Was passiert mit meinen Dynamischen Suchanzeigen?
Sie laufen vorerst weiter. Laut Google lassen sich ab Januar 2027 keine neuen DSA mehr anlegen, ab Februar 2027 werden die noch aktiven DSA-Kampagnen automatisch umgestellt, mit allen drei AI-Max-Funktionen. Bis dahin kannst du selbst umstellen und die Einstellungen von Anfang an festlegen.
Wo sehe ich, welche Klicks über AI Max kamen?
Im Suchbegriffbericht. Treffer aus AI Max tragen dort den Übereinstimmungstyp „AI Max“. Die Spalte „Quelle“ zeigt zusätzlich, ob der Treffer über die Erweiterung deiner Keywords oder über die Technologie ohne Keywords zustande kam.
Lohnt sich AI Max für kleine Budgets?
Meist eher nicht als Erstes. Google sagt selbst, dass AI Max wenig bringt, wenn eine Kampagne durch das Budget eingeschränkt ist. Bei kleinem Budget bringt es mehr, zuerst Keywords, Ausschlüsse und Landingpage sauber aufzustellen.
Fazit
Die automatische Umstellung auf AI Max ist kein Grund zur Panik, aber ein klarer Auftrag, ins Konto zu schauen. Die meisten Änderungen sind sichtbar, wenn man weiß, wo man suchen muss: in den Kampagneneinstellungen, im Änderungsverlauf und vor allem im Suchbegriffbericht. Wer dort regelmäßig ausschließt, Marken und URLs eingrenzt und die generierten Texte liest, kann AI Max gezielt dort nutzen, wo es zusätzliche Anfragen bringt, und es dort abschalten, wo es nur Budget kostet. Entscheidend ist, dass du die Entscheidung bewusst triffst, und nicht Google für dich.
Quellen
- Google Ads & Commerce Blog: We’re upgrading Dynamic Search Ads to AI Max (15.04.2026, aktualisiert 11.06.2026)
- Google Ads Developer Blog: Dynamic Search Ads (DSA) Automigration Delayed to February 2027 and Campaign Creation Restored (11.06.2026)
- Google Ads-Hilfe: AI Max für Suchkampagnen, Abschnitt zum Upgrade von Dynamischen Suchanzeigen
- Google Ads-Hilfe: Funktionsweise von AI Max für Suchkampagnen
- Google Ads-Hilfe: AI Max für Suchkampagnen einrichten und deaktivieren
- Google Ads-Hilfe: Häufig gestellte Fragen zu AI Max
- PPC Land: Broad match campaigns face AI Max auto-upgrade on September 1 (06.08.2026)
- Search Engine Land: Google to auto-upgrade some Search campaigns to AI Max