Inhaltsverzeichnis
- Was ist Performance Max?
- Channel Performance Reports
- Animierte Bild- und Video-Assets
- Neu: bis zu 15 Videos pro Asset-Gruppe (statt 5)
- Suchthemen als Keyword-Ergänzung
- AI Brief: PMax in natürlicher Sprache steuern
- AI Max: Erweiterung auf Shopping & Travel
- Markenbegriffe ausschließen: das wichtigste Update für kleine Konten
- Was sich trotz aller Updates nicht geändert hat
- Wie ich eine Asset-Gruppe heute aufbaue
- Wie ich neue Funktionen bewerte, bevor ich sie einsetze
- Was bedeutet das für KMUs?
- Was die Updates für die Berichte bedeuten
- Drei Fehler im Umgang mit den Neuerungen
- Was die Neuerungen im Alltag verändert haben
- Für wen sich Performance Max heute lohnt, und für wen nicht
- Was in den nächsten Monaten zu erwarten ist
- Häufig gestellte Fragen
- Quellen & weiterführende Links
Channel Reporting, Suchthemen, animierte Assets, AI Brief. Google baut Performance Max laufend um. Hier der praktische Überblick aus Freelancer-Sicht. Ich pflege diesen Beitrag regelmäßig nach, sobald sich relevante Dinge ändern.

Das Wichtigste in Kürze
- Channel Performance Reports zeigen, auf welchen Google-Kanälen (Search, YouTube, Display, Discover, Gmail) deine PMax-Anzeigen tatsächlich laufen.
- Animierte Bild- und Video-Assets entstehen automatisch aus Standbildern, aktuell im Roll-out, Logos und Produktfotos werden zu kurzen Clips.
- Suchthemen ergänzen Keywords um Themen-Cluster: du beschreibst, die KI matcht.
- AI Brief erlaubt es, PMax und Search-Kampagnen in natürlicher Sprache zu steuern, über das Gemini-Modell.
- AI Max erweitert die KI-Steuerung schrittweise auf Shopping- und Travel-Kampagnen und vereinheitlicht so die Werbe-Logik über Kampagnentypen hinweg.
Performance Max (PMax) ist Googles Multi-Kanal-Kampagnentyp. Die Mechanik bleibt: du gibst Assets und Conversion-Ziele, Google entscheidet, wo wann welche Anzeige läuft. Was sich ständig ändert, sind die Stellschrauben, und genau die sammle ich hier.
Was ist Performance Max?
Channel Reports
Endlich mehr Transparenz, welcher Kanal in PMax wie performt.
Animierte Assets
Bewegte Bild- und Video-Assets für stärkere Wirkung.
Suchthemen
Keyword-ähnliche Hinweise, um die Ausrichtung zu schärfen.
AI Max
Erweiterung auf Shopping & Travel mit mehr Automatisierung.
Performance Max läuft über alle Google-Kanäle gleichzeitig: Search, YouTube, Display, Discover, Gmail und Maps. Du lädst Texte, Bilder, Videos und Logos hoch, definierst Conversion-Ziele und Zielgruppen-Signale: Google verteilt das Budget automatisch dorthin, wo es am besten konvertiert.
Die Stärke: Reichweite und Skalierung. Die Schwäche bis vor wenigen Jahren: kaum Transparenz. Genau das ändert sich gerade Schritt für Schritt.
Updates auf einen Blick
- 2024: Channel Performance Reports gehen live, Suchthemen werden freigeschaltet.
- Anfang 2026: AI Brief startet als Gemini-gesteuerte Steuerungsoberfläche.
- Frühjahr 2026: Animierte Bild- und Video-Assets im Roll-out.
- Mai 2026: AI Max kommt für Shopping- und Travel-Kampagnen.

Channel Performance Reports
Verfügbar seit 2024
Lange war PMax eine Black Box: Geld rein, Conversions raus, ohne zu wissen wohin. Mit den Channel Performance Reports zeigt Google jetzt erstmals, auf welchen Kanälen die Anzeigen tatsächlich liefen, mit Impressionen, Klicks, Conversions und Cost-per-Conversion pro Kanal.
Warum das wichtig ist: Wenn 80 % deiner Conversions aus YouTube kommen, brauchst du gute Video-Assets. Wenn der Großteil über Search läuft, sind Texte und Suchbegriff-Insights entscheidend. Vorher hat man das geraten, heute kann man es sehen und gezielt nachbauen.
Animierte Bild- und Video-Assets
Im Roll-out, 2026
Aus Standbildern macht PMax automatisch kurze Clips: Logos werden eingeblendet, Produktfotos animiert, Texte fade-in. Gedacht ist das vor allem für Werbetreibende, die keine Video-Produktion haben, aber trotzdem auf YouTube und Discover sichtbar sein wollen.
Was das in der Praxis bedeutet
- Mehr YouTube-Inventar: Ohne eigene Video-Assets bekommst du trotzdem Anzeigen ausgespielt.
- Schwächere Performance möglich: Auto-generierte Animationen funktionieren selten so gut wie ein eigenes Video. Wer Conversions ernst nimmt, sollte zumindest ein einfaches Hauptvideo selbst produzieren.
- Brand-Risiko: Animationen können Marken-Look brechen. Über Asset-Reports prüfen, ob die KI-Clips wirklich performen.
Neu: bis zu 15 Videos pro Asset-Gruppe (statt 5)
Eine Neuerung, die in der Praxis richtig was bringt: Google hat das Limit für Video-Assets in Performance Max von bisher 5 auf bis zu 15 pro Asset-Gruppe angehoben (ausgerollt Anfang 2026). Klingt unspektakulär, ist aber ein echter Hebel fürs Creative-Testing.
Vorher war die Grenze von 5 Videos oft frustrierend: Man musste sich zwischen Formaten und Seitenverhältnissen entscheiden, und um alle Ratios (quer, quadratisch, hochkant) plus mehrere Varianten abzudecken, blieb nur, Asset-Gruppen zu duplizieren oder die Kampagne zu zerstückeln. Das hat die Steuerung unnötig kompliziert gemacht.
Mit 15 Slots deckst du jetzt alle Seitenverhältnisse, Längen und Botschaften in EINER Asset-Gruppe ab. Genau das ist mir zuletzt bei einem Kunden positiv aufgefallen: Wir hatten viele starke Videos und konnten uns kaum entscheiden, jetzt kommen einfach mehr rein. Das gibt dem Algorithmus deutlich mehr Material zum Testen, und erfahrungsgemäß stechen dann ein, zwei Creatives heraus, die richtig performen.
Mehr Slots ≠ alles reinkippen
Nutze die 15 Plätze bewusst: alle drei Ratios abdecken (16:9, 1:1, 9:16), verschiedene Hooks und Längen, aber nur Videos in guter Qualität. So hat die KI die beste Grundlage, die Gewinner-Creatives zu finden.
Details dazu in der Google-Ads-Hilfe zu Video-Assets in Performance Max.

Suchthemen als Keyword-Ergänzung
Verfügbar seit 2024
PMax basiert primär auf Conversion-Daten und Asset-Signalen. Mit Suchthemen (in der Google-Oberfläche oft noch Search Themes) gibt es jetzt eine Art steuerbares Keyword-Set: du beschreibst Themenfelder, die Google in der Suche zusätzlich abdecken soll.
Beispiel: Eine Boutique für nachhaltige Mode kann Suchthemen wie „nachhaltige Sommerkleider“, „fair produzierte Mode“ oder „Bio-Baumwolle Damen“ hinterlegen. Damit findet PMax auch Long-Tail-Suchen, die im Conversion-Modell sonst vielleicht durchrutschen würden.
AI Brief: PMax in natürlicher Sprache steuern
Neu, 2026
Das ist die wohl interessanteste Neuerung: ein Eingabefeld, in dem du die KI in normaler Sprache instruierst, angetrieben von Gemini. Statt Klick-Hierarchien durch das Interface arbeitest du dich nicht mehr durch zehn Menüs, sondern formulierst Regeln direkt aus.
Beispiele, was du eingeben kannst
- „Priorisiere Suchanfragen mit Kaufabsicht über reine Informationsanfragen.“
- „Schließe Markennamen unserer Mitbewerber aus.“
- „Zeige bei Anfragen rund um Geschenke unsere Premium-Produktlinie.“
Dazu kommen Compliance-Features: Disclaimer-Texte für rechtlich sensible Branchen (Finanzen, Gesundheit, Glücksspiel) lassen sich zentral pflegen. Und mit Final URL Expansion wählt die KI für jede Suchanfrage automatisch die passendste Landingpage aus deinem Sitemap-Pool.
AI Max: Erweiterung auf Shopping & Travel
Roll-out, 2026
Wichtig zur Einordnung: AI Max ist genau genommen kein PMax-Feature, sondern Googles übergreifende KI-Schicht für Werbung. Sie startete in Search-Kampagnen und wird jetzt schrittweise ausgerollt, auf Shopping, Travel und perspektivisch alle Kampagnentypen. Für Werbetreibende verschwimmen die Grenzen zwischen den Formaten dadurch zunehmend.
AI Max für Shopping
Klassische Shopping-Kampagnen reagieren primär auf Suchanfragen, die das Produkt direkt nennen. AI Max generiert adaptive Anzeigen für Long-Tail- und Discovery-Anfragen, also Suchen, bei denen Nutzer noch vergleichen oder recherchieren. Datenbasis ist der Merchant Center Feed. Ergebnis: Marken werden früher in der Kaufreise sichtbar, nicht erst am Ende.
AI Max für Travel (Search Campaigns for Travel)
Hotel-Anzeigen, Things-to-Do-Ads und klassische Search-Kampagnen wurden bisher in getrennten Oberflächen gepflegt. Search Campaigns for Travel fasst diese Formate in einer einheitlichen Oberfläche zusammen, mit konsolidiertem Reporting und integrierter AI-Max-Logik. Wer Touristik-Werbung macht, hat damit deutlich weniger Wartungsaufwand.
Was das für PMax-Konten bedeutet
- Mehr Überschneidung: AI Max in Search und PMax greifen teils auf dieselbe Logik zu. Negative Keywords und Account-Negatives werden wichtiger, damit die Kampagnentypen sich nicht gegenseitig überbieten.
- Briefing wird zur Skill: Wer der KI klare Anweisungen geben kann (Markenton, Zielgruppen, Tabu-Themen), hat einen direkten Performance-Vorteil.
- Manuelle Hebel verlieren an Gewicht: Bid Adjustments, exakte Match-Types, statische Audience-Listen, das alles wird zunehmend von KI-Modellen abgelöst.
Warum die Zahlen vorher zu gut aussehen
- Günstige Conversions aus Suchen nach dem eigenen Namen.
- Diese Menschen wären ohnehin gekommen.
- Der Zugewinn lässt sich nicht beurteilen.
- Weniger Conversions, höhere Kosten je Conversion.
- Erst jetzt ist sichtbar, ob neue Nachfrage entsteht.
- Markensuchen bedient eine eigene, sehr günstige Suchkampagne.
Ohne den Ausschluss sieht die Kampagne besser aus, als sie ist. Danach steht das ehrliche Bild da.
Markenbegriffe ausschließen: das wichtigste Update für kleine Konten
Lange war es das größte Ärgernis: Performance Max griff sich die Suchanfragen nach dem eigenen Firmennamen, lieferte dafür günstige Conversions und sah im Bericht hervorragend aus. Dass diese Menschen ohnehin gekommen wären, stand nirgends.
Inzwischen lassen sich Markenbegriffe auf Kontoebene ausschließen. Das ist wenige Klicks Arbeit und verändert die Bewertung einer Kampagne grundlegend.
Was danach passiert, ist unangenehm und richtig: Die Zahl der Conversions in der Kampagne sinkt, die Kosten je Conversion steigen. Genau das ist das ehrliche Bild. Erst ab diesem Punkt kann man beurteilen, ob die Kampagne neue Nachfrage erschließt oder nur vorhandene abgreift.
Meine Empfehlung: In jedem Konto, in dem eine eigene Marke gesucht wird, gehört dieser Ausschluss zur Grundeinstellung. Die Markensuchen bedient eine eigene, sehr günstige Suchkampagne, in der man auch sieht, was dort passiert.
Was sich trotz aller Updates nicht geändert hat
Bei der Menge an Neuerungen geht unter, dass die Grundlagen dieselben geblieben sind. Drei Punkte, an denen kein Update etwas ändert.
Ohne verlässliches Tracking lernt die Kampagne nichts
Performance Max optimiert auf das, was gemessen wird. Wenn jeder Formularaufruf als Conversion zählt, optimiert die Automatik auf Formularaufrufe, nicht auf Kunden. Das ist keine Schwäche des Systems, sondern eine Folge der Einstellung.
Die Zielseite bleibt der größte Hebel außerhalb des Kontos
Alle Assets der Welt ändern nichts daran, was nach dem Klick passiert. Wenn die Seite das Versprechen nicht einlöst, ist das Budget weg, egal wie gut die Kampagne ausgesteuert ist. Wie ich eine solche Seite umbaue, steht in Nutzererfahrung mit der Landingpage verbessern.
Assets nutzen sich ab
Gerade auf YouTube verliert ein Motiv nach einigen Wochen an Wirkung. Wer einmal im Quartal zwei neue Videos und ein paar frische Bilder nachlegt, hält die Kampagne stabiler als mit jeder Einstellungsänderung.
Neue Funktionen sind interessant. Entschieden wird trotzdem an denselben drei Stellen: Tracking, Zielseite, Motive.
Wie ich eine Asset-Gruppe heute aufbaue
Der Aufbau hat sich mit den Updates verschoben. Was sich in laufenden Konten bewährt hat.
- 1
Eine Gruppe je Angebot
Nicht je Produkt und nicht je Zielgruppe. Zu viele Gruppen zersplittern das Budget, und jede braucht eigene Daten zum Lernen.
- 2
Mindestens ein echtes Video
Wenn keines hinterlegt ist, erzeugt Google selbst eines aus den Bildern. Das Ergebnis ist selten gut und lässt sich nicht abschalten.
- 3
Bilder in allen drei Formaten
Quer, quadratisch und hoch. Fehlt ein Format, entfallen ganze Platzierungen, vor allem auf dem Handy.
- 4
Zielgruppensignal aus eigenen Daten
Kundenliste oder Websitebesucher schlagen jedes fertige Segment. Das Signal begrenzt nicht, es beschleunigt nur die Lernphase.
- 5
Suchthemen sparsam setzen
Drei bis fünf Themen, die wirklich zum Angebot gehören. Sie sind eine Richtungsangabe, kein Keyword-Ersatz.
- 6
Markenbegriffe ausschließen
Auf Kontoebene, bevor die Kampagne startet. Sonst ist die erste Bewertung wertlos.
Praxis-Tipp
Nach jeder größeren Änderung an Assets, Ziel oder Budget beginnt die Lernphase neu. Zwei bis drei Wochen nichts anfassen, sonst misst man nur die eigene Unruhe.
Wie ich neue Funktionen bewerte, bevor ich sie einsetze
Google rollt laufend etwas aus, und die Ankündigungen klingen immer nach Fortschritt. Ich stelle mir vier Fragen, bevor ich eine Neuerung in ein Kundenkonto lasse.
- Gibt sie mir Sichtbarkeit oder nimmt sie mir welche? Berichte sind fast immer gut, weitere Automatisierung nicht automatisch.
- Kann ich sie wieder abschalten, ohne dass die Kampagne von vorn lernt?
- Betrifft sie die Aussteuerung oder nur die Darstellung? Änderungen an der Aussteuerung brauchen eine Vergleichsbasis, Darstellung selten.
- Habe ich genug Daten, damit ein Unterschied überhaupt messbar wäre? In kleinen Konten ist die Antwort oft nein, und dann ist Abwarten die bessere Entscheidung.
Diese vier Fragen ersparen einem die Hälfte der Umbauten, die in Fachartikeln empfohlen werden. Die andere Hälfte setzt man dann mit einer sauberen Vergleichsbasis um.
Was bedeutet das für KMUs?
Praxis-Tipp
Mehr Automatisierung ist kein Selbstläufer: Saubere Assets, gutes Tracking und klare Conversion-Ziele entscheiden weiterhin über den Erfolg.
Drei klare Ableitungen für kleine und mittlere Werbetreibende:
- Channel Reports nutzen. Mindestens monatlich reinschauen und Assets für die starken Kanäle gezielt verstärken.
- Suchthemen pflegen. 5–10 saubere Themen-Cluster bringen mehr als 100 Keywords pro Anzeigengruppe. Quartal-Update reicht.
- AI Brief üben. Wer der KI klare schriftliche Anweisungen geben kann, hat den Hebel, das ist die neue Kernkompetenz im Konto-Management.
Was sich nicht ändert: Die saubere Setup-Phase, Asset-Pool, Conversion-Tracking, klare Ziele, entscheidet weiter über Erfolg oder Fehlinvestition. Wer einfach „Auto-Pilot an“ macht, verbrennt Budget. Wer als SEA-Freelancer oder Google Ads Freelancer die neuen Reports und Steuerelemente aktiv nutzt, holt deutlich mehr Effizienz raus als noch vor zwei Jahren.
Die geschlossene Kiste hat Fenster bekommen
Kanalverteilung
wohin das Budget fließt
- Suche, Shopping, YouTube, Display und Discover getrennt.
Asset-Bewertung
was wirklich lief
- Je Motiv sichtbar, was ausgespielt und was ignoriert wurde.
Suchthemen
Richtung statt Keywords
- Zeigt, in welche thematische Richtung gesteuert wird.
Was weiterhin fehlt: die vollständige Liste der Suchanfragen.
Was die Updates für die Berichte bedeuten
Die größte praktische Verbesserung der letzten Zeit sind die Berichte, nicht die neuen Steuerungsmöglichkeiten. Drei Dinge kann man heute sehen, die früher verborgen waren.
- Keine Aufteilung nach Kanälen, nur ein Gesamtergebnis.
- Kein Blick darauf, welche Assets wirklich liefen.
- Markensuchen liefen unsichtbar mit.
- Bewertung nur über das Gesamtkonto möglich.
- Verteilung nach Suche, Shopping, YouTube, Display und Discover.
- Bewertung je Asset, inklusive der schwachen.
- Markenbegriffe lassen sich ausschließen und damit trennen.
- Suchthemen zeigen, in welche Richtung gesteuert wird.
Was weiterhin fehlt, ist die vollständige Liste der Suchanfragen. Der Bericht bleibt gröber als bei klassischen Kampagnen, und daran wird sich vermutlich auch nichts ändern.
Für die Praxis heißt das: Die Berichte helfen bei der Ursachensuche, sie ersetzen aber keine Bewertung auf Kontoebene. Ob eine Kampagne etwas gebracht hat, entscheidet sich weiterhin an der Frage, ob das ganze Konto mehr liefert als vorher.
Drei Fehler im Umgang mit den Neuerungen
- Jede Ankündigung sofort umsetzen. Die Lernphase kostet in kleinen Konten mehr, als die Neuerung bringt.
- Mehrere Änderungen gleichzeitig vornehmen. Danach ist keine Aussage mehr möglich, welche gewirkt hat.
- Alte Einstellungen nie überprüfen. Was vor einem Jahr richtig war, kann heute überflüssig sein, etwa manuelle Ausschlüsse, die inzwischen anders gelöst werden.
Der letzte Punkt ist der teuerste. Ich habe Konten gesehen, in denen Ausschlusslisten aus der Anfangszeit von Performance Max so breit gesetzt waren, dass die Kampagne kaum noch ausgeliefert wurde. Zweimal im Jahr durchsehen genügt, um das zu verhindern.
Was die Neuerungen im Alltag verändert haben
Zwischen Ankündigung und spürbarem Unterschied liegt oft ein halbes Jahr. Rückblickend haben drei Dinge die tägliche Arbeit wirklich verändert, und zwei davon standen in keiner Schlagzeile.
Erstens die Kanalberichte. Sie beantworten die Frage, die Kunden zuerst stellen: Wohin geht mein Geld? Wenn achtzig Prozent im Display-Netzwerk landen und die Conversions ausbleiben, sieht man das heute innerhalb von Minuten statt nach Wochen.
Zweitens der Markenausschluss. Er hat aus einer Kennzahl, der man nicht trauen konnte, eine gemacht, mit der sich arbeiten lässt. In mehreren Konten war die Kampagne nach dem Ausschluss deutlich schlechter als gedacht, und in zwei Fällen war das der Anlass, sie ganz einzustellen.
Drittens die zusätzlichen Videoplätze je Asset-Gruppe. Das klingt technisch, wirkt aber unmittelbar: Mehr Varianten heißen mehr Auswahl für die Automatik und weniger Abnutzung eines einzelnen Motivs.
Was dagegen für kleine Konten bisher kaum eine Rolle spielt, sind die Steuerungen in natürlicher Sprache. Sie sparen Zeit beim Aufsetzen, ändern aber nichts an dem, was danach passiert. Wer wenig Budget hat, gewinnt an anderer Stelle mehr.
Für wen sich Performance Max heute lohnt, und für wen nicht
Nach all den Neuerungen ist die Antwort klarer geworden als früher. Sie hängt weniger vom Budget ab als von zwei anderen Dingen: davon, ob es einen Produktdatenfeed gibt, und davon, wie sauber gemessen wird.
Lohnt sich fast immer
Onlineshops mit gepflegtem Produktdatenfeed. Hier spielt Performance Max seine Stärke voll aus, weil Shopping-Anzeigen und Suche automatisch mit abgedeckt sind und für jedes Produkt Daten vorliegen.
Lohnt sich mit Einschränkungen
Dienstleister mit ausreichend Anfragen, sauberem Tracking und einer Zielseite, die wirklich zum Angebot passt. Wichtig ist hier, dass nur qualifizierte Anfragen als Conversion zählen. Sonst optimiert die Automatik auf Menge, und die Qualität sinkt still.
Lohnt sich meistens nicht
Kleine lokale Betriebe mit wenigen hundert Euro Budget und einer Handvoll Anfragen im Monat. Es fehlt schlicht an Daten, damit ein lernendes System zu einem verlässlichen Ergebnis kommt. Hier holt eine gut gepflegte Suchkampagne mehr aus demselben Geld.
Diese Einteilung ändert sich nicht mit dem nächsten Update. Was sich ändert, sind die Werkzeuge, mit denen man in den ersten beiden Fällen nachsteuern kann.
Aufbau in sechs Schritten
- 1
Eine Gruppe je Angebot
Nicht je Produkt. Zu viele Gruppen zersplittern das Budget.
- 2
Mindestens ein echtes Video
Sonst erzeugt Google selbst eines aus den Bildern, und das lässt sich nicht abschalten.
- 3
Bilder in allen drei Formaten
Quer, quadratisch und hoch. Fehlt eines, entfallen ganze Platzierungen.
- 4
Signal aus eigenen Daten
Kundenliste oder Websitebesucher schlagen jedes fertige Segment.
- 5
Suchthemen sparsam setzen
Drei bis fünf, die wirklich zum Angebot gehören.
- 6
Markenbegriffe ausschließen
Auf Kontoebene, vor dem Start. Sonst ist die erste Bewertung wertlos.
So baue ich eine Asset-Gruppe heute auf. Der letzte Schritt entscheidet darüber, ob die erste Bewertung überhaupt etwas wert ist.
Was in den nächsten Monaten zu erwarten ist
Vorhersagen sind in diesem Bereich unseriös, aber die Richtung ist erkennbar. Google baut die Steuerung über Sprache weiter aus und gibt gleichzeitig mehr Berichte frei. Beides zusammen ergibt ein Muster: weniger Regler, mehr Einblick.
Für die Praxis heißt das vermutlich, dass die Arbeit sich weiter verschiebt. Weg vom Einstellen, hin zum Beurteilen. Wer Kampagnen betreut, wird künftig weniger Zeit mit Gebotsanpassungen und mehr Zeit mit der Frage verbringen, welche Signale er der Automatik gibt.
Was ich dabei im Blick behalte, sind die Conversion-Daten. Jede weitere Automatisierung erhöht den Schaden, den ein falsch gemessenes Ziel anrichtet. Ein Konto mit sauberem Tracking profitiert von jedem Update, ein Konto ohne verliert mit jedem Update ein Stück mehr Kontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Lohnen sich PMax-Kampagnen für kleine Budgets?
Ab etwa 1.500 € Monatsbudget. Darunter findet die Automatik nicht genug Conversion-Daten, um sauber zu lernen. Bei kleineren Budgets sind klassische Search-Kampagnen meist effizienter.
Wie unterscheidet sich AI Max von Performance Max?
PMax ist ein eigener Kampagnentyp über alle Google-Kanäle. AI Max ist eine KI-Schicht, die in Search-, Shopping- und Travel-Kampagnen eingebaut wird. Beide arbeiten mit Gemini-Modellen, aber AI Max ergänzt klassische Search-Kampagnen um KI-Funktionen, während PMax komplett auf Automatik setzt.
Brauche ich AI Brief, oder reicht die normale PMax-Oberfläche?
Für einfache Kampagnen reicht die Standard-Oberfläche. AI Brief lohnt sich, sobald du Sonderfälle steuern willst, ausgeschlossene Themen, Premium-Logik bei bestimmten Suchen, Compliance-Texte. Die Lernkurve ist überschaubar, der Hebel aber groß.
Wie oft sollte ich PMax-Kampagnen prüfen?
Wöchentlich kurz drauf schauen, monatlich tief analysieren. Channel Reports, Asset-Performance und Suchbegriffe (über Insights) sind die drei wichtigsten Anlaufstellen. Aktive Steuerung schlägt jede Black-Box-Annahme.
Soll ich PMax oder klassische Search nutzen?
Idealerweise beides parallel. Klassische Search-Kampagnen für die wichtigsten Money-Keywords mit voller Kontrolle. PMax als Skalierungs-Layer für Reichweite über YouTube, Display und Long-Tail-Suchen. Negative Keywords sauber zwischen beiden verteilen, damit sie sich nicht in die Quere kommen.
Wie lange dauert die PMax-Lernphase?
Faustregel: 2–4 Wochen, abhängig von Conversion-Volumen. Google empfiehlt mindestens 50 Conversions im Lernzeitraum. In den ersten 14 Tagen nicht groß eingreifen. Budget, Asset-Pool oder Zielgruppen-Signale zu ändern setzt das Lernen zurück.
Sind die animierten Asset-Generationen wirklich brauchbar?
Für Sichtbarkeit: ja. Für Performance: meist nein. Auto-generierte Animationen liefern Inventar, das du sonst nicht bekommen würdest. Die Performance pro View ist aber selten so gut wie ein eigenes, einfaches Hauptvideo. Für Marken mit Brand-Anspruch: Asset-Reports prüfen und auffällige Animationen ggf. deaktivieren.
Muss ich jede Neuerung mitmachen?
Nein. Berichte und Ausschlussmöglichkeiten würde ich immer sofort nutzen, weil sie Einblick geben und nichts kosten. Alles, was in die Aussteuerung eingreift, kann warten, bis es eine Vergleichsbasis gibt und genug Daten, damit ein Unterschied überhaupt messbar wäre.
Quellen & weiterführende Links
- Google Ads-Hilfe: Performance Max: Offizielle Doku zu PMax-Setup und Funktionen
- Search Engine Land: AI Max Roll-out: Aktuelles Update zu AI Max für Shopping und Travel
- Search Engine Land: Performance Max Coverage: Laufende Berichterstattung zu PMax-Updates
- Google Ads-Hilfe: Channel Performance Reports: Wie die Kanal-Performance-Berichte gelesen werden