Zusammenfassung lesen
Kurz gesagt: Die Dankeseite nach dem Kontaktformular ist der einfachste Weg, Anfragen in Google Analytics 4 zu messen. Wer sie sieht, hat eine Anfrage geschickt, ähnlich wie ein Kassenbon nach dem Bezahlen. Wichtig ist nur, dass diese Seite eine eigene Adresse hat, nirgends verlinkt ist und nicht bei Google gefunden wird. Sonst zählt jeder zufällige Besuch als Anfrage. Im ersten Schritt legst du in der Verwaltung unter Datenanzeige und Ereignisse ein neues Ereignis an. Ich nenne es generate_lead, so wie Google es für Anfragen empfiehlt. Als Auslöser wählst du den normalen Seitenaufruf, und als Bedingung, dass die Adresse zum Beispiel slash danke enthält. Das geht ganz ohne Code. Laut Google greift das neue Ereignis frühestens nach einer Stunde und gilt nicht rückwirkend. Im zweiten Schritt markierst du das Ereignis als Schlüsselereignis, entweder direkt im Formular oder später über den Stern in der Ereignisliste. Danach kommt der Teil, den viele überspringen: der Test. Schick selbst eine Testanfrage ab und schau in den Echtzeitbericht. Er zeigt die letzten dreißig Minuten, und generate_lead sollte dort in den Karten für Ereignisse und Schlüsselereignisse auftauchen. Bleibt alles leer, liegt es oft daran, dass du im Cookie-Banner die Statistik abgelehnt hast. Dann verknüpfst du Google Analytics mit Google Ads, unter Produktverknüpfungen. In Google Ads legst du eine neue Conversion-Aktion an, wählst als Datenquelle die verknüpfte Analytics-Property und dann generate_lead. Laut Google kommen die Daten innerhalb von vierundzwanzig Stunden an. Zum Schluss prüfst du, ob die neue Aktion primär oder sekundär ist. Aus Analytics importierte Aktionen starten als sekundär. Soll die Anfrage die Gebote steuern, stellst du sie auf primär, aber nie doppelt zu einer Conversion, die schon über das Google-Ads-Tag zählt. Sonst wird jede Anfrage zweimal gezählt, und Google bietet zu hoch. Alle Schritte zeige ich im Beitrag mit Screenshots aus echten, anonymisierten Kundenkonten.
Inhaltsverzeichnis
- Die wichtigsten Begriffe, einfach erklärt
- Bevor du startest: drei Voraussetzungen
- Schritt 1: Ereignis für die Dankeseite erstellen
- Schritt 2: als Schlüsselereignis markieren
- Schritt 3: mit dem Echtzeitbericht testen
- Schritt 4: GA4 mit Google Ads verknüpfen
- Schritt 5: das Schlüsselereignis in Google Ads importieren
- Schritt 6: primär oder sekundär festlegen
- Die häufigsten Fehler beim Google Analytics Conversion Tracking
- Häufige Fragen zum Google Analytics Conversion Tracking
- Fazit
- Quellen
Eine Tischlerei bekommt ihre Anfragen über ein Kontaktformular. Wer es abschickt, landet auf einer Dankeseite, etwa /danke. Genau dieser Aufruf ist der Moment, auf den es ankommt: Eine Anfrage ist da. In diesem Beitrag zeige ich Schritt für Schritt, wie du aus der Dankeseite in Google Analytics 4 ein Schlüsselereignis machst, wie du es im Echtzeitbericht testest und wie du es als Conversion in Google Ads importierst. Die Screenshots stammen aus echten Kundenkonten, alles Erkennbare ist verpixelt.

Das Wichtigste in Kürze
- Aus dem Aufruf der Dankeseite wird in GA4 ein eigenes Ereignis, zum Beispiel generate_lead. Das geht ohne Code direkt in der Verwaltung.
- Das Ereignis markierst du als Schlüsselereignis. Erst dann lässt es sich nach Google Ads importieren.
- Neue Ereignisse greifen laut Google frühestens nach einer Stunde und gelten nicht rückwirkend.
- Getestet wird mit einer eigenen Testanfrage im Echtzeitbericht, der die letzten 30 Minuten zeigt.
- Nach dem Import ist die Conversion-Aktion zunächst sekundär. Für die Gebote stellst du sie auf primär, aber nie doppelt zur Conversion aus dem Google-Ads-Tag.
Die wichtigsten Begriffe, einfach erklärt
- Ereignis: alles, was GA4 auf deiner Website misst, zum Beispiel ein Seitenaufruf (page_view) oder ein Klick. Wie ein Strich auf einer Strichliste.
- Schlüsselereignis: ein Ereignis, das für dein Geschäft wichtig ist, etwa eine Anfrage. Früher hieß das in GA4 „Conversion“.
- Dankeseite: die Seite, die nur nach dem Absenden des Formulars erscheint. Sie ist wie der Kassenbon: Wer ihn hat, hat bezahlt.
- generate_lead: der Name, den Google für Anfragen ausdrücklich empfiehlt. Du kannst auch einen eigenen Namen wählen, der empfohlene macht Berichte aber einheitlich.
- Echtzeitbericht: der Bericht in GA4, der zeigt, was in den letzten 30 Minuten auf der Website passiert ist.
- Conversion-Aktion: der Eintrag in Google Ads, der eine solche Anfrage zählt und den automatischen Geboten sagt, was ein Erfolg ist.
Bevor du startest: drei Voraussetzungen
Damit das Ganze funktioniert, prüfe ich vorher drei Dinge:
- Google-Tag ist eingebaut: Auf jeder Seite, auch auf der Dankeseite, muss das Google-Tag von GA4 laufen, direkt oder über den Google Tag Manager.
- Die Dankeseite hat eine eigene Adresse: Bleibt die Seite nach dem Absenden einfach stehen und blendet nur eine Meldung ein, gibt es keinen Seitenaufruf. Dann braucht es ein anderes Ereignis, etwa aus dem Tag Manager.
- Die Dankeseite ist nur nach dem Formular erreichbar: Steht sie im Menü oder bei Google in den Suchergebnissen, zählt jeder zufällige Besucher als Anfrage. Ich setze sie deshalb auf noindex und verlinke sie nirgends.
Die Kernaussage in einem Bild
Die Dankeseite ist wie der Kassenbon an der Ladenkasse. Wer ihn in der Hand hält, hat gekauft. Liegt der Bon aber frei auf dem Tresen, nimmt ihn jeder mit und die Zählung stimmt nicht mehr.
Schritt 1: Ereignis für die Dankeseite erstellen
In GA4 öffnest du unten links das Zahnrad für die Verwaltung und gehst unter „Datenanzeige“ auf „Ereignisse“. Dort startest du mit „Ereignis erstellen“. Laut Google-Analytics-Hilfe zum Erstellen von Ereignissen brauchst du dafür mindestens die Rolle „Bearbeiter“ in der Property.

Was zeigt der Screenshot? Die Ereignis-Übersicht in einem GA4-Konto. Bei 1 findest du den Menüpunkt „Ereignisse“, bei 2 die Schaltfläche „Ereignis erstellen“. Bei 3 siehst du das fertige Ergebnis: generate_lead mit ausgefülltem Stern, also bereits ein Schlüsselereignis. So soll es bei dir am Ende auch aussehen.
Im Formular vergibst du zuerst den Namen. Ich nehme generate_lead. Direkt darunter kannst du den Schalter „Als Schlüsselereignis markieren“ gleich mit einschalten:

Was zeigt der Screenshot? Den oberen Teil des Formulars. Bei 1 steht der Ereignisname, bei 2 der Schalter, der das neue Ereignis sofort als Schlüsselereignis kennzeichnet. Im Beispielkonto gab es generate_lead schon, deshalb war der Schalter dort bereits aktiv.
Weiter unten legst du fest, wann das Ereignis ausgelöst wird. Mit „Ohne Code erstellen“ wählst du den Datenstream, als Auslöser das vorhandene Ereignis page_view und als Bedingung, dass die Adresse „/danke“ enthält:

Was zeigt der Screenshot? Den unteren Teil des Formulars. Bei 1 der Auslöser page_view, bei 2 der Teil der Adresse, den die Dankeseite enthält. Bei 3 fasst GA4 in einem Satz zusammen, was passieren wird: generate_lead wird protokolliert, wenn jemand eine Seite lädt, die „/danke“ enthält. Bei 4 speicherst du. Achte darauf, dass dieser Teil der Adresse wirklich nur auf der Dankeseite vorkommt.
Wichtig zu wissen: Laut Google dauert es mindestens eine Stunde, bis das neue Ereignis wirkt. Und es gilt nicht rückwirkend, frühere Anfragen tauchen also nicht nachträglich auf.
Schritt 2: als Schlüsselereignis markieren
Hast du den Schalter im Formular nicht gesetzt, holst du das nach: In der Ereignis-Übersicht klickst du auf den Stern neben generate_lead (im ersten Screenshot Nummer 3). Die Google-Ads-Hilfe zum Import weist auf eine Hürde hin: Ein neues Ereignis muss erst einmal unter „Letzte Ereignisse“ auftauchen, bevor es sich markieren lässt. Dafür muss also mindestens eine Anfrage eingegangen sein, notfalls deine eigene Testanfrage.
Schritt 3: mit dem Echtzeitbericht testen
Jetzt kommt der wichtigste Teil, den viele überspringen: der Test. Ich schicke selbst eine Testanfrage über das Formular ab, mit dem Namen „Test“ im Nachrichtenfeld, damit der Kunde sie sofort erkennt. Danach öffne ich in GA4 unter „Berichte“ den „Echtzeitbericht“. Laut Google-Analytics-Hilfe zeigt er die Aktivität der letzten 30 Minuten, darunter die Karten „Ereignisanzahl nach Ereignisname“ und „Schlüsselereignisse nach Ereignisname“:

Was zeigt der Screenshot? Den Echtzeitbericht in einem Kundenkonto zu einem Zeitpunkt ohne Besucher, deshalb steht dort „Keine Daten verfügbar“. Bei 1 der Menüpunkt, bei 2 und 3 die beiden Karten. Nach deiner Testanfrage sollte generate_lead in beiden Karten mit mindestens 1 erscheinen.
Taucht nichts auf, liegt es oft am Cookie-Banner: Hast du im Test die Statistik-Cookies abgelehnt, meldet die Seite je nach Einrichtung nichts oder nur eingeschränkt an GA4. Wie das zusammenhängt, erkläre ich im Beitrag Consent Mode v2 einfach erklärt. Wer es genauer sehen will, nutzt den Tag Assistant von Google: Damit erscheinen die eigenen Aufrufe zusätzlich in der DebugView in GA4.
Schritt 4: GA4 mit Google Ads verknüpfen
Damit Google Ads das Schlüsselereignis überhaupt sieht, müssen beide Konten verbunden sein. Das machst du in GA4 unter „Verwaltung“, „Produktverknüpfungen“, „Google Ads-Verknüpfungen“ mit „Verknüpfen“:

Was zeigt der Screenshot? Eine Property, die noch mit keinem Google-Ads-Konto verbunden ist. Bei 1 der Menüpunkt, bei 2 die Schaltfläche, mit der du das Konto auswählst. Laut Google brauchst du dafür in Google Analytics mindestens die Rolle „Marketingexperte“ und in Google Ads Administratorzugriff. Außerdem muss in Google Ads das automatische Tagging aktiv sein, also die Kennung, die Google an jeden Anzeigenklick hängt.
Schritt 5: das Schlüsselereignis in Google Ads importieren
In Google Ads gehst du auf „Zielvorhaben“, „Conversions“, „Zusammenfassung“ und legst eine neue Conversion-Aktion an. Im ersten Schritt fragt Google nach der Datenquelle. Für Anfragen von der Website ist das „Conversions auf einer Website“:

Was zeigt der Screenshot? Den Einstieg in eine neue Conversion-Aktion. Bei 1 der Bereich für Website-Conversions, darin die verknüpfte Analytics-Property (verpixelt). Bei 2 „Datenquellen bearbeiten“: Dort wählst du aus, ob die Conversion über das Google-Tag oder über Google Analytics kommen soll.

Was zeigt der Screenshot? Die Auswahl der Datenquelle. Bei 1 die Analytics-Property mit dem Hinweis „Mit diesem Konto verknüpft“, bei 2 die Alternative Google-Tag. Für diesen Weg setzt du das Häkchen bei der Property, bestätigst mit „Fertig“ und gehst mit „Speichern und fortfahren“ weiter. Im nächsten Schritt wählst du generate_lead aus der Liste deiner Schlüsselereignisse.
Alternativ geht es auch andersherum aus GA4 heraus, unter „Werbung“ und „Conversion-Verwaltung“. Laut Google werden die Daten innerhalb von 24 Stunden nach einer Conversion übertragen, und zwar erst ab dem Zeitpunkt der Einrichtung.
Schritt 6: primär oder sekundär festlegen
Nach dem Import steht die neue Aktion in der Liste der Conversion-Aktionen. In der Spalte „Conversion-Quelle“ erkennst du sie an „Google Analytics (GA4)“:

Was zeigt der Screenshot? Die Conversion-Aktionen eines Kundenkontos. Bei 1 die Quelle „Website (Google Analytics (GA4))“, bei 2 die Einstellung „Sekundär“. Laut Google-Ads-Hilfe werden Aktionen, die aus der Analytics-Oberfläche kommen, als sekundär angelegt. Sekundär heißt: Die Aktion wird nur beobachtet und erscheint in der Spalte „Alle Conversions“, die Gebote richtet Google nicht danach aus.
Soll die Anfrage deine Gebote steuern, stellst du sie in der Aktion auf „Primär“. Zählst du dieselbe Anfrage aber schon über das Google-Ads-Tag, bleibt eine der beiden sekundär. Sonst zählt Google jede Anfrage doppelt und bietet zu hoch. Mehr dazu im Beitrag Google Ads Conversion Tracking einrichten. Und wer zusätzlich die E-Mail-Adresse aus dem Formular verschlüsselt mitsenden will, findet die Anleitung unter Enhanced Conversions in Google Ads.
Die häufigsten Fehler beim Google Analytics Conversion Tracking
Dankeseite ist öffentlich
Steht sie im Menü oder bei Google, zählt jeder zufällige Besuch als Anfrage.
Keine eigene Adresse
Zeigt das Formular nur eine Meldung, gibt es keinen Seitenaufruf, der sich messen lässt.
Cookies im Test abgelehnt
Dann bleibt der Echtzeitbericht leer, obwohl die Einrichtung stimmt.
Stern vergessen
Ohne Markierung als Schlüsselereignis taucht generate_lead in Google Ads nicht auf.
Doppelt gezählt
Tag und Import zählen dieselbe Anfrage beide als primär.
Kennung geht verloren
Eine Weiterleitung entfernt den Klick-Parameter GCLID, dann fehlt die Zuordnung zur Anzeige.
Häufige Fragen zum Google Analytics Conversion Tracking
Wie lange dauert es, bis die Anfragen in Google Ads stehen?
In GA4 greift ein neu erstelltes Ereignis laut Google frühestens nach einer Stunde. Nach Google Ads werden importierte Conversions innerhalb von 24 Stunden übertragen. Einen Tag Geduld solltest du also einplanen.
Muss das Ereignis generate_lead heißen?
Nein. generate_lead ist der Name, den Google für Anfragen empfiehlt. Ein eigener Name funktioniert genauso, solange du ihn überall gleich verwendest.
Brauche ich dafür den Google Tag Manager?
Für die Dankeseite nicht. Das Ereignis entsteht direkt in GA4 aus dem normalen Seitenaufruf. Den Tag Manager brauchst du erst, wenn das Formular keine eigene Dankeseite hat.
Warum sehe ich generate_lead nicht in der Liste beim Import?
Meist ist das Ereignis noch nicht als Schlüsselereignis markiert oder es wurde noch nie ausgelöst. Schick eine Testanfrage ab, warte einige Stunden und markiere dann den Stern.
Fazit
Die Dankeseite ist der einfachste Weg, Anfragen in Google Analytics 4 zu messen: Ereignis aus page_view erstellen, als Schlüsselereignis markieren, mit einer eigenen Anfrage im Echtzeitbericht testen, GA4 mit Google Ads verknüpfen und importieren. Entscheidend ist der letzte Blick auf primär und sekundär, damit keine Anfrage doppelt zählt. Wenn du dabei Unterstützung willst, findest du mein Angebot unter Google Ads Freelancer.