Zusammenfassung lesen
Kurz gesagt: Google Ads bekommt zwei neue Einstellungen, mit denen du steuerst, wie viel Budget im Displaynetzwerk und bei den Suchnetzwerk-Partnern landet. Bisher gab es dort nur an oder aus. Google hat das am 14. Oktober 2026 angekündigt, und laut Hilfe startet die Einführung schrittweise ab dem 15. Oktober.
Die erste Einstellung heißt Kanalpriorisierung. Jeder Kanal bekommt hohe oder niedrige Priorität. Kanäle mit hoher Priorität bekommen das Budget zuerst, der Rest geht an die anderen. Standardmäßig steht alles auf hoher Priorität. In Suchkampagnen kannst du Google-Suche, Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk einzeln einstellen. In Performance Max und Demand Gen fasst Google Suche, YouTube, Maps, Gmail und Discover zu einem Block zusammen.
Die zweite Einstellung ist die Budgetverteilung. Für Kanäle mit niedriger Priorität trägst du einen Prozentsatz ein, bezogen auf das durchschnittliche Tagesbudget. Bei 40 Euro am Tag und zehn Prozent sollen dort höchstens etwa vier Euro landen. Null Prozent heißt: dort wird nichts ausgegeben. Was dabei wichtig ist: Google nennt das ausdrücklich keine Garantie. An einzelnen Tagen kann es mehr werden.
Ein Punkt wird leicht übersehen. Ist eine Kampagne mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS nicht durch das Budget begrenzt, ändert die Priorität allein meist nichts. Dann wirkt nur die Obergrenze in Prozent.
Die wichtigste Frist ist Februar 2027. Dann stellt Google alle Suchkampagnen mit aktivem Displaynetzwerk automatisch um. Wer alles so lassen will wie heute, setzt das Displaynetzwerk laut Google auf niedrige Priorität mit fünfzig Prozent.
Meine Empfehlung für kleine Konten: Such dir jetzt alle Suchkampagnen mit aktivem Displaynetzwerk heraus und entscheide bewusst, wie viel dort landen darf, statt einfach fünfzig Prozent zu übernehmen. Oft ist null oder ein kleiner Testanteil sinnvoller. Nach zwei bis vier Wochen solltest du nachsehen, ob die Grenze eingehalten wurde. Einstellen kannst du das im jeweiligen Konto, nicht im Verwaltungskonto.
Inhaltsverzeichnis
- Was Google am 14. Oktober angekündigt hat
- Hohe und niedrige Priorität: so funktioniert die Kanalpriorisierung
- Welche Kanäle du je Kampagnentyp einstellen kannst
- Budgetverteilung: Obergrenze in Prozent statt alles oder nichts
- Wann die Priorität allein nichts ändert
- Februar 2027: Suchkampagnen mit Displaynetzwerk werden umgestellt
- So richtest du die Kanalpriorisierung ein
- Meine Einschätzung für kleine Konten
- Häufige Fragen zur Kanalpriorisierung in Google Ads
- Fazit
- Quellen
Wer in Google Ads Werbung schaltet, kannte bei Displaynetzwerk und Suchnetzwerk-Partnern bisher nur zwei Möglichkeiten: an oder aus. Am 14. Oktober 2026 hat Google zwei neue Einstellungen angekündigt, die genau das ändern. Mit der Kanalpriorisierung legst du fest, welche Kanäle zuerst Budget bekommen. Mit der Budgetverteilung gibst du schwächeren Kanälen eine Obergrenze in Prozent. Hier erkläre ich, wie beides funktioniert, für welche Kampagnen es gilt und was sich im Februar 2027 für Suchkampagnen mit Display ändert.

Das Wichtigste in Kürze
- Google führt laut Google-Hilfe ab dem 15. Oktober 2026 schrittweise zwei neue Einstellungen ein: Kanalpriorisierung und Budgetverteilung.
- Jeder Kanal bekommt hohe oder niedrige Priorität. Kanäle mit hoher Priorität bekommen das Budget zuerst.
- Für Kanäle mit niedriger Priorität kannst du eine Obergrenze in Prozent des durchschnittlichen Tagesbudgets setzen. 0 % stoppt die Ausgaben dort.
- Die Obergrenze ist laut Google keine Garantie. Einzelne Tage können darüber liegen.
- Ab Februar 2027 stellt Google Suchkampagnen mit aktivem Displaynetzwerk automatisch auf das neue System um.
- Einstellen geht im Konto selbst, nicht im Verwaltungskonto. Google Ads Editor und API sollen bald folgen.
Was Google am 14. Oktober angekündigt hat
Die Ankündigung kam im Google Ads & Commerce Blog von Tal Akabas, Director of Product Management bei Google Ads. Google beschreibt die beiden Einstellungen als freiwillig. Sie sollen „in den kommenden Monaten“ ausgerollt werden. Die zugehörige Seite in der Google Ads-Hilfe nennt den 15. Oktober 2026 als Start und weist darauf hin, dass die Verfügbarkeit je nach Konto, Kampagnentyp und Zeitpunkt der Einführung unterschiedlich sein kann.
Kurz zu den Begriffen: Das Displaynetzwerk sind Werbeplätze auf fremden Websites und Apps, also Banner neben Artikeln. Suchnetzwerk-Partner sind andere Suchseiten und Websites, die Google-Suchanzeigen einblenden. Beides war bisher ein Häkchen in den Kampagneneinstellungen. Wer es aktiviert hatte, überließ Google weitgehend allein, wie viel Budget dort landet.

Hohe und niedrige Priorität: so funktioniert die Kanalpriorisierung
Jeder einstellbare Kanal bekommt eine von zwei Stufen. In der englischen Hilfe heißen sie „High priority“ und „Low priority“. Die deutschen Bezeichnungen im Konto standen zum Zeitpunkt dieses Beitrags noch nicht in der Hilfe, die Seite gibt es bisher nur auf Englisch. Standardmäßig stehen laut Google alle Kanäle auf hoher Priorität.
- Google gibt das Budget zuerst hier aus
- Standard für alle Kanäle
- Bei Ziel-CPA oder Ziel-ROAS innerhalb deines Zielwerts
- Erst wenn die wichtigen Kanäle versorgt sind
- Optional mit Obergrenze in Prozent
- 0 % heißt: hier wird nichts ausgegeben
Ziel-CPA heißt: Du sagst Google, was eine Anfrage im Schnitt kosten darf, zum Beispiel 40 €. Ziel-ROAS ist dasselbe für Onlineshops, nur bezogen auf den Umsatz je eingesetztem Euro. Bei diesen Gebotsstrategien gibt Google den Kanälen mit hoher Priorität nur so viel, wie es innerhalb deines Zielwerts sinnvoll ist. Erst dann rutscht Budget in die Kanäle mit niedriger Priorität.
Welche Kanäle du je Kampagnentyp einstellen kannst
Wie fein du steuern kannst, hängt vom Kampagnentyp ab. Bei Performance Max und Demand Gen fasst Google die eigenen Flächen Suche, YouTube, Maps, Gmail und Discover zu einem Block „Google-Kanäle“ zusammen. YouTube allein lässt sich dort also nicht herunterstufen.
Suchkampagnen
Google-Suche, Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk, jeweils einzeln.
Shopping
Google-Suche und Suchnetzwerk-Partner.
Performance Max
Google-Kanäle als ein Block, dazu Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk.
Demand Gen
Google-Kanäle und Displaynetzwerk. Nur Priorität, keine Obergrenze in Prozent.
Mehr zu den beiden automatischen Kampagnentypen findest du in meinem Vergleich Demand Gen oder Performance Max und in den Neuerungen bei Performance Max.
Budgetverteilung: Obergrenze in Prozent statt alles oder nichts
Der zweite Teil ist für kleine Konten aus meiner Sicht der wichtigere. Für jeden Kanal mit niedriger Priorität kannst du einen Prozentsatz eintragen. Er bezieht sich auf das durchschnittliche Tagesbudget der Kampagne, nicht auf die tatsächlichen Ausgaben. Google rechnet in der Hilfe mit 5 % von 1.000 US-Dollar, also höchstens rund 50 US-Dollar am Tag für diesen Kanal. Übertragen auf ein typisches kleines Konto: Bei 40 € Tagesbudget und 10 % für das Displaynetzwerk sollen dort höchstens etwa 4 € am Tag landen.

Keine feste Grenze
Google nennt die Budgetverteilung ausdrücklich „best effort“. Laut Hilfe ist sie keine Garantie, und die Ausgaben auf einem Kanal können an einzelnen Tagen darüber liegen. Die Grenze gilt je Tag, nicht genutztes oder zu viel ausgegebenes Budget wird nicht übertragen.
Weitere Regeln aus der Hilfe: Bei einem gemeinsamen Budget mehrerer Kampagnen gilt die Grenze für das gemeinsame Budget als Ganzes. Alle Kampagnen mit gemeinsamem Budget müssen dafür vom selben Typ sein. Und wer bisher mehr als den eingestellten Anteil auf einem Kanal ausgegeben hat, wird laut Google eine Verschiebung sehen, sobald die Einstellung greift.
Wann die Priorität allein nichts ändert
Ein Punkt, den man leicht übersieht: Läuft eine Kampagne mit Ziel-CPA, Ziel-ROAS oder Ziel-CPC und ist sie nicht durch das Budget begrenzt, ändert die Priorität laut Google in der Regel nichts an der Verteilung. Das ist logisch, denn wenn genug Geld da ist, muss Google nicht entscheiden, wer zuerst dran ist. In diesem Fall wirkt nur die Obergrenze in Prozent. Google schreibt im Blog genau deshalb, die Budgetverteilung sei besonders für solche Kampagnen gedacht.
Bei „Conversions maximieren“, „Conversion-Wert maximieren“, „Klicks maximieren“, manuellem CPC und „Angestrebter Anteil an möglichen Impressionen“ bekommen dagegen immer zuerst die Kanäle mit hoher Priorität das Budget, der Rest geht an die anderen. Wie die Gebotsstrategie zu deiner Datenlage passt, habe ich in 11 Punkte für die Prüfung eines Google-Ads-Kontos beschrieben.
Februar 2027: Suchkampagnen mit Displaynetzwerk werden umgestellt
Die wichtigste Frist steht etwas versteckt in der Hilfe. Ab Februar 2027 stellt Google alle Suchkampagnen, bei denen das Displaynetzwerk eingeschaltet ist, automatisch auf Kanalpriorisierung und Budgetverteilung um. Die bisherige Aufteilung fällt dann weg. Google schreibt selbst, dass sich die Ausgaben zwischen Google-Suche, Suchnetzwerk-Partnern und Displaynetzwerk dadurch verschieben können.

So bleibt alles wie bisher
Wer die heutige Aufteilung behalten will, setzt laut Google das Displaynetzwerk auf niedrige Priorität mit 50 % Budgetverteilung. Wichtig: Kampagnen mit der Gebotsstrategie „Angestrebter Anteil an möglichen Impressionen“ laufen danach gar nicht mehr im Displaynetzwerk. Und wer die neuen Einstellungen vor Februar 2027 setzt, bei dem gelten sie sofort.
So richtest du die Kanalpriorisierung ein
Du kannst die Einstellung für das ganze Konto als Standard setzen oder für einzelne Kampagnen abweichend festlegen. Die Schritte laut Hilfe, mit den englischen Bezeichnungen aus dem Hilfeartikel:
- 1
Kontoeinstellungen öffnen
In Google Ads die Kontoeinstellungen aufrufen und die Karte „Channel Prioritization“ suchen.
- 2
Kampagnentyp wählen
Such-, Shopping-, Demand-Gen- oder Performance-Max-Kampagnen auswählen.
- 3
Priorität vergeben
Jedem Kanal hohe oder niedrige Priorität geben, bei niedriger Priorität optional einen Prozentsatz eintragen und speichern.
- 4
Einzelne Kampagne anpassen
Kampagne öffnen, Einstellungen, „Channel Prioritization“ aufklappen und kampagneneigene Einstellungen wählen.

Zwei Einschränkungen: Aus einem Verwaltungskonto, also dem Konto, über das Agenturen mehrere Kunden betreuen, lässt sich das nicht einstellen. Es muss im jeweiligen Kundenkonto passieren. Google Ads Editor und die Programmierschnittstelle (API) sollen laut Google bald folgen.
Meine Einschätzung für kleine Konten
Bei der Übernahme eines Kontos schaue ich immer, ob die Netzwerke bewusst gewählt sind. Für viele lokale Dienstleister bedeutet das Display-Häkchen in einer Suchkampagne vor allem, dass Budget in Bannerplätze statt in Suchanfragen fließt. Bisher habe ich Display deshalb im Zweifel abgeschaltet oder in eine eigene Kampagne getrennt. Die neue Obergrenze ist ein Mittelweg: Man kann Suchnetzwerk-Partner oder Display mit kleinem Anteil testen, statt sie ganz auszuschließen.
Ich würde jetzt drei Dinge tun. Erstens alle Suchkampagnen mit aktivem Displaynetzwerk heraussuchen, denn die betrifft die Umstellung im Februar 2027 auf jeden Fall. Zweitens bewusst entscheiden: Display auf niedrige Priorität mit 0 % oder einem kleinen Testanteil, statt die 50 % einfach zu übernehmen. Drittens nach zwei bis vier Wochen in der Kanalaufteilung nachsehen, ob die Grenze eingehalten wurde, denn eine Garantie gibt Google nicht. Wenn du dabei Unterstützung willst, schau gern bei meiner Google-Ads-Betreuung vorbei.
Häufige Fragen zur Kanalpriorisierung in Google Ads
Gilt die Kanalpriorisierung auch in Deutschland?
Google nennt in Blog und Hilfe keine Länderbeschränkung. Die Hilfe spricht von einer schrittweisen Einführung ab dem 15. Oktober 2026, die je nach Konto unterschiedlich schnell ankommt. Siehst du die Karte in deinen Kontoeinstellungen noch nicht, ist dein Konto wahrscheinlich noch nicht an der Reihe.
Kann ich das Displaynetzwerk damit ganz abschalten?
Ja. Stellst du einen Kanal mit niedriger Priorität auf 0 % Budgetverteilung, gibt Google dort laut Hilfe nichts aus. Bei Demand Gen geht das nicht, weil es dort keine Budgetverteilung gibt, nur die Priorität.
Ändert sich etwas, wenn ich nichts mache?
Bis Februar 2027 nicht, alle Kanäle bleiben standardmäßig auf hoher Priorität. Danach werden Suchkampagnen mit aktivem Displaynetzwerk automatisch umgestellt, und die Ausgaben können sich laut Google verschieben.
Kann ich YouTube in Performance Max herabstufen?
Nein. In Performance Max und Demand Gen behandelt Google Suche, YouTube, Maps, Gmail und Discover als einen gemeinsamen Block „Google-Kanäle“. Einzeln steuerbar sind dort nur Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk.
Fazit
Die Kanalpriorisierung beendet das reine An oder Aus beim Displaynetzwerk und bei den Suchnetzwerk-Partnern. Für kleine Budgets ist vor allem die Obergrenze in Prozent nützlich, auch wenn Google sie nicht garantiert. Wer Suchkampagnen mit aktivem Displaynetzwerk hat, sollte vor Februar 2027 bewusst entscheiden, wie viel dort landen darf, statt die automatische Umstellung abzuwarten.
Quellen
- Google Ads & Commerce Blog: Guide your campaign spending with new priority and allocation features, 14. Oktober 2026
- Google Ads-Hilfe: About channel prioritization and channel-level budget allocation, abgerufen am 15. Oktober 2026