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Jan Philipps, Freelancer für SEO, SEA, Google Ads & Webdesign

Google Ads

Demand Gen oder Performance Max? Welcher Google-Ads-Kampagnentyp wann passt

Welcher Kampagnentyp wann passt und wo die Fallen liegen.

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Es geht um die Frage, wann Performance Max passt und wann Demand Gen die bessere Wahl ist. Meine einfache Einordnung ist: Performance Max erntet Nachfrage, die schon da ist. Demand Gen weckt Nachfrage, die es noch nicht gibt.

So arbeitet Performance Max

Performance Max spielt automatisch über Suche, Shopping, YouTube, Display, Discover, Gmail und Maps aus. Du gibst Assets, Zielgruppensignale, Conversion Ziel und Budget vor. Den Rest entscheidet Google.

Die Stärke liegt aus meiner Sicht vor allem im Zugriff auf Suche und Shopping. Gerade im Handel kann das sehr gut funktionieren, wenn die Produktdaten sauber sind.

Der Preis dafür ist weniger Kontrolle. Du siehst weniger genau, warum Budget wohin geht. Und ohne verlässliches Conversion Tracking lernt die Kampagne in die falsche Richtung.

So arbeitet Demand Gen

Demand Gen ist anders. Hier stehen Bild und Video im Mittelpunkt, nicht der Suchbegriff. Die Ausspielung läuft auf YouTube, Discover und Gmail.

Du erreichst Menschen, die gerade entdecken, aber noch nicht aktiv suchen. Dafür kannst du Kanäle, Zielgruppen und Formate deutlich genauer steuern.

Demand Gen kann auch auf Klicks oder Websitebesuche optimieren. Das ist wichtig, wenn noch kein sauberes Conversion Tracking steht oder bewusst wenig gemessen wird.

Budget und Einsatzgebiet

Meine Faustregel ist:

  • Performance Max eher ab etwa 50 Euro am Tag
  • Demand Gen eher ab 100 Euro

Bei sehr kleinen Budgets, zum Beispiel 300 Euro im Monat, rate ich meistens zu klassischen Suchkampagnen. Die setzen direkt an der Absicht an und brauchen weniger teure Lernphase.

In Onlineshops starte ich fast immer mit Performance Max. Demand Gen kommt dazu, wenn die Basis stabil läuft und zusätzliche Nachfrage entstehen soll.

Bei Leadgenerierung und Business to Business bin ich vorsichtiger. Wenn jedes Formular als Erfolg zählt, optimiert die Automatik auf Menge statt Qualität.

Kannibalisierung im Blick

Der wichtigste blinde Fleck ist Kannibalisierung. Performance Max kann Suchkampagnen Nachfrage wegnehmen. Dann sieht die neue Kampagne gut aus, aber das Konto insgesamt wächst nicht.

Deshalb gehe ich so vor:

  • vor dem Start vier Wochen Vergleichswerte festhalten
  • nur eine Sache ändern
  • drei Wochen nichts anfassen
  • nach vier bis sechs Wochen das gesamte Konto bewerten

Meine wichtigste Empfehlung ist: erst sauberes Tracking, dann eine funktionierende Suchkampagne, dann Automatik. Fehlt Nachfrage, teste Demand Gen. Ist Nachfrage da, aber wird nicht vollständig abgeholt, teste Performance Max.

Inhaltsverzeichnis

Der Unterschied in einem Satz: Performance Max erntet Nachfrage, die schon da ist. Demand Gen weckt Nachfrage, die es noch nicht gibt. Dieser Beitrag zeigt, was das im Konto bedeutet, welcher Typ wann passt und welche Fehler dabei am meisten kosten.

Vorschaubild: Demand Gen oder Performance Max? Welcher Google-Ads-Kampagnentyp wann passt

Demand Gen oder PMax auf einen Blick

Warum das wichtig ist

Wer den falschen Kampagnentyp wählt, bezahlt eine teure Lernphase ohne belastbares Ergebnis oder verschiebt nur Anfragen zwischen Kampagnen. Entscheidend ist, ob das gesamte Konto mehr liefert als vorher.

Darauf kommt es an

  • Grundregel: Performance Max erntet Nachfrage, die schon da ist. Demand Gen weckt Nachfrage, die es noch nicht gibt.
  • Tracking zuerst: Nur qualifizierte Anfragen als Conversion zählen, sonst optimiert die Automatik in die falsche Richtung.
  • Budget: Performance Max ab etwa 50 Euro am Tag, Demand Gen eher ab 100 Euro. Kleine Konten testen nur einen Typ.
  • Kannibalisierung: Markenbegriffe aus Performance Max ausschließen und den Erfolg auf Kontoebene bewerten.
  • Sauber testen: vier Wochen Vergleichswerte festhalten, nur eine Sache ändern, zwei bis drei Wochen Lernphase abwarten.
  • Suchkampagne behalten: Sie bleibt der Anker. Mit rund 300 Euro im Monat ist sie meist die bessere Wahl als beide Typen.

Beide Kampagnentypen werden von Google als KI-gesteuert verkauft, und beide bekommen im Konto denselben Platz. Das führt regelmäßig dazu, dass sie gegeneinander gestellt werden, obwohl sie unterschiedliche Aufgaben haben.

Ich beschreibe hier, wie ich die beiden einsortiere, wann ich welchen einsetze und woran ich merke, dass die Entscheidung falsch war. Alles aus laufenden Konten, nicht aus Präsentationsfolien.

Was Performance Max wirklich ist

Performance Max ist eine Kampagne ohne Kanalauswahl. Du lieferst Bausteine, Google entscheidet über Platzierung, Zeitpunkt und Kombination. Ausgespielt wird über Suche, Shopping, YouTube, Display, Discover, Gmail und Maps.

Was du steuerst, sind vier Dinge: die Assets in den Asset-Gruppen, die Zielgruppensignale, das Conversion-Ziel und das Budget. Alles andere ist Empfehlung, nicht Vorgabe.

Wo die Stärke liegt

Der Zugriff auf Suche und Shopping ist der eigentliche Grund, warum Performance Max im Handel so gut funktioniert. Die Kampagne greift dort zu, wo gerade gekauft wird, und sie tut das über alle Flächen gleichzeitig.

Dazu kommt: Die Automatik testet Kombinationen in einem Tempo, das man von Hand nicht schafft. Bei ausreichend Daten findet sie Verbindungen aus Bild, Text und Zielgruppe, auf die man selbst nicht gekommen wäre.

Wo der Preis liegt

Der Preis ist Sichtbarkeit im eigenen Konto. Man sieht weniger, wo das Geld hingeht, und kann weniger gezielt eingreifen. Die Kanalberichte haben das verbessert, aber sie zeigen die Verteilung, nicht die Entscheidungsgründe.

Und es gibt eine harte Voraussetzung: ohne verlässliches Conversion-Tracking lernt die Kampagne nichts. Wenn falsche oder zu wenige Conversions gemessen werden, optimiert die Automatik zuverlässig in die falsche Richtung.

Was Demand Gen wirklich ist

Demand Gen ist der visuelle Kampagnentyp im Google-Netzwerk. Er funktioniert wie Werbung auf Instagram oder Facebook: Nicht der Suchbegriff steht im Mittelpunkt, sondern das Motiv.

Ausgespielt wird auf YouTube, inklusive Shorts, im Discover-Feed und in Gmail. Damit erreichst du Menschen im Entdecken-Modus, also in dem Moment, in dem sie gar nichts suchen.

Was du hier steuern kannst

  • Kanäle: Du kannst YouTube, Discover und Gmail einzeln ein- oder ausschließen.
  • Zielgruppen: Segmente, eigene Listen und ähnliche Zielgruppen wirken hier verbindlicher als bei Performance Max.
  • Format: Einzelbild, Karussell und Video, jeweils mit eigener Wirkung.
  • Ziel: Auch Klicks oder Websitebesuche sind möglich, nicht nur Conversions.

Der letzte Punkt ist wichtiger, als er klingt. Er macht Demand Gen zur einzigen realistischen Option, wenn das Conversion-Tracking noch nicht steht oder wenn in einer sensiblen Branche bewusst wenig gemessen wird.

Hand hält ein Smartphone mit einem Bilder-Feed, dazwischen eine als Anzeige markierte Karte
Demand Gen spricht Menschen an, die gerade gar nichts suchen, mitten im Feed.

Wie die beiden im Konto aufgebaut sind

Ein Blick auf den Aufbau erklärt viele Unterschiede besser als jede Beschreibung.

Performance Max: Asset-Gruppen statt Anzeigengruppen

Statt Anzeigengruppen gibt es Asset-Gruppen. Jede enthält Bilder, Logos, Videos, Überschriften, Beschreibungen und eine Zielseite. Dazu kommen Zielgruppensignale, also Hinweise, wen Google zuerst ansprechen soll.

Wichtig zu verstehen: Signale sind keine Vorgabe. Sie beschleunigen die Lernphase, begrenzen aber nicht, wer die Anzeige sieht. Wer eine echte Begrenzung braucht, ist bei Performance Max falsch.

Meine Faustregel: eine Asset-Gruppe je Angebot oder Zielgruppe, nicht je Produkt. Zu viele Gruppen zersplittern das Budget, und jede einzelne braucht dann wieder eigene Daten zum Lernen.

Demand Gen: Anzeigengruppen wie früher

Hier gibt es weiterhin Anzeigengruppen, Zielgruppen und Formate, die man einzeln steuern kann. Das fühlt sich vertrauter an und erlaubt echtes Testen: dieselbe Zielgruppe, zwei Motive, sauber getrennt.

Auch praktisch: Ähnliche Zielgruppen sind hier wieder verfügbar. Wer eine Kundenliste oder eine gut gefüllte Besucherliste hat, kann darauf aufbauen, statt bei null anzufangen.

Der direkte Vergleich

Demand GenNachfrage wecken
  • Visuell und kreativgetrieben, auf YouTube, Discover und Gmail.
  • Mehr Kontrolle über Kanäle und Zielgruppen.
  • Kann auch auf Klicks statt nur auf Conversions optimieren.
  • Stark, wenn es noch wenig Suchnachfrage gibt.
Performance MaxNachfrage ernten
  • Vollautomatisch über das gesamte Google-Inventar.
  • Deckt zusätzlich Suche und Shopping ab.
  • Zielgruppen wirken nur als Signal, nicht als feste Vorgabe.
  • Braucht zwingend sauberes Conversion-Tracking.

Der eigentliche Unterschied ist Kontrolle gegen Automatisierung. Bei Demand Gen entscheide ich, wo ausgespielt wird, bei Performance Max beeinflusse ich es nur indirekt über Assets, Signale und Ziele.

Wo die beiden im Trichter sitzen

AufmerksamkeitYouTube und Discover, hier entsteht Interesse aus dem Nichts.
Demand GenWeckt Nachfrage und baut Interesse zu einer Absicht aus.
Suche und ShoppingDie Absicht wird zur konkreten Suchanfrage.
Performance MaxErntet diese Nachfrage über alle Flächen gleichzeitig.

In der Theorie ist die Aufteilung sauber. In der Praxis verschwimmt sie, weil Performance Max durch seine Such- und Shopping-Anbindung ganz unten sitzt und gleichzeitig oben mitspielt, sobald Budget übrig ist.

Genau daraus entsteht das häufigste Problem: Beide Kampagnen greifen auf dieselben Nutzer zu, und im Bericht sieht es so aus, als würden beide funktionieren. Dazu weiter unten mehr.

Wann ich welchen Typ einsetze

Onlineshop

Hier beginne ich fast immer mit Performance Max, weil Shopping und Suche automatisch mit abgedeckt sind. Demand Gen kommt dazu, wenn die Basis stabil läuft und zusätzliche Nachfrage aufgebaut werden soll, typischerweise vor Saisonspitzen.

Wichtig im Handel: ein sauberer Produktdatenfeed. Bei Performance Max entscheidet die Qualität der Produktdaten oft mehr über das Ergebnis als jede Einstellung in der Kampagne.

Leadgenerierung und B2B

Deutlich heikler. Ich starte hier grundsätzlich mit klassischen Suchkampagnen und einem Tracking, das nur qualifizierte Anfragen als Conversion zählt. Erst danach teste ich die automatischen Typen.

Der Grund ist einfach: Wenn jedes ausgefüllte Formular als Erfolg gilt, optimiert die Automatik auf Menge. Im B2B ist Menge oft das Gegenteil von Qualität, und man merkt es erst nach Wochen, wenn niemand ans Telefon geht.

Neues oder erklärungsbedürftiges Angebot

Wenn kaum jemand danach sucht, gibt es nichts zu ernten. Dann ist Demand Gen die richtige Wahl, weil Bild und Video ein Bedürfnis erzeugen können, das vorher nicht da war.

Das gilt auch für Veranstaltungen, für regionale Neueröffnungen und für Produkte, die man erklären muss, bevor jemand danach fragt.

Lokaler Dienstleister mit kleinem Budget

Hier rate ich meistens von beiden ab. Mit dreihundert Euro im Monat sind klassische Suchkampagnen fast immer die bessere Wahl, weil sie direkt an der Absicht ansetzen und keine Lernphase mit teurem Streuverlust brauchen.

Budget und Lernphase realistisch einplanen

Beide Typen sind lernende Systeme. Sie brauchen Daten, und Daten kosten Geld. Wer zu klein startet, bekommt keine schlechten Ergebnisse, sondern gar keine belastbaren.

Was die Typen mindestens brauchen

Richtwerte für eine Kampagne, die überhaupt lernen kann:

Performance Max, Handel mit Produktfeedab ca. 50 Euro pro Tag
Performance Max, Leadsab ca. 60 Euro pro Tag
Demand Genab ca. 100 Euro pro Tag
Klassische Suchkampagneab ca. 15 Euro pro Tag

Google koppelt die Empfehlung an den Ziel-CPA. Grob das Drei- bis Fünffache bei Performance Max, das Zehn- bis Fünfzehnfache bei Demand Gen.

Dazu die Zeit: Rechne mit zwei bis drei Wochen, in denen die Zahlen schwanken und nichts entschieden wird. Wer in dieser Phase Ziele verändert, startet die Lernphase neu und verlängert sie damit.

Praxis-Tipp

Lieber einen Kampagnentyp ordentlich füttern als zwei halbherzig. Zwei Kampagnen mit je der Hälfte des nötigen Budgets liefern nicht die Hälfte des Ergebnisses, sondern oft gar keines.

Der wichtigste blinde Fleck: Kannibalisierung

Wenn du Performance Max neben laufenden Suchkampagnen einsetzt, greifen beide auf dieselben Suchanfragen zu. Google gibt der Kampagne den Vorzug, deren Anzeigenrang höher ist, und das ist häufig Performance Max.

Im Bericht sieht das gut aus: Die neue Kampagne liefert Conversions. Was man nicht sofort sieht, ist, dass die Suchkampagne im selben Zeitraum weniger liefert. Unterm Strich ist nichts dazugekommen, es wurde nur umverteilt.

Woran du es erkennst

  • Die Gesamtzahl der Conversions bleibt gleich, während sich die Verteilung zwischen den Kampagnen verschiebt.
  • Die Suchkampagne verliert Impressionsanteil, ohne dass sich Gebote oder Budget geändert haben.
  • Im Bericht zu den Suchbegriffen tauchen bei Performance Max plötzlich die Marken- und Hauptbegriffe auf.

Was hilft

Markensuchen aus Performance Max ausschließen, was inzwischen auf Kontoebene möglich ist. Vor dem Start eine Vergleichsbasis festhalten, also die Zahlen der letzten vier Wochen. Und den Erfolg auf Kontoebene bewerten, nicht je Kampagne.

Eine neue Kampagne ist erst dann ein Erfolg, wenn das gesamte Konto mehr liefert als vorher. Alles andere ist Verschiebung.

So setze ich einen sauberen Test auf

Damit am Ende eine Aussage steht und nicht ein Bauchgefühl, halte ich mich an diese Reihenfolge. Sie dauert länger und spart Geld.

  1. 1

    Vergleichsbasis festhalten

    Vier Wochen vor dem Start: Conversions, Kosten je Conversion und Impressionsanteil des gesamten Kontos aufschreiben. Ohne diese Zahlen ist später keine Bewertung möglich.

  2. 2

    Tracking prüfen

    Wird jede Anfrage genau einmal gezählt? Sind Werte hinterlegt? Landen Spam-Formulare in den Conversions? Erst wenn das steht, wird gestartet.

  3. 3

    Nur eine Sache ändern

    Eine neue Kampagne, sonst nichts. Keine gleichzeitige Umstellung der Gebotsstrategie, keine neuen Anzeigen in der Suche.

  4. 4

    Drei Wochen nichts anfassen

    Lernphase abwarten. Budget und Ziel bleiben unverändert, auch wenn die erste Woche schlecht aussieht.

  5. 5

    Auf Kontoebene bewerten

    Nach vier bis sechs Wochen die Zahlen des gesamten Kontos gegen die Vergleichsbasis stellen. Nur was dort mehr wird, ist echter Zugewinn.

Der dritte Punkt fällt am schwersten und ist der wichtigste. In fast jedem Konto, in dem ich später nicht sagen konnte, ob eine Kampagne funktioniert hat, wurde parallel noch etwas anderes umgestellt.

Was die Kanalberichte zeigen, und was nicht

Seit es die Berichte zur Verteilung nach Kanälen gibt, sieht man wenigstens, wohin das Budget in Performance Max fließt. Das ist ein echter Fortschritt gegenüber der völlig geschlossenen Kiste von früher.

Was man dort ablesen kann: wie viel auf Suche, Shopping, YouTube, Display und Discover entfällt, und wie sich das über die Zeit verschiebt. Wenn der Anteil von Display plötzlich stark steigt, ohne dass die Conversions mitziehen, ist das ein Warnsignal.

Was man dort nicht sieht: warum die Automatik so entschieden hat, und welche Suchanfragen im Einzelnen bedient wurden. Der Bericht zu den Suchbegriffen bleibt gröber als bei klassischen Kampagnen.

Deshalb bleibt der Blick auf das Gesamtkonto die wichtigste Kontrolle. Die Kanalberichte helfen bei der Ursachensuche, sie ersetzen aber keine Bewertung des Ergebnisses.

Asset-Gruppe gegen Anzeigengruppe

Performance Max

Asset-Gruppen

  • Bilder, Logos, Videos, Texte und eine Zielseite je Gruppe.
  • Zielgruppen wirken als Signal, nicht als Begrenzung.
  • Kanäle nur grob steuerbar: seit Oktober 2026 Display und Suchpartner über die Kanalpriorisierung.

Demand Gen

Anzeigengruppen wie früher

  • Zielgruppen, Formate und Kanäle einzeln steuerbar.
  • Echtes Testen: dieselbe Zielgruppe, zwei Motive.
  • Ähnliche Zielgruppen aus eigenen Listen möglich.

Asset-Gruppe gegen Anzeigengruppe: Der Aufbau erklärt, warum der eine Typ steuerbar ist und der andere nicht.

Was bei den Motiven wirklich zählt

Beide Typen leben von Assets, und hier wird am meisten Zeit verschwendet. Ein paar Dinge, die sich in der Praxis durchgesetzt haben.

  • Video schlägt Standbild, auch ein einfaches. Google erzeugt sonst selbst eines aus deinen Bildern, und das Ergebnis ist selten gut.
  • Hochformat ist Pflicht, weil ein großer Teil der Auslieferung auf dem Handy passiert, gerade bei YouTube Shorts.
  • Die ersten zwei Sekunden entscheiden. Was danach kommt, sehen die meisten nicht mehr.
  • Wenige gute Assets schlagen viele beliebige. Fünf starke Bilder sind besser als fünfzehn aus der Bilddatenbank.
  • Text im Bild sparsam einsetzen, aber die Kernaussage muss ohne Ton verständlich sein.

Für Demand Gen gilt das doppelt, weil dort das Motiv die ganze Arbeit macht. Wer hier mit Restbeständen aus dem letzten Prospekt startet, bekommt teure Klicks ohne Wirkung.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Anbieter von Weiterbildungen, Budget rund 3.000 Euro im Monat, vorher ausschließlich Suchkampagnen mit ordentlichem Ergebnis. Der Wunsch: mehr Anfragen, ohne den Preis je Anfrage zu verdoppeln.

Zuerst haben wir Performance Max getestet, mit ausgeschlossenen Markenbegriffen. Ergebnis nach sechs Wochen: mehr Conversions in der neuen Kampagne, weniger in der Suche, unterm Strich elf Prozent mehr Anfragen bei gleichem Budget. Also ein echter, aber kleiner Zugewinn.

Danach kam Demand Gen dazu, mit zwei kurzen Videos, in denen eine Teilnehmerin erzählt, was sie danach gemacht hat. Ziel war zunächst Websitebesuche, nicht Anfragen. Die ersten drei Wochen sahen aus wie Geldverbrennen: viele Klicks, kaum Formulare.

Was dann passierte, ist der Grund, warum ich Demand Gen nicht nach zwei Wochen bewerte: Die Zahl der Suchanfragen nach dem Anbieternamen stieg deutlich, und die Suchkampagne wurde günstiger, weil mehr Menschen gezielt nach der Marke suchten.

Nach vier Monaten lag die Zahl der Anfragen um etwa ein Drittel höher als am Anfang, bei rund fünfzehn Prozent mehr Budget. Der Effekt war nicht in der Demand-Gen-Kampagne sichtbar, sondern im Rest des Kontos.

Was sich seit dem Start der beiden Typen geändert hat

Beide Kampagnentypen sind jung und werden laufend umgebaut. Vier Änderungen haben die Praxis spürbar verändert, und sie sind der Grund, warum ältere Anleitungen im Netz oft nicht mehr stimmen.

Erstens die Kanalberichte bei Performance Max. Vorher war die Verteilung des Budgets nicht einsehbar, entsprechend groß war das Misstrauen. Heute kann man wenigstens erkennen, ob eine Kampagne überwiegend im Display-Netzwerk unterwegs ist.

Zweitens der Ausschluss von Markenbegriffen auf Kontoebene. Damit lässt sich das größte Ärgernis abstellen, nämlich dass die Automatik sich die günstigen Markensuchen holt und damit gut aussieht.

Drittens die Suchthemen, mit denen sich Performance Max thematisch in eine Richtung schieben lässt. Das sind keine Keywords, sondern Hinweise, und sie ersetzen keine Suchkampagne. Sie helfen aber dabei, eine Kampagne aus einer thematischen Sackgasse zu holen.

Viertens, neu seit Oktober 2026: die Kanalpriorisierung. Auch in Performance Max lassen sich jetzt das Displaynetzwerk und die Suchnetzwerk-Partner herunterstufen und mit einer Budgetgrenze in Prozent versehen. Wie das geht, steht im Beitrag zur Kanalpriorisierung in Google Ads.

Google Ads-Hilfe zur Kanalpriorisierung, die Zeile mit den Kanälen für Performance Max ist rot umrahmt
Bei Performance Max kannst du drei Bereiche einstufen: Google-Kanäle, Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk.Screenshot: Google Ads-Hilfe

Bei Performance Max stufst du drei Bereiche ein: Google-Kanäle, Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk. Suche, YouTube, Maps, Gmail und Discover zählen dabei als ein Block. Willst du einzelne dieser Kanäle getrennt steuern, nimm laut Google Such- oder Demand-Gen-Kampagnen.

Was ich daraus für die Planung mitnehme: Einstellungen, die vor einem Jahr sinnvoll waren, sollte man zweimal im Jahr überprüfen. Die Zusammenfassung der jüngsten Änderungen steht in Google Performance Max: aktuelle Updates.

Damit am Ende eine Aussage steht

  1. 1

    Vergleichsbasis festhalten

    Vier Wochen vor dem Start: Conversions, Kosten je Conversion und Impressionsanteil des ganzen Kontos notieren.

  2. 2

    Tracking prüfen

    Wird jede Anfrage genau einmal gezählt? Landen Spam-Formulare in den Conversions?

  3. 3

    Nur eine Sache ändern

    Eine neue Kampagne, sonst nichts. Keine gleichzeitige Umstellung der Gebotsstrategie.

  4. 4

    Drei Wochen nichts anfassen

    Lernphase abwarten, auch wenn die erste Woche schlecht aussieht.

  5. 5

    Auf Kontoebene bewerten

    Nur was im gesamten Konto mehr wird, ist echter Zugewinn.

Der dritte Punkt fällt am schwersten und ist der wichtigste: in der Testphase nur eine Sache ändern.

Die häufigsten Fehler

  • Performance Max ohne sauberes Tracking starten. Dann optimiert die Automatik auf ein falsches Ziel, verlässlich und schnell.
  • Beide Typen gleichzeitig neu aufsetzen. Dann weiß hinterher niemand, was gewirkt hat.
  • Nach zehn Tagen bewerten. In der Lernphase sind die Zahlen bedeutungslos.
  • Markensuchen mitlaufen lassen und sich über den günstigen Preis je Conversion freuen.
  • Assets einmal hochladen und nie wieder ansehen. Motive nutzen sich ab, gerade auf YouTube.
  • Demand Gen mit dem Budget einer Suchkampagne fahren. Das ist der sicherste Weg zu einem enttäuschenden Test.
Budget je Kampagnentyp
Demand Genab etwa 100 Euro am Tag
Performance Max, Leadsab etwa 60 Euro am Tag
Performance Max, Handelab etwa 50 Euro am Tag
Klassische Suchkampagneab etwa 15 Euro am Tag

Google koppelt die Empfehlung an den Ziel-CPA. Grob das Drei- bis Fünffache bei Performance Max, das Zehn- bis Fünfzehnfache bei Demand Gen.

Was das für kleine Konten bedeutet

Der größte Teil dessen, was über diese beiden Typen geschrieben wird, stammt aus großen Konten. Für ein Budget von tausend Euro im Monat gelten andere Regeln, und die werden selten ausgesprochen.

Erstens: Mit kleinem Budget ist die Lernphase teuer. Wenn drei Wochen Testlauf ein Viertel des Monatsbudgets kosten, muss der Test sitzen. Deshalb rate ich kleinen Konten, nur einen Typ zu testen und ihn dafür lange genug laufen zu lassen.

Zweitens: Die Suchkampagne bleibt der Anker. Sie liefert planbare Anfragen, während die Automatik lernt. Wer sie zugunsten von Performance Max abschaltet, verliert genau die Grundlage, an der man den Erfolg messen könnte.

Drittens: Ein einzelnes gutes Video ist wichtiger als jede Einstellung. Bei kleinen Budgets entscheidet die Qualität des Motivs stärker über das Ergebnis als die Wahl des Kampagnentyps, weil man sich Streuverlust schlicht nicht leisten kann.

Und viertens, weil es oft die ehrlichste Antwort ist: Manchmal ist keiner der beiden Typen die richtige Wahl. Wenn die Suchkampagne noch nicht ausgereizt ist, holt man den nächsten Euro dort schneller als in jeder Automatik.

Häufige Fragen

Kann ich beide gleichzeitig nutzen?

Ja, und in mittleren bis großen Konten ist das der Normalfall. Wichtig ist, sie zeitlich versetzt zu starten und den Erfolg auf Kontoebene zu bewerten, nicht je Kampagne.

Ersetzt Performance Max meine Suchkampagnen?

Nein. Klassische Suchkampagnen bleiben der genaueste Zugriff auf Menschen mit konkreter Absicht. Ich lasse sie in fast allen Konten weiterlaufen, gerade für Markenbegriffe und die wichtigsten Leistungen.

Wie lange dauert die Lernphase?

Eine feste Zahl an Tagen nennt Google nicht. Laut Google Ads-Hilfe können bis zu etwa 50 Conversions oder drei Conversion-Zyklen nötig sein. Ein Conversion-Zyklus ist die Zeit zwischen Klick und Anfrage. Neu gelernt wird laut Google nach einer neuen oder wieder aktivierten Gebotsstrategie, nach einer geänderten Einstellung der Strategie und wenn Kampagnen, Anzeigengruppen oder Keywords hinzukommen oder wegfallen. Eine Budgetänderung nennt Google dort nicht als Auslöser. Mehr dazu im Beitrag zur Lernphase in Google Ads.

Was mache ich, wenn Performance Max nur Markensuchen abgreift?

Markenbegriffe auf Kontoebene ausschließen. Danach sinkt die Zahl der Conversions in der Kampagne, und genau das ist das ehrlichere Bild.

Brauche ich für Demand Gen ein professionelles Video?

Nein, aber ein echtes. Ein mit dem Handy aufgenommenes Kundenstatement wirkt in der Regel besser als ein Hochglanzfilm ohne Aussage. Wichtig sind Hochformat, Untertitel und eine klare Aussage in den ersten Sekunden.

Was ist mit dem Datenschutz bei diesen Kampagnentypen?

Beide setzen auf Nutzerdaten und Conversion-Signale. Wer eigene Listen hochlädt, braucht dafür eine Rechtsgrundlage, und das Tracking muss über die Einwilligung gesteuert sein. Ohne Consent Mode und sauberes Setup ist das kein Thema für nebenbei.

Kann ich Performance Max auf bestimmte Kanäle beschränken?

Seit Oktober 2026 teilweise. Laut Google Ads-Hilfe führt Google ab dem 15. Oktober 2026 schrittweise die Kanalpriorisierung ein. Damit setzt du das Displaynetzwerk und die Suchnetzwerk-Partner auf niedrige Priorität und kannst dort mit einer Budgetgrenze von 0 % die Ausgaben stoppen. Suche, YouTube, Maps, Gmail und Discover bleiben aber ein gemeinsamer Block, YouTube allein lässt sich nicht abschalten. Wer einzelne dieser Kanäle sicher ausschließen will, braucht weiterhin Demand Gen oder eine klassische Kampagne. Die Einrichtung steht im Beitrag zur Kanalpriorisierung in Google Ads.

Wie viele Assets brauche ich mindestens?

Für eine Asset-Gruppe rechne mit fünf guten Bildern in verschiedenen Formaten, drei Logos, mindestens einem Video und je fünf Überschriften und Beschreibungen. Weniger geht, führt aber dazu, dass Google selbst Material erzeugt.

Erst messen, dann automatisieren

Automatik ohne Trackingder teure Weg
  • Optimiert auf ein falsches Ziel, zuverlässig und schnell.
  • Jedes ausgefüllte Formular zählt gleich viel wie ein echter Kunde.
  • Der Fehler fällt erst nach Wochen auf.
Erst Tracking, dann Automatikder ruhige Weg
  • Nur qualifizierte Anfragen zählen als Conversion.
  • Vergleichsbasis aus vier Wochen vor dem Start.
  • Bewertet wird auf Kontoebene, nicht je Kampagne.

Die Automatik optimiert genau auf das, was gemessen wird. Deshalb entscheidet das Tracking über das Ergebnis, nicht die Einstellung.

Fazit

Die Frage ist selten, welcher Typ besser ist, sondern was gerade fehlt. Fehlt Nachfrage, ist Demand Gen die Antwort. Ist Nachfrage da und wird nur nicht vollständig abgeholt, ist es Performance Max.

Und in beiden Fällen gilt dieselbe Reihenfolge: erst sauberes Tracking, dann eine funktionierende Suchkampagne, dann Automatik. Wer diese Reihenfolge umdreht, bezahlt die Lernphase zweimal.

Wenn du dir unsicher bist, welcher Schritt bei dir dran ist, schau dir an, wie ich als Google-Ads-Freelancer arbeite. Und wenn du zuerst an den Klickpreisen drehen willst, steht der Rest in Klickpreise bei Google Ads.

Was mache ich, wenn beide Kampagnen gleichzeitig schlecht laufen?

Dann liegt die Ursache fast immer außerhalb der Kampagnen. Prüfe in dieser Reihenfolge: Zählt das Tracking richtig, passt die Zielseite zum Angebot, ist das Budget groß genug für die Lernphase. Erst wenn diese drei stimmen, lohnt sich das Nachsteuern an den Kampagnen selbst.

Jan Philipps

Über den Autor

Jan Philipps

Als SEA-Freelancer unterstütze ich dich gerne, mit über zehn Jahren Erfahrung in Google Ads und als offizieller Google Partner. Welcher Kampagnentyp passt, entscheide ich nach Ziel, Budget und Datenlage des Kontos, nicht nach Googles Empfehlung. Wenn du dabei Hilfe brauchst, melde dich gerne.

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