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Am 8. Oktober 2026 hat Google geändert, wie der Google Tag Manager mit dem Befehl gtag config umgeht. Für die meisten Websites ändert sich nichts. Bei manchen kann sich aber still das Tracking verschieben, und dann stimmen die Zahlen in Google Ads oder Google Analytics nicht mehr.
Was genau passiert? Jeder Tag-Manager-Container startet jetzt sofort beim Laden der Seite, egal ob dort zusätzlich ein gtag config steht. Außerdem tauchen diese Befehle jetzt als eigenes Ereignis mit dem Namen gtag punkt config in der dataLayer auf.
Betroffen sind vor allem zwei Fälle. Erstens Websites, die den Tag-Manager-Code mit einer Kennung kombinieren, die mit G, AW oder DC beginnt. Google nennt das ausdrücklich eine nicht unterstützte Einbindung, und die Inhaber betroffener Container haben laut Google eine E-Mail bekommen. Zweitens Container mit sogenannten Platzhalter-Triggern, die auf jedes Ereignis reagieren. Die können jetzt öfter auslösen, im schlimmsten Fall zählt ein Conversion-Tag doppelt. Und doppelte Conversions lenken die automatischen Gebote in Google Ads in die falsche Richtung.
Was dabei wichtig ist, ist Folgendes: Die Prüfung dauert nur wenige Minuten. Schau in den Quelltext deiner Seite, ob gtm punkt js und gtag gemeinsam auftauchen, und vergleiche die Kennungen. Prüfe im Tag Manager, ob Trigger mit Punkt Stern arbeiten. Und nutze den Google Tag Assistant, um zu sehen, ob deine Kennung richtig erkannt wird.
Für die Umstellung gibt es zwei saubere Wege. Wer nur Google Ads oder Analytics anbindet, nutzt den reinen Google-Tag direkt im Seitencode. Wer mehrere Dienste einsetzt, bleibt beim Tag Manager, verwendet dort nur die GTM-Kennung und richtet den Google-Tag im Container ein. In beiden Fällen muss die Einwilligung aus dem Cookie-Banner weiter greifen.
Mein Rat: Lieber jetzt kurz prüfen, als einen Monat lang mit verzerrten Zahlen zu arbeiten.
Inhaltsverzeichnis
Am 8. Oktober 2026 hat Google in den Versionshinweisen des Google Tag Manager eine Änderung veröffentlicht, die auf den ersten Blick sehr technisch klingt: Der Tag Manager behandelt den Befehl gtag('config') ab jetzt einheitlich. Für viele Websites ändert sich dadurch nichts. Bei manchen kann sich aber still und leise das Tracking verändern, und dann stimmen plötzlich die Zahlen in Google Ads oder Google Analytics nicht mehr. Hier erkläre ich dir, was genau passiert, wer betroffen ist und wie du in wenigen Minuten prüfst, ob deine Website sauber eingebunden ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 8. Oktober 2026 startet jeder Tag-Manager-Container beim Laden, egal ob auf der Seite ein gtag('config')-Befehl steht.
- Befehle wie gtag('config') tauchen jetzt als eigenes Ereignis „gtag.config“ in der dataLayer auf.
- Betroffen sind vor allem Websites, die den Tag-Manager-Code mit einer G-, AW- oder DC-Kennung kombinieren. Google nennt das eine nicht unterstützte Einbindung.
- Container mit Platzhalter-Triggern („.*“) können dadurch Tags häufiger auslösen als vorher.
- Prüfen geht schnell: mit dem Tag Assistant oder im Netzwerk-Tab von Chrome.
Was Google am 8. Oktober geändert hat
Laut den Versionshinweisen des Tag Manager vereinheitlicht Google, wie Tracking-Codes auf Websites starten. Ziel sind laut Google Einheitlichkeit, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit. Konkret heißt das: Jeder Container, der über den Tag-Manager-Code (die Datei gtm.js) geladen wird, startet sofort beim Laden. Ob auf der Seite zusätzlich ein gtag('config')-Befehl steht, spielt dafür keine Rolle mehr.

Die zweite Folge steht direkt darunter: Config-Befehle erscheinen jetzt als sichtbares Ereignis mit dem Namen gtag.config in der dataLayer, also in dem Datenspeicher, über den Website und Tag Manager miteinander sprechen. Wer im Container Trigger nutzt, die auf jedes beliebige Ereignis reagieren, sieht diese Tags laut Google deshalb unter Umständen öfter auslösen.
Ein kleiner Widerspruch gehört zur Wahrheit dazu: Die Versionshinweise beschreiben die Änderung als erledigt. Die dazugehörige Hilfeseite zur richtigen Einbindung spricht dagegen noch davon, dass das „bald“ kommt. Ein genauer Zeitplan für die Umstellung aller Container steht nirgends. Ich würde deshalb so handeln, als gelte es ab sofort.
Wer betroffen ist
Google unterscheidet zwei Wege, wie Google-Tracking sauber auf eine Website kommt:
- Google-Tag (gtag.js): Der Code direkt aus Google Ads oder Google Analytics mit einer Kennung wie G-…, AW-… oder DC-…. Hier sind gtag('config')-Befehle ausdrücklich vorgesehen.
- Google Tag Manager (gtm.js): Der Container-Code mit einer Kennung GTM-…. Alle Tags, auch das Google-Tag, werden dann in der Oberfläche des Tag Manager eingerichtet.
Problematisch ist die Mischform. Manche Websites laden den Tag-Manager-Code, setzen darin aber eine G-, AW- oder DC-Kennung ein oder schreiben einzelne gtag('config')-Zeilen dazu, ohne den eigentlichen Google-Tag zu laden. Laut Google ist das eine nicht unterstützte Einbindung, bei der sich das Verhalten der Tags unerwartet ändern kann.

Laut Google haben die Inhaber betroffener Container eine E-Mail bekommen. Es lohnt sich also, im Postfach nach einer Nachricht zum Tag Manager zu suchen. Solche Mischformen entstehen oft über Jahre: Jemand hat den Tag Manager eingebaut, später kam ein Plugin oder ein Theme mit eigenem Google-Code dazu, und niemand hat aufgeräumt.
Zweiter Fall: Platzhalter-Trigger
Auch sauber eingebundene Websites können etwas merken, nämlich dann, wenn im Container ein benutzerdefinierter Ereignis-Trigger mit dem Platzhalter „.*“ arbeitet. So ein Trigger reagiert auf jedes Ereignis in der dataLayer und damit jetzt auch auf gtag.config. Ein Tag, das vorher einmal pro Seite lief, kann dann zusätzlich auslösen. Bei Conversion-Tags ist das besonders ärgerlich, weil doppelt gezählte Conversions die automatischen Gebote in Google Ads in die falsche Richtung lenken.
Warum das wichtig ist
Falsche Conversion-Zahlen fallen oft erst Wochen später auf. In der Zwischenzeit optimiert Google Ads auf diese Zahlen. Eine kurze Prüfung jetzt ist deutlich günstiger als ein Monat mit verzerrten Daten.
Was passieren kann, wenn du nichts tust
Google nennt keine konkreten Folgen, sondern spricht von unerwarteten Änderungen am Verhalten der Tags. Aus meiner Sicht sind diese Fälle am wahrscheinlichsten:
- Einstellungen, die bisher über gtag('config') mitgegeben wurden, etwa Parameter für Google Analytics, werden vom Tag-Manager-Container nicht mehr abgewartet.
- Tags mit Platzhalter-Triggern lösen zusätzlich aus, zum Beispiel ein Conversion-Tag oder ein Pixel eines anderen Anbieters.
- Die Zahlen in Google Ads und Google Analytics weichen plötzlich von den Vormonaten ab, ohne dass sich auf der Website sichtbar etwas geändert hat.
Das ist eine Einschätzung, keine Liste von Google. Ob deine Website betroffen ist, zeigt dir nur ein Blick in den Code und in den Container.
So prüfst du deine Website
- 1
Quelltext ansehen
Öffne deine Website, rechte Maustaste, „Seitenquelltext anzeigen“ und suche nach gtm.js und gtag(. Steht beides da, schau genauer hin.
- 2
Kennungen vergleichen
Lädt gtm.js eine Kennung mit G-, AW- oder DC- statt GTM-? Dann ist es die nicht unterstützte Mischform.
- 3
Trigger im Container prüfen
Im Tag Manager unter Trigger nach benutzerdefinierten Ereignissen mit „.*“ suchen und notieren, welche Tags daran hängen.
- 4
Tag Assistant starten
Im Google Tag Assistant deine Domain verbinden und unter „Google tags found“ prüfen, ob die richtige Kennung grün oder blau angezeigt wird.
Für Fortgeschrittene beschreibt Google noch einen zweiten Weg über die Entwicklertools von Chrome. Im Netzwerk-Tab sollten nach dem Neuladen Anfragen an googletagmanager.com/gtag/js laufen statt an /gtm.js, wenn du den Google-Tag direkt nutzt. Für Google Ads kommen Anfragen an googleadservices.com dazu, für Google Analytics an analytics.google.com.

So stellst du die Einbindung richtig um
Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, ob du den Tag Manager wirklich brauchst:
- Google-Tag-Kennung in Google Ads oder Analytics kopieren.
- Tag-Manager-Code und lose gtag('config')-Zeilen entfernen.
- Den vollständigen gtag.js-Code direkt nach dem öffnenden head-Tag auf jeder Seite einfügen.
- Im Tag-Manager-Code nur die GTM-Kennung verwenden.
- Den Google-Tag als Tag im Container einrichten.
- Alle Einstellungen in der Oberfläche des Tag Manager pflegen, nicht im Seitencode.
Meine Empfehlung: Wer neben Google Ads und Analytics noch weitere Dienste einsetzt, etwa ein Meta Pixel oder Microsoft Clarity, bleibt beim Tag Manager und räumt den Seitencode auf. Wer wirklich nur ein Google-Konto anbindet, kommt mit dem reinen Google-Tag aus. Wichtig in beiden Fällen: Die Einwilligung über das Cookie-Banner muss weiter greifen. Wie das mit dem Consent Mode zusammenspielt, erkläre ich im Beitrag Consent Mode v2 einfach erklärt.
Platzhalter-Trigger anpassen
Für Trigger mit „.*“ gibt es zwei saubere Lösungen. Entweder du schließt das Ereignis gtag.config im Trigger aus, zum Beispiel mit einer zusätzlichen Bedingung „Event ist nicht gleich gtag.config“. Oder du ersetzt den Platzhalter durch die Ereignisse, die du wirklich brauchst. Die zweite Variante ist aus meiner Sicht die bessere, weil der Container damit insgesamt übersichtlicher wird.
Mein Tipp
Nach jeder Änderung im Container die Vorschau des Tag Manager nutzen und einmal eine Test-Conversion auslösen. Danach eine Woche lang die Conversion-Zahlen mit den Vorwochen vergleichen.
Wenn du dir unsicher bist, was in deinem Container passiert, lohnt sich ein kurzer Blick von außen. Sauberes Conversion-Tracking ist die Grundlage für jede Kampagne, und genau das prüfe ich bei jeder Google-Ads-Betreuung zuerst.
Häufige Fragen zur Tag-Manager-Änderung
Muss ich jetzt sofort etwas tun?
Nur, wenn deine Website den Tag-Manager-Code mit einer G-, AW- oder DC-Kennung mischt oder dein Container Platzhalter-Trigger nutzt. Ist der Tag Manager mit GTM-Kennung sauber eingebunden und der Google-Tag im Container eingerichtet, musst du laut Google nichts umbauen.
Woher weiß ich, ob Google mich angeschrieben hat?
Laut Google haben die Inhaber betroffener Container eine E-Mail bekommen. Suche im Postfach des Google-Kontos, mit dem der Tag Manager verwaltet wird, nach Nachrichten zum Tag Manager oder zum Google-Tag.
Betrifft das auch WordPress-Plugins?
Es kommt darauf an, welchen Code das Plugin ausgibt. Manche Plugins binden den Google-Tag ein, andere den Tag Manager, manche beides. Entscheidend ist, was am Ende im Quelltext steht. Deshalb immer den Quelltext oder den Tag Assistant prüfen, nicht nur die Plugin-Einstellungen.
Hat die Änderung etwas mit dem Consent Mode zu tun?
Nicht direkt. Google beschreibt nur, wie Container starten und wie Config-Befehle in der dataLayer erscheinen. Nach einer Umstellung der Einbindung solltest du aber prüfen, ob die Einwilligung aus dem Cookie-Banner weiter richtig ankommt.
Fazit
Die Änderung vom 8. Oktober 2026 trifft vor allem Websites, auf denen über die Jahre Tag-Manager-Code und Google-Tag durcheinandergeraten sind. Wer sauber eingebunden ist, merkt nichts. Wer die Mischform nutzt oder mit Platzhalter-Triggern arbeitet, sollte jetzt prüfen, bevor verzerrte Conversion-Zahlen die Kampagnen steuern. Mit dem Tag Assistant ist das in wenigen Minuten erledigt.
Quellen
- Google Tag Manager: Versionshinweise: Eintrag „Standardizing gtag('config') command behavior for Google Tag Manager“ vom 08.10.2026
- Google Tag Manager-Hilfe: Set up your Google tag installation correctly for gtag.js: unterstützte und nicht unterstützte Einbindungen, Umstellung, Prüfung