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Jan Philipps, Freelancer für SEO, SEA, Google Ads & Webdesign

SEO

Google DMA: Was die umgebaute Suche in der EU für lokale Unternehmen ändert

Neue Bereiche für Portale und Anbieter: was sich bei lokalen Suchen ändert.

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Kurz gesagt: Google hat seine Suche in der EU umgebaut, und seit dem 18. September 2026 betrifft das auch Suchen nach lokalen Unternehmen.

Der Hintergrund ist der Digital Markets Act, ein EU-Gesetz gegen die Bevorzugung eigener Dienste. Die EU-Kommission hat Google am 23. Juli 2026 dafür 460 Millionen Euro Strafe auferlegt und 60 Tage Zeit für Änderungen gegeben.

Google zeigt seitdem im Europäischen Wirtschaftsraum, also auch in Deutschland, zwei neue Bereiche. Im Aggregator-Bereich erscheinen Portale, Vergleichsdienste und Verzeichnisse. Das Portal, das Google am höchsten einstuft, wird groß gezeigt, ein Klick führt auf dessen Website. Daneben gibt es den Anbieterbereich für Direktanbieter, also den einzelnen Laden, das Hotel oder den Handwerksbetrieb. Er erscheint nur, wenn auch der Aggregator-Bereich erscheint.

Was dabei wichtig ist, ist Folgendes: Als Betrieb musst du dich nirgends anmelden. Laut Google reicht es, wenn Google deine Website lesen kann. Offen bleibt, wie oft die Bereiche bei lokalen Suchen erscheinen und welche Rolle das Unternehmensprofil spielt. Dazu sagt Google nichts. Google selbst sieht den Umbau übrigens kritisch und spricht laut einem Reuters-Bericht von einer schlechteren Nutzererfahrung für Europäer.

Ich würde jetzt vier Dinge tun. Erstens die Website gut lesbar halten, mit Leistungen, Ort, Kontaktdaten und Öffnungszeiten als Text. Zweitens die Einträge auf Branchenportalen prüfen, damit Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich sind. Drittens die Bewertungen und Angaben auf diesen Portalen im Blick behalten, denn dort erscheinen Einträge mit Fotos und Sternen. Und viertens in der Search Console Klicks und Impressionen vor und nach dem 18. September vergleichen.

Sinken deine Klicks, kann der Umbau eine Ursache sein. Prüfe aber zuerst die üblichen Gründe wie Saison oder technische Fehler. Aus meiner Sicht ändert der Umbau nichts an den Grundlagen der lokalen Suchmaschinenoptimierung, er macht gepflegte Einträge und eine gute Website aber noch wichtiger.

Inhaltsverzeichnis

Wer in Deutschland nach einem Hotel, einem Produkt oder einem Betrieb in der Nähe sucht, sieht bei Google inzwischen teilweise andere Ergebnisse als noch im Sommer. Der Grund ist der Digital Markets Act, kurz DMA: ein EU-Gesetz, das großen Plattformen verbietet, eigene Dienste zu bevorzugen. Google hat die Suche im Europäischen Wirtschaftsraum deshalb umgebaut, und seit dem 18. September 2026 gilt das laut Google-Dokumentation auch für Suchen nach lokalen Unternehmen. Ich erkläre, was genau sich ändert, was Google dazu offiziell schreibt und was ich lokalen Betrieben jetzt rate.

Tablet mit dem Wort Lokale Suche auf einer Holz-Werkbank, daneben Glaskarten mit Kartennadel

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU-Kommission hat Google am 23. Juli 2026 wegen der Bevorzugung eigener Dienste in der Suche 460 Mio. Euro Strafe auferlegt und 60 Tage Zeit für Änderungen gegeben.
  • Google zeigt im EWR seither einen Aggregator-Bereich für Portale und Vergleichsdienste und daneben einen Anbieterbereich für Direktanbieter.
  • Seit dem 18. September 2026 unterstützen beide Bereiche laut Google auch Suchen nach lokalen Unternehmen.
  • Direktanbieter müssen laut Google keine zusätzlichen Daten liefern, solange ihre Website gecrawlt werden kann.
  • Wie oft die Bereiche bei lokalen Suchen erscheinen, sagt Google nicht.

Was ist passiert? Der DMA-Beschluss gegen Google

Am 23. Juli 2026 hat die EU-Kommission zwei Beschlüsse gegen Google nach dem DMA veröffentlicht. Einer betrifft die Suche: Laut Kommission hat Google eigene Dienste wie Shopping, Hotels, Verkehr und Sportergebnisse sichtbarer platziert als vergleichbare Angebote anderer Anbieter. Dafür gab es 460 Mio. Euro Strafe, zusammen mit einem zweiten Beschluss zu Google Play insgesamt 890 Mio. Euro. Google musste die Suche innerhalb von 60 Tagen anpassen, sonst drohen laut Kommission zusätzliche Zwangsgelder. Google kann gegen die Beschlüsse vorgehen.

Die Antwort von Google kam am 8. September 2026: Die Search-Central-Dokumentation beschreibt seitdem „regionale Unterschiede“ in der Suche, also Funktionen, die es nur im EWR, in Südafrika oder in der Türkei gibt. Der EWR, der Europäische Wirtschaftsraum, umfasst die EU-Länder sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Deutschland gehört also dazu.

Aggregator-Bereich und Anbieterbereich einfach erklärt

Kern des Umbaus sind zwei neue Bereiche auf der Ergebnisseite. Der Aggregator-Bereich ist laut Google für „branchenspezifische Suchdienste“ gedacht, also für Portale, die viele Anbieter bündeln: Onlinereisebüros, Preisvergleichsportale, Metasuchmaschinen und Verzeichnisse. Ein Beispiel für ein Verzeichnis wäre ein Handwerkerportal oder ein Branchenbuch.

Google-Dokumentation zum Aggregator-Bereich mit Beispielgrafik einer Hotelsuche
Google beschreibt den Aggregator-Bereich als Funktion für Portale, Vergleichsdienste und Verzeichnisse, ausdrücklich auch für lokale Unternehmen.Screenshot: Google Search Central

So funktioniert der Bereich laut Google: Mehrere zugelassene Portale können ihn mit Ergebnissen füllen. Das Portal, das Google am höchsten einstuft, wird standardmäßig groß angezeigt, Nutzer können zu einem anderen Portal wechseln. Ein Klick führt direkt auf die Website des Portals, nicht zum Unternehmen. Es wird immer nur ein Aggregator-Bereich gezeigt.

Daneben steht der Anbieterbereich. Er ist für Direktanbieter gedacht, also das einzelne Hotel, das Ladengeschäft oder, wie Google selbst schreibt, Firmen, die Dienstleistungen wie Sanitärinstallationen erbringen. Wichtig ist ein Satz aus der Doku: Der Anbieterbereich wird nur angezeigt, wenn auch der Aggregator-Bereich angezeigt wird.

Aggregator-Bereichfür Portale
  • Portale, Vergleichsdienste, Verzeichnisse
  • nur zugelassene Anbieter mit Datenfeed
  • Klick führt zum Portal
  • ein Portal groß, andere wählbar
Anbieterbereichfür Direktanbieter
  • einzelne Betriebe, Läden, Dienstleister
  • keine zusätzlichen Daten nötig
  • erscheint nur zusammen mit dem Aggregator-Bereich
  • Daten kommen aus dem Crawling der Website

Neu seit dem 18. September: auch bei lokalen Suchen

Zum Start im September deckten die Bereiche Hotels, Flüge, Fernzüge und Fernbusse sowie Produkte ab. Am 18. September 2026 hat Google im Änderungsprotokoll der Search-Central-Doku ergänzt, dass der Aggregator- und der Anbieterbereich jetzt auch Suchanfragen zu lokalen Unternehmen unterstützen.

Änderungsprotokoll der Google Search Central mit dem Eintrag vom 18. September 2026
Der Eintrag vom 18. September 2026: Seitdem gibt es die neuen Bereiche auch für Suchen nach lokalen Unternehmen.Screenshot: Google Search Central

Was „lokal“ genau heißt, beschreibt Googles Seite für lokale Suchdienste: Gemeint sind Betriebe aus Gastronomie, Dienstleistungen wie Kosmetikstudios und Freizeitangebote wie Sehenswürdigkeiten. Portale liefern dafür einen Datenfeed mit Name, Adresse, Telefonnummer, Kategorie und Fotos. Laut Google werden diese Daten nur für den Bereich des jeweiligen Portals genutzt, nicht für Googles eigene Dienste.

Was das für lokale Unternehmen bedeutet

Die gute Nachricht zuerst: Als Betrieb musst du dich nirgends anmelden. In der Doku zum Anbieterbereich nennt Google nur zwei Bedingungen: Deine Website bedient Kunden im EWR, und du bist ein Direktanbieter, der bei solchen Suchen erscheinen könnte. Zusätzliche Daten sind laut Google nicht nötig, sofern sie über das Crawling zugänglich sind, also wenn Google deine Website lesen kann.

Google-Dokumentation zum Anbieterbereich mit Beispielgrafik und den Voraussetzungen zur Teilnahme
Der Anbieterbereich erscheint nur zusammen mit dem Aggregator-Bereich. Darunter stehen die Voraussetzungen.Screenshot: Google Search Central

Offen ist dagegen vieles, was Betriebe interessiert. Google sagt nicht, wie oft die Bereiche bei lokalen Suchen erscheinen, welche Portale zugelassen sind und ob das Unternehmensprofil bei Google eine Rolle spielt. Das hat auch Search Engine Journal festgestellt. Google selbst sieht den Umbau kritisch: Laut einem bei Search Engine Journal zitierten Reuters-Bericht sagte Google-Manager Nick Fox, die Änderungen verschlechterten die Nutzererfahrung für Europäer. Die EU-Kommission hat sich zum Stand der Umsetzung bisher nicht abschließend geäußert.

Achtung bei Rückgängen

Wenn deine Klicks aus der Google-Suche seit Mitte September sinken, kann der Umbau eine Ursache sein. Prüfe aber zuerst die üblichen Gründe wie Saison, technische Fehler oder Updates, bevor du alles auf den DMA schiebst.

Was ich jetzt tun würde

Aus meiner Sicht ändert der Umbau nichts an den Grundlagen der lokalen Suchmaschinenoptimierung, er macht sie aber wichtiger. Weil Portale jetzt einen eigenen Platz bekommen, zählt nicht nur die eigene Website, sondern auch, wie du auf diesen Portalen dastehst. Ich würde so vorgehen:

  1. 1

    Website crawlbar halten

    Der Anbieterbereich lebt laut Google von den Daten, die Google auf deiner Website findet. Leistungen, Ort, Kontaktdaten und Öffnungszeiten gehören gut lesbar auf die Seite, nicht nur in ein Bild.

  2. 2

    Einträge auf Portalen pflegen

    Prüfe, auf welchen Branchenportalen und Verzeichnissen du stehst und ob Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich sind. Veraltete Einträge würde ich korrigieren.

  3. 3

    Bewertungen im Blick behalten

    In Googles Beispiel zeigt der Aggregator-Bereich Einträge mit Fotos, Preisen und Sternebewertungen. Gute Bewertungen und vollständige Angaben auf den Portalen helfen also, dort gut dazustehen.

  4. 4

    Search Console beobachten

    Vergleiche in der Search Console Klicks und Impressionen vor und nach dem 18. September. So siehst du, ob sich bei deinen lokalen Suchbegriffen etwas verschoben hat.

Search-Console-Hilfe zum Leistungsbericht mit dem Hinweis auf Filtern und Vergleichen
Im Leistungsbericht der Search Console kannst du Zeiträume filtern und vergleichen, etwa vor und nach dem 18. September.Screenshot: Search Console-Hilfe

Mehr Grundlagen dazu findest du in meinen Local-SEO-Tipps und im Beitrag zu den Neuerungen in der Search Console. Wenn du unsicher bist, ob dein Betrieb betroffen ist, schaue ich mir das als SEO-Freelancer gern mit dir an.

Häufige Fragen zum Google-Umbau durch den DMA

Gilt der Umbau auch in Deutschland?

Ja. Die Bereiche gibt es laut Google für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, und Deutschland gehört dazu. Nutzer außerhalb, etwa in der Schweiz, sehen sie nicht.

Muss ich mich für den Anbieterbereich anmelden?

Nein. Laut Google-Dokumentation sind für Direktanbieter keine zusätzlichen Daten nötig, solange Google die Website crawlen kann. Ein Anmeldeformular gibt es nur für Portale, die in den Aggregator-Bereich wollen.

Verschwindet das Unternehmensprofil bei Google?

Davon steht in Googles Dokumentation nichts. Sie sagt aber auch nicht, welche Rolle das Profil in den neuen Bereichen spielt. Ich würde das Unternehmensprofil deshalb weiter genauso sorgfältig pflegen wie bisher.

Werden Portale jetzt wichtiger als die eigene Website?

Portale bekommen einen eigenen, sichtbaren Platz, wenn der Aggregator-Bereich erscheint. Die eigene Website bleibt aber die Grundlage für den Anbieterbereich und für alle anderen Ergebnisse. Aus meiner Sicht braucht es beides: eine gute Website und gepflegte Einträge.

Fazit

Der DMA hat die Google-Suche in Europa sichtbar verändert, und seit dem 18. September betrifft das auch lokale Suchen. Portale bekommen einen eigenen Bereich, Betriebe erscheinen daneben im Anbieterbereich, ohne sich anmelden zu müssen. Wie stark sich das auf einzelne Branchen auswirkt, ist noch offen. Wer seine Website lesbar hält, seine Einträge pflegt und die Zahlen in der Search Console beobachtet, ist aus meiner Sicht gut vorbereitet.

Quellen

Jan Philipps

Über den Autor

Jan Philipps

Ich mache seit über zehn Jahren SEO und beobachte jedes Google-Update an meiner eigenen Website und an den Projekten meiner Kunden. So sehe ich früh, was sich wirklich ändert. Wenn du dabei Hilfe brauchst, melde dich gerne.

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