Zusammenfassung lesen
In dem Blogbeitrag erfährst du, wie ChatGPT im Web sucht und welche Quellen es dabei bevorzugt. Grundlage ist eine Studie von Ahrefs, einem Anbieter von SEO-Software, vom 12. Oktober 2026.
Zuerst zum Begriff Query Fan-out. Damit ist gemeint, dass die KI eine Frage in mehrere eigene Suchanfragen zerlegt und aus den Treffern eine Antwort baut. Auch Google beschreibt dieses Verfahren offiziell für seine Übersichten mit KI und den KI-Modus.
Ahrefs hat 66,6 Millionen Antworten aus der kostenlosen ChatGPT-Version ohne Anmeldung ausgewertet, aus August und September 2026. Das Ergebnis: Nur 14,4 Prozent der Antworten lösten überhaupt eine Websuche aus. Wenn ChatGPT suchte, waren es im Schnitt etwa 1,6 Suchanfragen. Ein Teil davon suchte gezielt direkt auf den Websites von Marken.
Was dabei wichtig ist, ist Folgendes: ChatGPT sucht zunehmend nach offiziellen Angaben und Preisen. Bei Faktenfragen nannte es in 84,4 Prozent der Fälle mindestens eine offizielle Quelle. Reddit, Wikipedia und YouTube wurden in den USA dagegen deutlich seltener genannt, und Seiten, die nur fremdes Wissen zusammenfassen, verloren an Gewicht.
Die Studie hat Grenzen. Sie betrifft ein einziges Modell, englische Suchanfragen und Quellen-Daten aus den USA. Bezahlte Versionen suchen häufiger. Die genauen Zahlen würde ich deshalb nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen, die Richtung aber ernst nehmen.
Meine Empfehlung: Mach deine eigene Website zur besten Quelle über dein Angebot. Leistungen, Preise oder Preisspannen, Einsatzgebiet und Öffnungszeiten gehören als lesbarer Text auf die Seite. Eigene Erfahrungen und klare Antworten auf echte Kundenfragen machen eine Seite zur Quelle. Und die klassische Suchmaschinenoptimierung bleibt die Grundlage, denn eine Seite, die nicht indexiert ist, kann auch nicht als Quelle erscheinen. Weil nur ein Teil der Antworten überhaupt sucht, bleibt die normale Google-Suche für die meisten Betriebe der wichtigere Kanal.
Inhaltsverzeichnis
Wenn ChatGPT eine Frage mit aktuellen Informationen beantwortet, sucht es im Hintergrund selbst im Web. Wie genau das abläuft, war lange unklar. Am 12. Oktober 2026 hat Ahrefs, ein bekannter Anbieter von SEO-Software, dazu eine große Auswertung veröffentlicht: 66,6 Millionen ChatGPT-Antworten und die 15 Millionen Suchanfragen, die ChatGPT dafür selbst gestellt hat. Ich fasse zusammen, was dabei herauskam, wo die Grenzen der Studie liegen und was das für die Website eines Unternehmens bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze
- Query Fan-out heißt: Die KI zerlegt eine Frage in mehrere eigene Suchanfragen und baut aus den Treffern eine Antwort.
- Laut Ahrefs löste nur 14,4 Prozent der untersuchten ChatGPT-Antworten überhaupt eine Websuche aus.
- Wenn ChatGPT suchte, waren es im Schnitt etwa 1,6 eigene Suchanfragen.
- ChatGPT nennt laut Studie zunehmend offizielle Quellen und seltener Seiten, die nur fremde Inhalte zusammenfassen.
- Die Zahlen gelten für ein Modell in der kostenlosen Version ohne Anmeldung, im August und September 2026.
Was ist Query Fan-out?
Der Begriff kommt aus der KI-Suche. Statt eine Frage eins zu eins in eine Suchmaschine zu geben, stellt die KI mehrere eigene, ähnliche Suchanfragen zu Teilaspekten. Ein Beispiel: Fragt jemand „Welche Wärmepumpe passt für ein altes Einfamilienhaus?“, könnte die KI getrennt nach Kosten, Förderung und Erfahrungen mit Altbauten suchen. Aus den Treffern schreibt sie dann die Antwort und verlinkt einige Quellen.
Google beschreibt das gleiche Prinzip offiziell für die eigenen KI-Funktionen. In der Search-Central-Dokumentation heißt es, dass Übersichten mit KI und der KI-Modus das Abfrage-Fan-out-Verfahren verwenden können, bei dem mehrere ähnliche Suchanfragen zu Unterthemen und Datenquellen gestellt werden.

Die Ahrefs-Studie: 15 Millionen Suchanfragen ausgewertet
Für die Studie hat Ahrefs 66,6 Millionen Antworten von ChatGPT aus August und September 2026 untersucht, und zwar aus der kostenlosen Version ohne Anmeldung mit dem Modell GPT-5.6 Luna. Dazu kamen die 15 Millionen Suchanfragen, die ChatGPT dabei selbst gestellt hat. Für die Frage, welche Quellen ChatGPT nennt, nutzte Ahrefs zusätzlich Daten aus den USA von März bis September 2026.
Das erste Ergebnis überrascht viele: Nur 14,4 Prozent der Antworten lösten überhaupt eine Websuche aus. Den Rest beantwortete ChatGPT aus seinem trainierten Wissen. Wenn ChatGPT suchte, stellte es im Schnitt etwa 1,6 Suchanfragen. 6,8 Prozent dieser Suchanfragen nutzten den Befehl „site:“, mit dem man gezielt innerhalb einer bestimmten Website sucht. Bei den am häufigsten gezielt durchsuchten Websites handelte es sich laut Ahrefs zu rund drei Vierteln um Websites von Marken selbst.
Einfach erklärt
Der Befehl „site:“ bedeutet: Suche nur auf dieser einen Website. Sucht ChatGPT etwa „site:beispiel.de Preise“, schaut es direkt beim Anbieter nach, statt auf einem Vergleichsportal.
Welche Quellen ChatGPT bevorzugt
Laut Ahrefs werden die Suchanfragen von ChatGPT zunehmend auf offizielle Angaben ausgerichtet. Der Anteil englischer Suchanfragen mit dem Wort „official“ stieg von 10,1 auf 13,1 Prozent, der mit „price“ von 6,0 auf 8,9 Prozent. Bei Faktenfragen nannte ChatGPT in 84,4 Prozent der Fälle mindestens eine offizielle Quelle, bei Vergleichsfragen in 68,3 Prozent.
Gleichzeitig verloren laut Studie einige große Plattformen an Gewicht. Von März bis September 2026 fielen die Nennungen von Reddit um 88 Prozent, von Wikipedia um 80 Prozent und von YouTube um 27 Prozent. Im Gesundheitsbereich stiegen Primärquellen wie Behörden und Fachdatenbanken, während Ratgeber-Seiten, die Wissen anderer zusammenfassen, fielen. Ahrefs schreibt dazu sinngemäß, dass ChatGPT sich von Seiten, die Informationen zusammenfassen, hin zu den Quellen bewegt, die sie erzeugen.

Wo die Grenzen der Studie liegen
So spannend die Zahlen sind, man sollte sie richtig einordnen. Ahrefs nennt selbst mehrere Einschränkungen:
- Untersucht wurde ein einziges Modell in der kostenlosen Version ohne Anmeldung. Bezahlte Versionen und Modelle, die länger nachdenken, suchen laut Ahrefs häufiger.
- Die Auswertung der Suchbegriffe bezieht sich auf englische Suchanfragen, die Quellen-Daten auf die USA. Für deutsche Anfragen gibt es keine eigene Auswertung.
- OpenAI ändert die Suche in ChatGPT laufend. Die Ergebnisse sind eine Momentaufnahme aus August und September 2026.
Für Deutschland würde ich die Richtung ernst nehmen, die genauen Prozentwerte aber nicht eins zu eins übertragen.
Was das für deine Website bedeutet
Aus meiner Sicht passt die Studie zu dem, was ich seit Monaten zur Sichtbarkeit in KI-Antworten empfehle: Die eigene Website sollte die beste Quelle über das eigene Angebot sein. Wenn ChatGPT nach offiziellen Angaben und Preisen sucht, muss es diese Angaben bei dir finden können. Ich würde so vorgehen:
- 1
Fakten auf die eigene Seite
Leistungen, Preise oder Preisspannen, Einsatzgebiet, Öffnungszeiten und Ansprechpartner gehören als lesbarer Text auf die Website, nicht nur in ein PDF oder Bild.
- 2
Eigenes Wissen statt Zusammenfassung
Texte, die nur wiedergeben, was anderswo steht, verlieren laut Studie an Gewicht. Eigene Erfahrungen, eigene Zahlen und klare Antworten auf echte Kundenfragen machen eine Seite zur Quelle.
- 3
Klassische SEO bleibt die Grundlage
Laut Google gelten für KI-Funktionen dieselben SEO-Grundlagen wie für die normale Suche. Eine Seite, die nicht indexiert ist, kann auch nicht als Quelle erscheinen.
- 4
Nicht alles auf KI setzen
Wenn nur ein Teil der Antworten überhaupt eine Websuche auslöst, bleibt die normale Google-Suche für die meisten Betriebe der wichtigere Kanal.

Konkrete Maßnahmen für ChatGPT habe ich im Beitrag Als Quelle in ChatGPT erscheinen gesammelt. Den Unterschied zwischen SEO und GEO, also der Optimierung für KI-Antworten, erkläre ich in SEO, GEO und AEO. Wenn du wissen möchtest, wie deine Website in KI-Antworten dasteht, unterstütze ich dich gern als SEO-Freelancer.
Häufige Fragen zu Query Fan-out und der ChatGPT-Suche
Sucht ChatGPT bei jeder Frage im Internet?
Nein. In der Ahrefs-Studie löste nur 14,4 Prozent der Antworten eine Websuche aus. Das gilt für die kostenlose Version ohne Anmeldung; bezahlte Versionen suchen laut Ahrefs häufiger.
Nutzt auch Google Query Fan-out?
Ja. Google schreibt in der eigenen Dokumentation, dass Übersichten mit KI und der KI-Modus mehrere ähnliche Suchanfragen zu Unterthemen stellen können, um eine Antwort zu erstellen.
Kann ich sehen, welche Suchanfragen ChatGPT zu meiner Branche stellt?
Nicht direkt. Mir ist kein Bericht von OpenAI bekannt, der Website-Betreibern diese Suchanfragen zeigt. Studien wie die von Ahrefs werten große Mengen an Antworten mit eigenen Werkzeugen aus.
Lohnt sich Reddit oder Wikipedia noch für die Sichtbarkeit in KI?
Laut Studie wurden beide in den USA von März bis September 2026 deutlich seltener genannt. Ob das so bleibt, ist offen. Ich würde zuerst die eigene Website als Quelle stärken und andere Plattformen als Ergänzung sehen.
Fazit
Die Ahrefs-Studie zeigt, dass ChatGPT seltener im Web sucht, als viele denken, und dass es beim Suchen zunehmend offizielle Angaben und Originalquellen bevorzugt. Für Unternehmen heißt das: Die eigene Website sollte die verlässlichste Quelle zum eigenen Angebot sein, mit klaren Fakten und eigenem Wissen. Die genauen Zahlen sind eine Momentaufnahme, die Richtung halte ich aber für stimmig.