Inhaltsverzeichnis
- Was der Quality Score ist, und was er nicht ist
- Wie der Quality Score deinen Klickpreis verändert
- So liest du den Quality Score im Konto richtig aus
- Hebel 1: Eng gefasste Anzeigengruppen
- Hebel 2: Das Suchwort im Anzeigentext
- Hebel 3: Die Zielseite muss das Versprechen einlösen
- Hebel 4: Negative Keywords konsequent pflegen
- Hebel 5: Anzeigenerweiterungen vollständig nutzen
- Ein realistischer Zeitplan
- Keyword-Optionen: der stille Einfluss auf die Note
- Was der Score über den Rest des Kontos verrät
- Ein Beispiel aus der Praxis
- Quality Score und automatische Gebotsstrategien
- Die halbe Stunde, mit der du heute anfangen kannst
- Vier Missverständnisse, die teuer werden
- Wenn ein Keyword hartnäckig bei 3 steht
- Häufig gestellte Fragen zum Quality Score
- Fazit
- Quellen und weiterführende Links
Der Quality Score ist die Note, die Google jedem deiner Keywords gibt. Sie entscheidet mit, wie viel du pro Klick bezahlst und ob deine Anzeige überhaupt ausgeliefert wird. Dieser Beitrag zeigt, woraus die Note entsteht, wie du sie im Konto richtig ausliest und welche fünf Hebel sie in der Praxis am schnellsten heben.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Quality Score ist eine Note von 1 bis 10 je Keyword, keine Kontonote und keine Kampagnennote.
- Er besteht aus drei Teilnoten: erwartete Klickrate, Anzeigenrelevanz und Nutzererfahrung mit der Landingpage.
- Bei gleichem Gebot zahlt ein Keyword mit Score 8 spürbar weniger pro Klick als eines mit Score 4.
- Der schnellste Hebel sind eng gefasste Anzeigengruppen, der stärkste ist die Zielseite.
- Erste Bewegung siehst du nach 7 bis 14 Tagen, belastbare Sprünge nach 3 bis 4 Wochen.
Wenn ich ein Google-Ads-Konto zum ersten Mal ansehe, schaue ich nach dem Budget, nach den Suchbegriffen und dann sofort auf den Quality Score. In den meisten Konten liegt dort das größte ungenutzte Potenzial: Keywords mit einer 4 oder 5, die seit Monaten laufen, weil niemand die Spalte eingeblendet hat.
Das ist teuer, und zwar doppelt. Du zahlst mehr pro Klick, und du bekommst weniger Klicks für dasselbe Geld. Beides lässt sich in wenigen Wochen ändern, ohne einen Cent mehr Budget.
Was der Quality Score ist, und was er nicht ist
Der Quality Score ist Googles Einschätzung, wie gut dein Keyword, deine Anzeige und deine Zielseite zu dem passen, was ein Mensch gerade sucht. Er wird je Keyword vergeben, auf einer Skala von 1 bis 10, und er ist eine Diagnose, keine Kennzahl fürs Reporting.
Wichtig ist der Unterschied zwischen dem Wert, den du im Konto siehst, und dem Wert, mit dem Google tatsächlich rechnet. Angezeigt bekommst du eine gerundete Momentaufnahme. In der Auktion selbst wird die Qualität jedes Mal neu bewertet, abhängig von Suchanfrage, Gerät, Uhrzeit und Standort. Die Zahl im Konto ist also ein Richtungsanzeiger, kein exakter Messwert.

Die drei Teilnoten
Hinter der Gesamtnote stehen drei Bewertungen, die Google jeweils mit „über dem Durchschnitt", „durchschnittlich" oder „unter dem Durchschnitt" ausweist. Genau diese drei Spalten sind der eigentliche Arbeitsauftrag.
Erwartete Klickrate
Wie wahrscheinlich es ist, dass jemand auf deine Anzeige klickt, wenn sie zu dieser Suche erscheint. Historische Daten deines Keywords, bereinigt um Position und Anzeigenformat.
Anzeigenrelevanz
Wie genau der Anzeigentext das Suchanliegen trifft. Hier geht es um Sprache und Thema, nicht um Schönheit.
Nutzererfahrung mit der Landingpage
Ob die Zielseite hält, was die Anzeige verspricht: passender Inhalt, klare Navigation, schnelle Ladezeit, brauchbar auf dem Handy.
Alle drei müssen mindestens „durchschnittlich" sein. Eine einzelne Teilnote unter dem Durchschnitt zieht die Gesamtnote spürbar nach unten, und sie sagt dir gleichzeitig, wo du ansetzen musst.
Wie der Quality Score deinen Klickpreis verändert
Google entscheidet nicht danach, wer am meisten bietet, sondern nach dem Anzeigenrang. Vereinfacht: Gebot mal Qualität, plus Effekte aus Anzeigenerweiterungen und Kontext. Wer bei der Qualität vorn liegt, kann mit einem niedrigeren Gebot dieselbe Position halten.
- Braucht ein hohes Gebot, um überhaupt oben zu erscheinen.
- Wird bei knappem Budget häufiger gar nicht ausgeliefert.
- Erweiterungen werden seltener eingeblendet, die Anzeige bleibt klein.
- Jede Optimierung am Gebot verpufft, weil die Ursache woanders liegt.
- Erreicht dieselbe Position mit deutlich niedrigerem Gebot.
- Läuft stabiler, weil die Auktion es häufiger für passend hält.
- Bekommt mehr Fläche in der Trefferliste, dadurch steigt die Klickrate weiter.
- Spart Budget, das in zusätzliche Klicks statt in denselben Klick fließt.
Ein Rechenbeispiel aus einem Konto, das ich betreut habe: 3,80 Euro Klickpreis bei Score 5. Nach dem Umbau der Anzeigengruppen und einer passenden Zielseite lag derselbe Suchbegriff bei Score 8 und 2,40 Euro. Gleiches Gebot, gleiche Position, 37 Prozent weniger Kosten pro Klick.
Solche Zahlen sind kein Naturgesetz, und ich halte nichts von der pauschalen Behauptung, ein besserer Score halbiere immer den Preis. Aber die Richtung stimmt in jedem Konto, das ich bisher gesehen habe.
Praxis-Tipp
Rechne den Effekt vor dem Umbau einmal grob durch: aktueller Klickpreis mal Klicks pro Monat, dann dieselbe Rechnung mit 25 Prozent weniger. Diese Zahl ist dein Budget für die Arbeit an der Zielseite.

So liest du den Quality Score im Konto richtig aus
Standardmäßig ist die Spalte ausgeblendet. Das ist der Grund, warum so viele Konten monatelang mit schlechten Noten laufen, ohne dass es jemandem auffällt.
- 1
Keyword-Ansicht öffnen
In der Kampagne auf „Keywords" gehen, dann oben rechts auf das Spalten-Symbol.
- 2
Vier Spalten einblenden
Quality Score, erwartete Klickrate, Anzeigenrelevanz und Nutzererfahrung mit der Landingpage. Nur zusammen ergeben sie ein Bild.
- 3
Historische Werte dazunehmen
Die Spalten mit dem Zusatz „bisher" zeigen den Verlauf. So siehst du, ob eine Änderung gewirkt hat oder ob der Wert schon vorher schwankte.
- 4
Nach Kosten sortieren
Nicht die schlechteste Note zuerst bearbeiten, sondern die teuerste. Ein Score 3 bei zwölf Euro Ausgaben im Monat ist egal.
Diese Reihenfolge klingt banal, macht aber den Unterschied zwischen einer sinnvollen halben Stunde und einem verlorenen Nachmittag. Der Score ist eine Diagnose, und du behandelst zuerst die Stelle, die am meisten kostet.
Praxis-Tipp
Ein Wert von „null" oder ein Bindestrich bedeutet nicht Score 0. Das Keyword hat schlicht zu wenig Daten. Warte, bis genügend Impressionen zusammengekommen sind, bevor du es bewertest.
Hebel 1: Eng gefasste Anzeigengruppen
Der häufigste Fehler in kleinen Konten sind Anzeigengruppen mit dreißig Keywords, die sich dieselben drei Anzeigen teilen. Google kann dann nicht mehr feststellen, welche Anzeige zu welchem Suchwort gehört, und vergibt eine durchschnittliche Note für alles.
Meine Faustregel: ein Thema je Anzeigengruppe, fünf bis sieben eng verwandte Keywords, drei bis vier Anzeigen, die genau dieses Thema aufgreifen. Alles, was inhaltlich daneben liegt, bekommt eine eigene Gruppe.
So gehe ich beim Aufräumen vor
- Suchbegriffe der letzten 90 Tage exportieren und nach Thema sortieren, nicht nach Kosten.
- Jedes Thema, das mehr als zwanzig Suchanfragen im Monat hat, bekommt eine eigene Anzeigengruppe.
- Für jede neue Gruppe drei Anzeigen schreiben, in denen das Thema wörtlich vorkommt.
- Alte Sammelgruppe pausieren, nicht löschen. Die Daten sind später nützlich, wenn du vergleichen willst.
Der Effekt zeigt sich schnell, weil die erwartete Klickrate direkt reagiert. In der Praxis sehe ich nach zwei bis drei Wochen ein bis zwei Punkte mehr.
Hebel 2: Das Suchwort im Anzeigentext
Wenn jemand „Steuerberater Düsseldorf" sucht und deine Anzeige mit „Lust auf neue Buchhaltung?" beginnt, ist die Anzeigenrelevanz unter dem Durchschnitt. Nicht weil der Satz schlecht wäre, sondern weil er die Frage nicht beantwortet.
Die Anzeige muss in der ersten Zeile zeigen, dass sie genau von der Sache handelt, nach der gefragt wurde. Alles Weitere, Nutzen, Preis, Vertrauen, kommt danach.
Ein Aufbau, der zuverlässig funktioniert
- Titel 1: das Hauptkeyword, so wie gesucht wird.
- Titel 2: der konkrete Nutzen oder das Angebot.
- Titel 3: ein Vertrauenssignal, etwa Erfahrung, Region oder Bewertung.
- Beschreibung 1: was der Nutzer bekommt, in einem Satz ohne Werbefloskeln.
- Beschreibung 2: Aufforderung mit klarer nächster Handlung.
Mit responsiven Suchanzeigen gilt das sinngemäß: Du lieferst mehrere Titel, Google kombiniert. Sorge dafür, dass mindestens drei Titel das Keyword enthalten, sonst kann es passieren, dass keine der ausgespielten Kombinationen es aufgreift.
Wer das Suchwort nicht in der Überschrift hat, zahlt drauf. So einfach ist das.
Ein Hinweis zur Keyword-Einfügung: Der dynamische Platzhalter ist bequem, führt aber regelmäßig zu schiefen Sätzen und zu Anzeigen, die abgelehnt werden. Ich benutze ihn nur dort, wo die Keywords sprachlich sehr ähnlich gebaut sind. Welche Rolle die Keyword-Optionen dabei spielen, sehen wir uns weiter unten noch genauer an.
Hebel 3: Die Zielseite muss das Versprechen einlösen
Das ist der Teil, der außerhalb des Google-Ads-Kontos entschieden wird, und deshalb der aufwendigste. Er ist gleichzeitig der wirksamste, weil er auf alle Keywords einer Kampagne gleichzeitig wirkt.
Jemand klickt auf eine Anzeige für „SEO Beratung" und landet auf einer Startseite, die alle Leistungen gleichzeitig anbietet. Google misst, was danach passiert, und bewertet die Nutzererfahrung entsprechend.
Was ich auf jeder Ads-Zielseite sehen will
- Die Überschrift greift den Suchbegriff auf, sichtbar ohne Scrollen.
- Ein Angebot, nicht fünf. Alles andere lenkt ab.
- Der nächste Schritt ist eindeutig und steht mindestens zweimal auf der Seite.
- Ladezeit unter zwei Sekunden auf dem Handy, gemessen im Mobilfunknetz, nicht im WLAN.
- Kein Cookie-Banner, das den halben Bildschirm verdeckt, bevor man etwas gesehen hat.
Wie Google die Zielseite genau bewertet und in welcher Reihenfolge ich eine Landingpage umbaue, habe ich in Nutzererfahrung mit der Landingpage verbessern ausführlich beschrieben.
Hebel 4: Negative Keywords konsequent pflegen
Klicks aus Suchanfragen mit „kostenlos", „Job", „Ausbildung", „Vorlage" oder „PDF" haben eine Gemeinsamkeit: Sie klicken selten und kaufen nie. Beides drückt die erwartete Klickrate und damit den Score.
Die Routine, die dafür reicht
- Einmal im Monat den Suchbegriffe-Bericht der letzten 30 Tage öffnen.
- Alles ausschließen, was thematisch nicht passt, auf Kampagnenebene oder in einer geteilten Liste.
- Wiederkehrende Muster als Wortgruppe ausschließen, nicht als einzelnes Wort.
- Einmal im Quartal prüfen, ob eine Ausschlussliste inzwischen zu breit geworden ist und echte Anfragen blockiert.
Der letzte Punkt wird gern vergessen. Ich habe Konten gesehen, in denen ein zu breit gesetztes negatives Keyword ein Drittel der brauchbaren Suchanfragen abgeschnitten hat.
Hebel 5: Anzeigenerweiterungen vollständig nutzen
Erweiterungen erhöhen die Fläche deiner Anzeige und damit die erwartete Klickrate. Sie sind der einzige Hebel dieser Liste, der in dreißig Minuten fertig ist und trotzdem dauerhaft wirkt.
- Mindestens sechs Sitelinks je Kampagne, mit eigener Beschreibungszeile.
- Vier Erweiterungen mit Zusatzinformationen, kurz und ohne Werbefloskeln.
- Zwei Sets strukturierter Snippets, etwa Leistungen oder Marken.
- Anruferweiterung mit den Zeiten, zu denen wirklich jemand rangeht.
- Standorterweiterung, sobald es ein Ladenlokal oder Büro gibt.
Welche Erweiterung wie viel bringt und worauf es je Format ankommt, steht in Google Ads Anzeigenerweiterungen: welche Assets performen.
Ein realistischer Zeitplan
Der Score reagiert nicht sofort, weil Google neue Daten erst sammeln muss. Wer nach drei Tagen enttäuscht ist, hat zu früh geschaut.
Verlauf aus betreuten Konten, kein garantierter Wert.
Wichtig in dieser Zeit: nicht gleichzeitig an allen Schrauben drehen. Wenn du in derselben Woche Gebotsstrategie, Anzeigentexte und Zielseite änderst, weißt du hinterher nicht, was gewirkt hat.
Keyword-Optionen: der stille Einfluss auf die Note
Ein Punkt, der in den meisten Anleitungen fehlt: Die Keyword-Option entscheidet mit, wie breit die Suchanfragen sind, für die deine Anzeige erscheint. Und je breiter die Streuung, desto schwerer fällt es der Anzeige, zu jeder einzelnen Anfrage zu passen.
Weitgehend passende Keywords fangen viel ein, auch Anfragen, die nur entfernt zum Thema gehören. Für die erwartete Klickrate ist das Gift, weil dieselbe Anzeige bei sehr unterschiedlichen Anliegen ausgespielt wird. Passende Wortgruppen und exakt passende Keywords halten den Kreis enger und die Note dadurch stabiler.
Ich fahre in kleinen Konten meistens so: exakt passend und passende Wortgruppe als Grundlage, weitgehend passend nur in einer eigenen Kampagne mit eigenem Budget, streng beobachtet. So bleibt der Blick auf die Suchbegriffe übersichtlich und die guten Anzeigengruppen werden nicht von Zufallstreffern verwässert.
Wer sich unsicher ist, welche Option welche Suchanfragen einfängt, kann das gefahrlos im Keyword-Match-Type-Tool durchspielen, bevor er im Konto etwas ändert.
Drei Teilnoten, drei Baustellen
Erwartete Klickrate
wie oft geklickt wird
- Historische Daten des Keywords, bereinigt um Position und Format.
Anzeigenrelevanz
trifft der Text die Suche
- Sprache und Thema, nicht Schönheit.
Nutzererfahrung
hält die Zielseite Wort
- Passender Inhalt, klare Navigation, schnelle Ladezeit, brauchbar am Handy.
Alle drei müssen mindestens durchschnittlich sein.
Was der Score über den Rest des Kontos verrät
Der Quality Score steht nie allein. Wenn er niedrig ist, findest du fast immer zwei weitere Zahlen im Konto, die dasselbe Problem aus einem anderen Blickwinkel zeigen.
Die erste ist der Impressionsanteil, also der Anteil der möglichen Einblendungen, den du tatsächlich bekommst. Die zweite ist der verlorene Impressionsanteil durch Rang. Steht dort ein hoher Wert, verlierst du Sichtbarkeit nicht wegen des Budgets, sondern weil deine Qualität für die Auktion nicht reicht.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie über die nächste Maßnahme entscheidet. Verlust durch Budget heißt: mehr Geld oder engere Aussteuerung. Verlust durch Rang heißt: an Anzeigen und Zielseite arbeiten. Wer das verwechselt, erhöht das Budget und wundert sich, dass nichts passiert.
Drei Spalten, die ich immer daneben lege
- Verlorener Impressionsanteil durch Rang, je Kampagne und je Anzeigengruppe.
- Klickrate im Vergleich zum Durchschnitt der Kampagne, nicht zum Branchenwert aus irgendeiner Studie.
- Kosten pro Conversion, denn ein schlechter Score bei einem Keyword, das trotzdem günstig verkauft, ist kein Notfall.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Handwerksbetrieb aus dem Rheinland, Budget rund 900 Euro im Monat, eine einzige Kampagne mit vier Anzeigengruppen. In jeder Gruppe lagen zwischen 20 und 40 Keywords, von der Notdienst-Anfrage bis zur Materialsuche. Die Noten lagen bei 4 und 5, der durchschnittliche Klickpreis bei 4,10 Euro.
Der Umbau hat zwei Nachmittage gedauert. Aus vier Anzeigengruppen wurden elf, jede mit einem klaren Thema. Für die drei umsatzstärksten Themen habe ich je eine eigene Unterseite gebaut, die genau dieses Anliegen beantwortet, mit Telefonnummer im ersten Bildschirm und einem kurzen Formular.
Nach vier Wochen lagen sieben der elf Gruppen bei Score 7 oder 8, der Klickpreis im Schnitt bei 2,90 Euro. Bei gleichem Budget bedeutete das rund 70 zusätzliche Klicks im Monat. Die Zahl der Anrufe stieg stärker als die Klickzahl, weil die neuen Zielseiten besser zum Anliegen passten.
Der interessanteste Teil kam später: Zwei Gruppen blieben trotz aller Arbeit bei 4. Es waren die beiden, in denen fast nur nach Preislisten gesucht wurde. Die habe ich pausiert. Das gehört zur Wahrheit dazu, nicht jeder Suchbegriff lässt sich retten.
Quality Score und automatische Gebotsstrategien
Eine Frage, die mir oft gestellt wird: Spielt die Note überhaupt noch eine Rolle, wenn die Gebote sowieso automatisch gesetzt werden? Die Antwort ist ja, und zwar mehr als vorher.
Strategien wie Ziel-CPA oder Conversion-Maximierung entscheiden bei jeder einzelnen Auktion neu, wie viel dein Klick wert ist. Grundlage dafür sind Qualitätssignale. Wenn Anzeige und Zielseite nicht zusammenpassen, bekommt die Automatik schlechteres Material und wird vorsichtiger. Du siehst das dann nicht als schlechte Note, sondern als weniger Auslieferung.
Deshalb ist die Reihenfolge klar: erst die Struktur sauber machen, dann automatisieren. Wer eine Automatik auf ein unordentliches Konto setzt, bekommt eine sehr effiziente Verteilung von Budget auf die falschen Suchanfragen.
Praxis-Tipp
Nach jedem größeren Umbau braucht eine automatische Gebotsstrategie ungefähr zwei Wochen, um sich neu einzupendeln. In dieser Zeit die Zielwerte nicht anfassen, sonst beginnt die Lernphase von vorn.
Die halbe Stunde, mit der du heute anfangen kannst
Wenn du nach diesem Beitrag nur dreißig Minuten Zeit hast, dann diese Reihenfolge. Sie bringt in fast jedem Konto sofort etwas.
- Quality-Score-Spalten einblenden und nach Kosten sortieren.
- Die fünf teuersten Keywords mit einer Note unter 6 markieren.
- Für jedes davon die schwächste Teilnote notieren, das ist die Arbeitsliste.
- Suchbegriffe der letzten 30 Tage öffnen und offensichtlich falsche Anfragen ausschließen.
- Eine einzige Anzeigengruppe auswählen, sie auf ein Thema eindampfen und drei neue Anzeigen schreiben.
Mehr nicht. In zwei Wochen schaust du dieselben Zahlen wieder an und weißt, ob der Weg stimmt. Dann nimmst du dir die nächste Gruppe vor.
Womit du heute anfängst
- 1
Spalten einblenden
Quality Score und die drei Teilnoten, dazu die historischen Werte.
- 2
Nach Kosten sortieren
Nicht die schlechteste Note zuerst, sondern die teuerste.
- 3
Schwächste Teilnote notieren
Je Keyword eine Baustelle. Das ist die Arbeitsliste.
- 4
Suchbegriffe säubern
Offensichtlich falsche Anfragen ausschließen.
- 5
Eine Anzeigengruppe umbauen
Auf ein Thema eindampfen und drei neue Anzeigen schreiben.
Wenn nur eine halbe Stunde Zeit ist, dann in dieser Reihenfolge. Mehr nicht, und in zwei Wochen wieder hinsehen.
Vier Missverständnisse, die teuer werden
„Ein hoher Score senkt automatisch die Kosten"
Er senkt den Preis für dieselbe Position. Wenn du gleichzeitig aggressiver bietest oder in umkämpftere Suchbegriffe gehst, kann der Klickpreis trotzdem steigen. Der Score wirkt relativ, nicht absolut.
„Der Kontodurchschnitt ist die wichtige Zahl"
Es gibt keinen offiziellen Kontowert. Was Werkzeuge als Durchschnitt anzeigen, ist eine Hilfsrechnung. Entscheidend sind die Noten der Keywords, die den größten Teil deines Budgets verbrauchen.
„Eine lange Kontohistorie hilft dem Score"
Die Historie eines Keywords zählt, das Alter des Kontos nicht. Ein frisches Konto mit sauberer Struktur schlägt ein altes mit gewachsenem Chaos.
„Bei Performance Max ist der Score egal"
In Performance Max gibt es keine Keyword-Noten. Die Qualitätslogik dahinter bleibt aber dieselbe: passende Assets, passende Zielseite, klare Signale. Der Anzeigenqualitätsbericht zeigt dir, welche Kombinationen schwach laufen.
Wenn ein Keyword hartnäckig bei 3 steht
Manchmal hilft kein Umbau. Dann arbeite ich diese Reihenfolge ab, und nach spätestens Schritt vier ist der Fall entschieden.
- 1
Teilnoten prüfen
Welche der drei Bewertungen ist unter dem Durchschnitt? Nur diese wird bearbeitet.
- 2
Eigene Anzeigengruppe
Das Keyword isolieren und drei Anzeigen schreiben, die ausschließlich davon handeln.
- 3
Zielseite passend machen
Notfalls eine schlanke Unterseite bauen, die genau dieses eine Anliegen beantwortet.
- 4
Nach 30 Tagen entscheiden
Keine Bewegung und trotzdem teuer? Dann pausieren. Nicht jedes Keyword verdient dein Budget.
Häufig gestellte Fragen zum Quality Score
Wie schnell wirken Verbesserungen?
Erste Effekte in den Teilnoten oft nach 7 bis 14 Tagen. Ein sichtbarer Sprung in der Gesamtnote braucht in der Regel 3 bis 4 Wochen mit ausreichend Impressionen.
Reicht es, nur die Landingpage zu optimieren?
Sie ist der stärkste einzelne Hebel, aber Google bewertet alle drei Bereiche. Den vollen Effekt bekommst du erst, wenn Anzeigengruppe, Anzeigentext und Zielseite dasselbe Thema tragen.
Was mache ich mit Keywords, die zu wenig Daten haben?
Abwarten. Ohne Impressionen gibt es keine belastbare Note. Wenn ein Keyword nach zwei Monaten immer noch keine Daten sammelt, ist meistens das Suchvolumen zu klein oder das Gebot zu niedrig.
Beeinflusst der Score, ob meine Anzeige überhaupt erscheint?
Ja. Google setzt Mindestwerte für den Anzeigenrang. Liegt die Qualität zu niedrig, wird die Anzeige bei manchen Suchanfragen gar nicht ausgeliefert, egal wie hoch das Gebot ist.
Gilt der Quality Score auch bei Microsoft Ads?
Ja, mit derselben Skala und sehr ähnlicher Logik. Wer sein Google-Konto sauber strukturiert hat, kann die Struktur meistens übernehmen.
Hilft es, das Gebot zu erhöhen, um den Score zu heben?
Nein. Das Gebot ist kein Bestandteil der Bewertung. Es verschafft dir kurzfristig mehr Sichtbarkeit, ändert aber nichts an der Note und macht den Klick nur teurer.
Wie oft sollte ich den Score kontrollieren?
Einmal im Monat reicht, zusammen mit dem Blick in die Suchbegriffe. Häufiger nachzusehen führt fast immer dazu, dass man auf normale Schwankungen reagiert und damit mehr kaputt macht als repariert.
Muss ich für jede Anzeigengruppe eine eigene Landingpage bauen?
Nein, aber für jedes Thema. Wenn drei Anzeigengruppen dasselbe Anliegen aus verschiedenen Richtungen bedienen, reicht eine gute Seite. Sobald sich das Anliegen unterscheidet, braucht es eine eigene.
Fazit
Der Quality Score ist kein geheimnisvoller Algorithmus, sondern eine ziemlich nüchterne Frage: Passt das, was du zeigst, zu dem, was gesucht wird? Wer die Struktur sauber hält, die Anzeigen in der Sprache der Suchenden schreibt und die Zielseite ernst nimmt, bekommt automatisch bessere Noten.
Wenn du wissen willst, wie sich das auf deine tatsächlichen Klickpreise auswirkt, findest du die Rechenwege in Klickpreise bei Google Ads: wie der CPC entsteht. Und wenn du lieber jemanden draufschauen lässt: Ich mache das als Google-Ads-Freelancer regelmäßig, meist reicht ein Blick in die Suchbegriffe und die Kontostruktur.
Dreißig Keywords oder sechs
- Google kann nicht zuordnen, welche Anzeige zu welchem Suchwort gehört.
- Die Anzeige passt selten wirklich, die Klickrate bleibt mittelmäßig.
- Ergebnis: durchschnittliche Teilnoten auf ganzer Linie.
- Der Anzeigentext greift die Suche wörtlich auf.
- Die erwartete Klickrate steigt zuerst, meist in zwei bis drei Wochen.
- Ergebnis: ein bis zwei Punkte mehr, ohne höheres Gebot.
Dreißig Keywords in einer Gruppe machen jede Anzeige ungenau. Fünf bis sieben lassen sich wirklich bedienen.
Quellen und weiterführende Links
- Google Ads-Hilfe: Quality Score, offizielle Definition und Berechnung.
- Google Ads-Hilfe: Anzeigenrelevanz verbessern, konkrete Maßnahmen für höhere Relevanzwerte.
- WordStream: Quality Score Guide, Studiendaten zum Zusammenhang von Score und Klickpreis.
- Search Engine Journal: Pay-per-Click, laufende Berichterstattung zu Änderungen im Anzeigensystem.