Zusammenfassung lesen
Viele fragen mich, ob sie ein Video selbst hochladen oder über YouTube einbinden sollen. Meine Antwort hängt davon ab, wo das Video sitzt. Ein kurzes Hintergrundvideo oben im ersten Bildschirm, also in der Hero-Sektion, lade ich als eigene Datei auf die Website. Es läuft automatisch, ohne Ton und in Schleife. Dafür braucht es keinen Videoplayer, der Browser spielt die MP4-Datei selbst ab. Google zeigt auf web.dev genau diese Einbindung, mit den Einstellungen autoplay, muted, loop und playsinline. Ohne playsinline startet das Video auf dem iPhone nicht automatisch. Der Vorteil: kein fremder Player, keine Daten an eine Videoplattform, volle Kontrolle über das Aussehen, und der Browser kann die Datei zwischenspeichern. Was dabei wichtig ist, ist Folgendes: Für die Ladezeit zählt laut Google bei Videos das Posterbild oder das erste Bild, je nachdem, was früher da ist. Ein schnelles Standbild ist deshalb Pflicht. Das Video selbst kürze ich auf zehn bis fünfzehn Sekunden, nehme den Ton raus und halte die Datei möglichst unter drei Megabyte. Ein weiterer Punkt ist die Barrierefreiheit: Läuft Bewegung länger als fünf Sekunden, braucht es eine Möglichkeit zum Anhalten. Längere Videos weiter unten binde ich dagegen über YouTube oder Vimeo ein. Die Plattformen passen die Qualität an die Verbindung an und entlasten deinen Server. Der Haken: Der YouTube-Player lädt laut Chrome-Dokumentation rund 540 Kilobyte JavaScript, auch wenn niemand das Video ansieht. Deshalb nutze ich eine sogenannte Fassade, ein Vorschaubild mit Play-Symbol. Erst beim Klick lädt der echte Player. Das ist schneller und passt auch zum Datenschutz, denn YouTube und Vimeo sollten erst nach Klick oder Einwilligung laden. Für die Google-Suche gilt: In den Videoergebnissen landen vor allem Videos auf einer eigenen Seite, auf der das Video die Hauptsache ist. Wichtige Erklärvideos bekommen bei mir deshalb eine eigene Seite und laufen zusätzlich auf YouTube. In WordPress geht beides ohne Zusatzplugin, über den Video-Block oder einen YouTube-Link. Im Video-Block stellst du Vorladen am besten auf Keine oder Metadaten.
Inhaltsverzeichnis
- Die wichtigsten Begriffe, einfach erklärt
- Zwei Arten von Videos auf einer Website
- Hero-Video: Warum ich es selbst hoste
- So bereitest du ein Hero-Video vor
- Wie lang sind Videos auf Websites?
- Ab welcher Größe lieber kein Video oben?
- Hero-Video und Ladezeit: worauf Google schaut
- Videos weiter unten: YouTube oder Vimeo, aber mit Vorschau
- Datenschutz: YouTube und Vimeo nur nach Klick
- Video und SEO: Wo rankt das Video?
- Video in WordPress einbinden
- Selbst hosten, YouTube oder Vimeo im Vergleich
- Häufige Fragen zum Einbinden von Videos
- Fazit
- Quellen
Ein kurzes Video oben auf der Startseite wirkt sofort hochwertiger als jedes Foto. Gleichzeitig ist es einer der häufigsten Gründe, warum eine Website auf dem Handy langsam lädt. Bei Kunden kommt deshalb immer wieder dieselbe Frage: Lade ich das Video auf meine eigene Website hoch oder binde ich es über YouTube ein?

Ein Beispiel, damit es greifbar wird: Eine Tischlerei möchte oben auf ihrer Startseite ein kurzes Video zeigen. Zehn Sekunden aus der Werkstatt, Holzspäne fliegen, eine Hand streicht über eine fertige Tischplatte. Kein Ton, das Video läuft einfach im Hintergrund in Dauerschleife, und darüber stehen Name und Telefonnummer. Weiter unten auf der Seite gibt es außerdem einen zweiminütigen Imagefilm, in dem der Chef erzählt, was den Betrieb ausmacht.
Für diese zwei Videos würde ich zwei verschiedene Wege nehmen. Das kurze Video oben lade ich direkt auf die eigene Website hoch. Den langen Imagefilm lade ich bei YouTube hoch und zeige ihn auf der Website nur in einem Fenster an, und zwar erst, wenn jemand auf Play drückt. Warum das so ist, erkläre ich dir hier Schritt für Schritt, auch ohne Technikwissen.

Das Wichtigste in Kürze
- Kurze Hintergrundvideos (etwa 10 bis 15 Sekunden, ohne Ton) gehören als eigene Datei auf deine Website, eingebunden mit autoplay, muted, loop und playsinline.
- Für die Ladezeit zählt bei Videos laut Google das Vorschaubild (Poster) oder das erste Bild. Ein schnelles Posterbild ist deshalb Pflicht.
- Längere Videos weiter unten laufen besser über YouTube oder Vimeo. Die passen die Qualität an die Verbindung an und entlasten deinen Server.
- Der YouTube-Player lädt laut Chrome-Doku rund 540 KB JavaScript. Mit einer Vorschau, die erst beim Klick den Player lädt, sind es etwa 3 KB.
- YouTube und Vimeo übertragen Daten an Dritte. Lade sie erst nach Klick oder Einwilligung.
- Für die Google-Suche zählt ein Video vor allem auf einer eigenen Seite, auf der es die Hauptsache ist.
Die wichtigsten Begriffe, einfach erklärt
Bei Videos auf Websites fallen schnell Fachwörter. Hier die, die in diesem Beitrag vorkommen:
- MP4: das übliche Dateiformat für Videos. So wie ein Foto meist als JPG gespeichert ist, ist ein Video meist eine MP4-Datei. Fast jedes Handy und jede Kamera speichert Videos so.
- WebP: ein Format für Bilder, kein Video. Es ist für Websites gedacht und meist deutlich kleiner als JPG, sieht aber genauso aus.
- MB und KB: die Dateigröße. 1 MB (Megabyte) sind 1.000 KB (Kilobyte). Je größer die Datei, desto länger braucht sie zum Laden, vor allem am Handy unterwegs.
- Hero oder Hero-Sektion: der erste große Bereich oben auf einer Website, den man ohne Scrollen sieht. Meist mit großem Bild oder Video und der wichtigsten Botschaft.
- Posterbild: ein Standbild aus dem Video. Es ist sofort zu sehen und wird durch das Video ersetzt, sobald das geladen ist. Wie ein Platzhalter.
- Selbst hosten oder hochladen: die Videodatei liegt auf deinem eigenen Webspace, also dort, wo auch deine Website liegt.
- Einbetten: das Video liegt bei YouTube oder Vimeo. Deine Website zeigt es nur in einem Fenster an, ähnlich wie ein Bilderrahmen, in dem ein fremdes Bild hängt.
- Player: die Abspielsoftware mit Play-Knopf, Lautstärke und Vollbild. Bei YouTube muss dieser Player erst geladen werden, bevor überhaupt etwas passiert.
- Cache oder Zwischenspeicher: der Browser merkt sich Dateien, die er schon einmal geladen hat. Beim nächsten Besuch sind sie sofort da.
Zwei Arten von Videos auf einer Website
- kurz, meist 10 bis 15 Sekunden
- läuft automatisch und in Schleife
- ohne Ton, ohne Steuerung
- soll Stimmung zeigen, nicht informieren
- länger, oft mehrere Minuten
- startet erst auf Klick
- mit Ton und Steuerung
- erklärt etwas, etwa ein Imagefilm oder eine Anleitung
Hero-Video: Warum ich es selbst hoste
Für ein kurzes Hintergrundvideo brauchst du keinen YouTube-Player. Jeder Browser, also Chrome, Safari oder Firefox, kann eine MP4-Datei selbst abspielen. Auf der Website ist das eine einzige Zeile Code. Darin stehen vier Anweisungen: automatisch starten, ohne Ton, in Dauerschleife und im Bild abspielen statt im Vollbild. Die Fachbegriffe dafür lauten autoplay, muted, loop und playsinline. Wenn du die Website nicht selbst baust, reicht es, diese vier Wörter deinem Webdesigner zu nennen.

Was zeigt der Screenshot? Das ist eine Anleitung von Google für Webentwickler. Im roten Rahmen steht der Code für ein Video, das von selbst startet, stumm ist und sich wiederholt. Darunter erklärt Google, dass die Anweisung playsinline nötig ist, damit das Video auf dem iPhone überhaupt von allein startet. Für dich heißt das: Mit diesen vier Einstellungen läuft ein Hintergrundvideo auf allen Geräten.
Warum das kurze Video oben besser selbst hochgeladen wird
Stell dir zwei Wege vor. Selbst hochgeladen ist wie ein Bild, das an deiner eigenen Wand hängt: Es ist sofort da. Über YouTube eingebettet ist wie ein Fernseher, den man erst einschalten muss: Zuerst startet das Gerät, also der YouTube-Player, dann kommt das Video. Bei einem kurzen Video oben auf der Seite ist dieser Umweg reine Wartezeit. Außerdem zeigt YouTube sein Logo, Titel und Bedienknöpfe, verbindet sich mit Google-Servern und braucht deshalb vorher eine Einwilligung im Cookie-Banner. Das selbst hochgeladene Video sieht dagegen aus wie ein Teil deiner Website und lädt nur genau das, was es braucht.
Daraus ergeben sich für mich vier Gründe, ein kurzes Hintergrundvideo selbst zu hosten:
Kein fremder Player
Es lädt nur die Videodatei. Kein JavaScript von YouTube oder Vimeo, keine zusätzlichen Verbindungen zu fremden Servern.
Zwischenspeicher
Die Datei kommt von deinem Server oder CDN und bleibt im Browser gespeichert. Auf der nächsten Seite mit demselben Video lädt nichts neu.
Volle Kontrolle
Kein Logo, keine Empfehlungen anderer Videos, kein Titel oben im Bild. Das Video sieht aus wie ein Teil deiner Seite.
Ohne Dritte
Es fließen keine Daten an eine Videoplattform. Für Datenschutz und Cookie-Banner ist das deutlich einfacher.
Kurz zum Zwischenspeicher: Der Browser merkt sich die Videodatei nach dem ersten Abruf. Klickt ein Besucher danach auf eine andere Seite, auf der dasselbe Video läuft, muss nichts neu geladen werden. Bei deiner eigenen Datei bestimmt dein Webspace, wie lange sie gemerkt wird.
So bereitest du ein Hero-Video vor
Selbst hosten heißt nicht, das Originalvideo vom Videografen einfach hochzuladen. Eine Datei mit mehreren Hundert Megabyte macht jede Seite langsam. So gehe ich vor:
- 1
Kurz schneiden
10 bis 15 Sekunden reichen, die in Schleife laufen. Am besten eine Szene, deren Ende nahtlos in den Anfang übergeht.
- 2
Ton entfernen
Die Tonspur wird ohnehin nicht abgespielt, belegt aber Speicher. Also ganz aus der Datei nehmen.
- 3
Verkleinern und komprimieren
Eine Breite von 1.280 bis 1.920 Pixeln genügt meist, gespeichert als MP4 (H.264). Ich versuche, unter etwa 3 MB zu bleiben. Das ist meine Erfahrung, keine feste Grenze.
- 4
Posterbild anlegen
Ein Standbild als WebP, das sofort angezeigt wird, bis das Video läuft. Es ist auch das, was viele Handys mit Datensparmodus dauerhaft sehen.
- 5
Mobil prüfen
Auf dem Handy reicht oft eine kleinere Fassung oder nur das Posterbild. Danach mit PageSpeed Insights testen.
Wie viel Komprimieren bringt, zeigt ein Beispiel von Google: Eine bewegte GIF-Grafik mit 3,7 MB war als MP4-Video nur noch 551 KB groß, also fast siebenmal kleiner.
Wie lang sind Videos auf Websites?
Kurze Videos sind im Web längst der Normalfall. Das HTTP Archive, ein Projekt, das jedes Jahr Millionen Websites technisch auswertet, hat im Web Almanac 2024 die Länge der Videos gemessen. Neun von zehn Videos sind kürzer als zwei Minuten, mehr als die Hälfte kürzer als 30 Sekunden und fast ein Viertel kürzer als zehn Sekunden.

Was zeigt der Screenshot? Das ist eine große Auswertung, für die jedes Jahr Millionen Websites automatisch untersucht werden. Im roten Rahmen steht auf Englisch: Neun von zehn Videos sind kürzer als zwei Minuten, mehr als die Hälfte kürzer als 30 Sekunden, fast ein Viertel kürzer als zehn Sekunden. Für dich heißt das: Kurze Videos auf Websites sind völlig normal. 10 bis 15 Sekunden im Hero sind keine Ausnahme, sondern üblich.
Ab welcher Größe lieber kein Video oben?
Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird: Wie groß darf die Datei sein? Eine offizielle Grenze von Google gibt es dafür nicht. Meine Faustregel aus der Praxis sieht so aus:
Bis etwa 3 MB
Passt gut. Ein Video von 10 bis 15 Sekunden ohne Ton in normaler Bildschirmgröße kommt mit guter Komprimierung meist darunter.
3 bis 6 MB
Geht am Computer, am Handy würde ich dann nur das Standbild zeigen. Besser: Video kürzen oder stärker komprimieren.
Über 6 MB oder über 30 Sekunden
Nicht mehr als Hintergrundvideo. Oben ein gutes Foto, das Video weiter unten über YouTube oder Vimeo mit Klick zum Abspielen.
Zum Vergleich: Ein normales Foto vom Handy hat oft schon 2 bis 4 MB. Ein Hintergrundvideo sollte also nicht viel mehr wiegen als ein einziges unbearbeitetes Handyfoto. Bekommt dein Videograf das Video nicht so klein, ohne dass es pixelig aussieht, ist das ein gutes Zeichen, dass es oben nicht hingehört.
Hero-Video und Ladezeit: worauf Google schaut
Google misst, wie schnell der erste Bildschirm einer Seite fertig aussieht. Der Messwert heißt Largest Contentful Paint, kurz LCP. Einfach gesagt: Wie lange dauert es, bis das größte Bild oder Video oben vollständig zu sehen ist? Bei einer Seite mit Hintergrundvideo ist das fast immer das Video. Langsame Seiten können bei Google schlechter abschneiden, und vor allem springen Besucher eher ab.
Laut Google zählt bei einem Video entweder die Ladezeit des Posterbilds oder der Moment, in dem das erste Bild des Videos erscheint, je nachdem, was früher passiert. Ein schnelles Posterbild bringt dir also einen guten LCP, auch wenn das Video selbst noch lädt.

Was zeigt der Screenshot? Das ist Googles Erklärung, welche Teile einer Seite für den LCP gemessen werden. Im roten Rahmen steht: Bei einem Video zählt das Posterbild oder das erste Bild des Videos. Für dich heißt das: Wenn sofort ein Standbild erscheint, gilt die Seite für Google schon als geladen, auch wenn das Video noch ein paar Sekunden braucht. Deshalb gehört zu jedem Hintergrundvideo ein kleines Standbild.
Praktisch heißt das: Das Standbild klein halten und als Erstes laden lassen. Und das Video oben nicht künstlich verzögern, denn das würde genau diesen Moment nach hinten schieben. Mehr zu den Messwerten findest du in meinem Beitrag zu den Core Web Vitals.
Pause-Knopf nicht vergessen
Bewegte Inhalte, die automatisch starten und länger als fünf Sekunden laufen, brauchen laut den Barrierefreiheits-Richtlinien WCAG eine Möglichkeit zum Anhalten. Ein kleiner Pause-Knopf im Hero reicht. Wer im Betriebssystem „Bewegung reduzieren“ eingestellt hat, sollte nur das Standbild sehen.
Videos weiter unten: YouTube oder Vimeo, aber mit Vorschau
Bei längeren Videos weiter unten, etwa dem Imagefilm der Tischlerei, sieht es anders aus. Hier ist YouTube oder Vimeo meist die bessere Wahl.
Der Grund ist nicht unbedingt die Dateigröße beim Öffnen der Seite. Ein selbst hochgeladenes Video kann so eingestellt werden, dass es erst beim Klick lädt. Das Problem ist ein anderes: Ein Film von zwei Minuten in guter Qualität ist schnell 50 MB oder mehr groß. Jeder, der ihn ansieht, lädt diese Datei von deinem Webspace. Und die Datei hat immer dieselbe Qualität, egal ob jemand zu Hause im WLAN sitzt oder im Zug mit schlechtem Empfang. YouTube und Vimeo halten dagegen jedes Video in mehreren Qualitätsstufen bereit und wechseln automatisch, wenn die Verbindung schwächer wird. Deshalb ruckelt dort seltener etwas.
Einen Haken hat YouTube aber: Wird ein Video ganz normal eingebettet, lädt die Seite sofort den kompletten YouTube-Player, auch wenn niemand auf Play drückt. Laut Google sind das rund 540 KB, nur für die Abspielsoftware. Die Lösung heißt Fassade. Das ist ein einfaches Vorschaubild mit Play-Symbol, das wie ein Video aussieht. Erst wenn jemand draufklickt, wird der echte Player geladen. Die Fassade selbst ist laut Google nur etwa 3 KB groß.

Was zeigt der Screenshot? Das ist eine Anleitung von Google für Webentwickler. Oben im roten Rahmen erklärt Google, was eine Fassade ist: ein Bild, das aussieht wie das eingebettete Video, aber noch nichts lädt. Darunter siehst du den Unterschied in Zahlen: 3 KB für die Vorschau, 540 KB zusätzlich erst nach dem Klick. Für dich heißt das: Mit einer Vorschau lädt deine Seite fast 200-mal weniger, solange niemand das Video startet.
Für Webdesigner: Google nennt dafür fertige Bausteine wie lite-youtube-embed. Auf meiner eigenen Website lade ich eingebettete Vimeo-Videos genauso: Erst nach Klick und Einwilligung wird überhaupt eine Verbindung zu Vimeo aufgebaut.
Datenschutz: YouTube und Vimeo nur nach Klick
Bindest du YouTube oder Vimeo direkt ein, baut der Browser schon beim Öffnen der Seite eine Verbindung zu deren Servern auf. Dabei werden Daten wie die IP-Adresse übertragen. In Deutschland lade ich solche Videos deshalb erst, wenn der Besucher zugestimmt hat, entweder im Cookie-Banner oder mit einem Klick direkt auf das Video. Die Fassade aus dem letzten Abschnitt erledigt beides in einem Schritt.
YouTube bietet zusätzlich einen erweiterten Datenschutzmodus. Dafür tauschst du in der Einbettungsadresse youtube.com gegen youtube-nocookie.com. Laut YouTube-Hilfe fließt die Wiedergabe dann nicht in die Personalisierung bei YouTube ein. Ersetzt die Einwilligung aus meiner Sicht aber nicht, denn eine Verbindung zu Google entsteht trotzdem. Das ist keine Rechtsberatung. Für deinen konkreten Fall frag am besten deinen Datenschutzbeauftragten.
Mein Tipp
Ein selbst gehostetes Hintergrundvideo ohne Ton braucht keine Einwilligung für eine Videoplattform, weil keine beteiligt ist. Auch das spricht im Hero für die eigene Datei.
Video und SEO: Wo rankt das Video?
Viele hoffen, dass ihr Video bei Google in den Videoergebnissen auftaucht. Dafür gelten klare Regeln. Laut Google Search Central kommen für Videofunktionen in der Suche nur Videos auf einer Wiedergabeseite in Frage. Das ist eine Seite, deren Hauptzweck darin besteht, genau dieses eine Video zu zeigen.

Was zeigt der Screenshot? Das ist Googles offizielle Anleitung, wie Videos in der Google-Suche erscheinen. Im roten Rahmen steht: Eine Wiedergabeseite ist eine Seite, deren Hauptzweck es ist, ein einzelnes Video zu zeigen. Für dich heißt das: Das Hintergrundvideo auf deiner Startseite wird bei Google nicht als Video angezeigt. Soll ein Video gefunden werden, braucht es eine eigene Seite, auf der es die Hauptrolle spielt.
Ein Hintergrundvideo im Hero ist also für die Videosuche bedeutungslos. Das ist auch nicht seine Aufgabe. Bei eingebetteten Videos von YouTube oder Vimeo kann Google das Video laut eigener Dokumentation sowohl auf deiner Seite als auch auf der Seite der Plattform indexieren. Oft rankt dann eher die YouTube-Seite.
Meine Empfehlung: Wichtige Erklärvideos, etwa ein Imagefilm oder eine Anleitung, bekommen eine eigene Seite mit passendem Titel, Beschreibung und Text. Zusätzlich lade ich sie auf YouTube hoch, weil YouTube selbst eine große Suchmaschine ist. Warum gute Videos für Sichtbarkeit und Anzeigen so viel bringen, beschreibe ich im Beitrag Bilder und Videos auf der Website.
Video in WordPress einbinden
Viele Websites meiner Kunden laufen mit WordPress. Dort sind beide Wege ohne Zusatzplugin möglich. Für ein selbst gehostetes Video nimmst du den Block „Video“ und lädst die Datei in die Mediathek. Fügst du dort dagegen einen YouTube-Link ein, macht WordPress daraus automatisch einen YouTube-Einbettungsblock.
Im Video-Block findest du genau die Schalter aus diesem Beitrag: automatisch abspielen, Schleife, stumm, inline abspielen und die Steuerelemente. Wichtig ist die Einstellung „Vorladen“. Laut WordPress-Dokumentation lädt „Automatisch“ die ganze Datei, auch wenn niemand auf Play klickt. „Keine“ ist die schnellste Einstellung.

Was zeigt der Screenshot? Das ist die offizielle Hilfe von WordPress zum Video-Block. Im roten Rahmen steht sinngemäß: Hier stellst du ein, wie viel vom Video schon beim Öffnen der Seite heruntergeladen wird, und alles vorab zu laden kann die Seite bremsen. Für dich heißt das: Bei Videos weiter unten auf „Keine“ oder „Metadaten“ stellen, dann lädt das Video erst, wenn jemand auf Play drückt.
Selbst hosten, YouTube oder Vimeo im Vergleich
Welche Einbindung wofür?
Meine Einschätzung auf Grundlage der Dokumentationen von Google, Chrome und WordPress, Stand Oktober 2026.
| Kriterium | Selbst hosten | YouTube | Vimeo |
|---|---|---|---|
| Passt für | kurze Hintergrundvideos im Hero | längere Videos, die auch auf YouTube gefunden werden sollen | längere Videos ohne Werbung und Fremdempfehlungen |
| Ladezeit | nur die Videodatei, kein Player | Player rund 540 KB, mit Fassade etwa 3 KB bis zum Klick | eigener Player, ebenfalls mit Fassade sinnvoll |
| Qualität je Verbindung | eine feste Qualität | passt sich automatisch an | passt sich automatisch an |
| Datenschutz | keine Videoplattform beteiligt | erst nach Klick oder Einwilligung laden | erst nach Klick oder Einwilligung laden |
| Aussehen | komplett frei gestaltbar | YouTube-Logo und Bedienleiste sichtbar | Player weitgehend anpassbar |
| Serverlast | trägt dein Hosting | trägt YouTube | trägt Vimeo |
Häufige Fragen zum Einbinden von Videos
Wie groß darf ein Hero-Video sein?
Eine offizielle Grenze gibt es nicht. Meine Faustregel: bis etwa 3 MB ist gut, zwischen 3 und 6 MB am Handy lieber nur das Standbild zeigen, und über 6 MB oder bei mehr als 30 Sekunden gehört das Video nicht mehr in den Hintergrund. Wichtiger als die genaue Zahl ist ein schnelles Standbild, denn das zählt laut Google für die Ladezeit.
Kann ich ein YouTube-Video als Hintergrund nehmen?
Technisch geht das, ich rate aber davon ab. Es lädt den kompletten YouTube-Player, braucht vorher eine Einwilligung, und YouTube blendet je nach Einstellung Bedienelemente oder Hinweise ein. Für ein Hintergrundvideo ist die eigene MP4-Datei schneller und sauberer.
MP4 oder WebM: welches Format?
MP4 ist das Standardformat, das jeder Browser abspielt. Laut HTTP Archive sind 68 Prozent aller Videodateien im Web MP4. WebM ist oft etwas kleiner. Wer es ganz genau nimmt, bietet beide an, sonst reicht MP4 völlig.
Lädt ein Video weiter unten meine Seite langsamer?
Ein selbst gehostetes Video mit Vorladen auf „Keine“ oder „Metadaten“ lädt erst beim Klick und bremst den Seitenaufbau kaum. Ein direkt eingebettetes YouTube-Video lädt dagegen sofort den ganzen Player. Mit einer Fassade, also einem Vorschaubild, das den Player erst beim Klick holt, vermeidest du das.
Fazit
Ein kurzes Hintergrundvideo im Hero gehört als eigene, gut komprimierte MP4-Datei auf deine Website, mit autoplay, muted, loop, playsinline und einem schnellen Posterbild. Längere Videos weiter unten laufen über YouTube oder Vimeo besser, weil die Plattformen die Qualität an die Verbindung anpassen und deinen Server entlasten. Damit sie die Seite nicht bremsen und datenschutzfreundlich bleiben, lädst du sie erst beim Klick über eine Vorschau. Wenn du dir unsicher bist, ob die Videos auf deiner Website gerade bremsen, schaue ich mir das gern mit dir an. Mehr zu meiner Arbeit findest du unter Webdesign.
Quellen
- web.dev (Google): Lazy Loading von Videos
- web.dev (Google): Largest Contentful Paint (LCP)
- web.dev (Google): Animierte GIFs durch Videos ersetzen
- Chrome for Developers: Lazy Loading von Drittanbieterressourcen mit Fassaden
- HTTP Archive: Web Almanac 2024, Kapitel Media
- Google Search Central: Best Practices für Videos
- YouTube-Hilfe: Videos und Playlists einbetten
- WordPress.org: Video block
- W3C: WCAG 2.2, Pause, Stop, Hide