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Glossar · BWL & Finanzen

DB1 — Deckungsbeitrag 1

Umsatz minus variable Kosten — die erste Stufe der Deckungsbeitragsrechnung.

Was bedeutet DB1?

Der DB1 (Deckungsbeitrag 1) ist die erste Stufe der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung: Umsatz minus variable Kosten (z. B. Material, Wareneinkauf).

Er zeigt, wie viel ein Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt, bevor anteilige Fixkosten berücksichtigt werden. Beispiel: 100 € Umsatz − 60 € variable Kosten = 40 € DB1.

Praxisbeispiel

Beispiel: ein T-Shirt für 100 € verkaufen

Umsatz je Stück 100 €
Variable Kosten je Stück
  • Stoff & Material 15 €
  • Näherei / Fertigung 12 €
  • Verpackung 5 €
  • Versand 8 €
Summe variable Kosten 40 €
Deckungsbeitrag 1 60 €

Variable Kosten fallen NUR an, wenn ein Stück verkauft wird. Die 60 € bleiben, um Fixkosten wie Miete und Gehälter zu decken.

Der DB1 eignet sich besonders, um einzelne Produkte oder Leistungen miteinander zu vergleichen, bevor irgendwelche Fixkosten ins Spiel kommen. Da er nur Umsatz und variable Kosten gegenüberstellt, zeigt er die reine Ertragskraft einer Einheit. Im Marketing nutze ich den DB1 als ersten Filter: Produkte mit sehr niedrigem DB1 vertragen kaum Werbedruck, weil schon kleine Gewinnungskosten den Beitrag aufzehren.

Abzugrenzen ist der DB1 vom Gewinn und vom DB2. Er sagt nichts darüber aus, ob ein Produkt nach Abzug seiner zurechenbaren Fixkosten noch trägt, dafür ist der DB2 zuständig. Ein typischer Fehler ist, den DB1 als Profitabilitätsbeweis zu lesen. Tatsächlich ist er nur die erste Stufe einer mehrstufigen Rechnung und beantwortet bewusst nur einen Teil der Frage nach der Wirtschaftlichkeit.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Produkt wird für 50 Euro verkauft, die variablen Kosten aus Wareneinsatz, Verpackung und Versand betragen 30 Euro. Der DB1 liegt damit bei 20 Euro je Stück, also 40 Prozent vom Verkaufspreis. Das bedeutet, dass für die Gewinnung eines Kunden höchstens 20 Euro zur Verfügung stehen, bevor der Verkauf keinen Beitrag mehr zu den Fixkosten leistet. Ein zweites Produkt mit gleichem Preis, aber nur 8 Euro DB1 verträgt dagegen kaum Werbekosten und eignet sich schlecht als Einstiegsangebot in einer Kampagne.

Häufig wird der DB1 mit der Marge im umgangssprachlichen Sinn gleichgesetzt, doch die Begriffe sind nicht deckungsgleich. Der DB1 ist ein absoluter Betrag in Euro je Einheit, während die Deckungsbeitragsmarge denselben Wert als Prozentsatz vom Umsatz ausdrückt. Beide Sichtweisen ergänzen sich: Der absolute DB1 zeigt, wie viel Spielraum pro Verkauf bleibt, die prozentuale Marge macht Produkte mit unterschiedlichen Preisen vergleichbar. Ein praktischer Tipp ist, im Marketing immer beide Größen zusammen zu betrachten, weil ein hoher Prozentwert bei niedrigem Preis in absoluten Zahlen trotzdem wenig Budget für die Kundengewinnung lässt.

Wissenswertes rund um DB1

Erste von mehreren Stufen

DB1 ist nur der Anfang: DB2 zieht direkt zurechenbare Fixkosten ab (z. B. eine Maschine oder ein Kampagnenbudget nur für dieses Produkt), DB3 die einer ganzen Produktgruppe. So sieht man, welche Ebene wirklich trägt.

Obergrenze fürs Werbebudget

Der DB1 pro Verkauf ist der maximale Betrag, den ein Neukunde kosten darf, bevor der Deal Verlust macht. Liegt Ihr CPA darunter, lohnt die Kampagne — er ist damit die harte Grenze für Gebote.

Nicht mit Rohertrag gleichsetzen

Ein häufiger Fehler ist, DB1 mit dem Rohertrag zu verwechseln. In den variablen Kosten stecken neben Wareneinsatz auch Versand, Verpackung, Transaktionsgebühren und Retouren — diese Abzüge senken den echten DB1 spürbar.

Steuert die Sortimentsauswahl

Produkte mit hohem DB1 verdienen mehr Werbedruck als umsatzstarke, aber margenschwache Artikel. Wer nur nach Umsatz optimiert, bewirbt oft genau die Produkte, die am wenigsten zum Fixkosten-Deckungsbeitrag beitragen.

Häufige Fragen zu DB1

Wofür brauche ich den DB1?
Der DB1 zeigt, wie viel ein Produkt nach Abzug seiner variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Er eignet sich, um Produkte unabhängig von Fixkostenverteilungen zu vergleichen und früh zu erkennen, welche Artikel überhaupt Spielraum für Werbung und Rabatte bieten.
Was ist der Unterschied zwischen DB1 und DB2?
Der DB1 zieht nur die variablen Kosten ab. Der DB2 geht eine Stufe weiter und berücksichtigt zusätzlich die Fixkosten, die sich einem Produkt oder Bereich direkt zurechnen lassen. So zeigt der DB2, ob ein Segment auch seine Einzelkosten deckt.
Ist ein positiver DB1 gleich Gewinn?
Nein. Ein positiver DB1 bedeutet nur, dass der Verkauf zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Gewinn entsteht erst, wenn die gesamten Fixkosten über alle Produkte hinweg gedeckt sind. Der DB1 ist die erste Stufe, nicht das Endergebnis der Rechnung.
Wie hilft mir der DB1 bei der Festlegung meines Werbebudgets?
Der DB1 zeigt Ihnen, wie viel Geld pro Verkauf für die Kundengewinnung zur Verfügung steht, ohne dass der Beitrag zu den Fixkosten verloren geht. Liegen Ihre Kosten pro gewonnenem Kunden unter dem DB1, trägt sich der Verkauf; darüber zahlen Sie bei jedem Kauf drauf. Daraus lässt sich ein maximaler Anfragepreis für Ihre Kampagnen ableiten. So wird aus einer betriebswirtschaftlichen Kennzahl eine konkrete Steuerungsgröße für Ihr Marketing.
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