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Jan Philipps – Freelancer für SEO, SEA, Google Ads & Webdesign

Glossar · BWL & Finanzen

Break-even — Gewinnschwelle

Der Punkt, ab dem die Einnahmen die Kosten decken — danach beginnt der Gewinn.

Was bedeutet Break-even?

Der Break-even (Gewinnschwelle) ist erreicht, wenn die Einnahmen genau die gesamten Kosten decken. Ab dem nächsten Verkauf machen Sie Gewinn.

Man berechnet ihn, indem man die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag pro Stück teilt — das ergibt, wie viele Einheiten Sie verkaufen müssen, um in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Praxisbeispiel

So wird der Break-even berechnet

10.000 € Fixkosten
20 € DB je Stück
500 Stück

Ab dem 500. verkauften Stück sind die Fixkosten gedeckt — danach beginnt der Gewinn.

Beim Break-even unterscheide ich zwei Ebenen, die oft verwechselt werden. Der unternehmerische Break-even deckt alle Fixkosten ab. Der Kampagnen-Break-even (auch Break-even-ROAS) bezieht sich nur auf den einzelnen Verkauf: Ab welchem ROAS trägt sich die Anzeige selbst? Wer nur den Gesamt-Break-even kennt, kann eine einzelne Kampagne nicht sauber bewerten.

Praktisch nutze ich den Break-even als Schwelle, nicht als Ziel. Eine Kampagne am Break-even verdient nichts, finanziert sich aber selbst und gewinnt Kunden, deren Wiederkäufe (CLV) später den Gewinn bringen. Typischer Fehler: den Break-even ohne Retouren, Rabatte oder Zahlungsgebühren rechnen. Dann läuft die Kampagne real unter Wasser, obwohl die Tabelle Schwarz zeigt.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Produkt kostet 100 Euro, die Deckungsbeitragsmarge liegt bei 40 Prozent. Der Break-even-ROAS ist dann der Kehrwert von 0,4, also 2,5 — erst ab einem ROAS von 2,5 trägt die Kampagne ihre eigenen Kosten. Rechnet man zusätzlich mit 5 Prozent Retouren und durchschnittlich 3 Euro Zahlungsgebühren je Bestellung, sinkt die effektive Marge und der nötige Break-even-ROAS steigt spürbar über 2,5. Wer diese Abzüge weglässt, hält eine Kampagne für profitabel, die real bereits Verluste schreibt.

Abzugrenzen ist der Break-even vom Gewinnziel, denn er markiert nur den Punkt ohne Verlust, nicht den Punkt, an dem sich das unternehmerische Risiko lohnt. Ein häufiges Missverständnis ist, den Break-even als Erfolgsmaßstab zu behandeln, obwohl er lediglich die Untergrenze definiert. Sinnvoll ist er als Frühwarnschwelle: Nähert sich eine Kampagne dem Break-even von oben, wird es Zeit für Anpassungen an Geboten, Zielgruppen oder Landingpage. Ein praktischer Tipp ist, den Break-even zusammen mit dem Kundenwert zu betrachten, weil ein Verlust beim Erstkauf akzeptabel sein kann, wenn die Folgekäufe den fehlenden Beitrag über die Zeit ausgleichen.

Wissenswertes rund um Break-even

Zwei Break-even-Ebenen

Der unternehmerische Break-even deckt alle Fixkosten, der Kampagnen-Break-even nur den einzelnen Verkauf. Wer beide verwechselt, kann eine einzelne Anzeige nicht sauber bewerten.

Break-even-ROAS ist der Kehrwert

Aus der Deckungsbeitragsmarge folgt der nötige ROAS direkt: 40 Prozent Marge ergeben Break-even-ROAS 2,5, 25 Prozent ergeben 4. Je dünner die Marge, desto höher muss der ROAS sein.

Retouren und Gebühren vergessen

Ein typischer Fehler ist, nur mit Preis und Wareneinsatz zu rechnen. Rücksendungen, Rabatte und Zahlungsdienstleister-Gebühren senken die effektive Marge — die Kampagne läuft real unter Wasser, obwohl die Tabelle Schwarz zeigt.

Schwelle, nicht Ziel

Am Break-even verdient eine Kampagne nichts, finanziert sich aber selbst und gewinnt Kunden. Er taugt als Frühwarnschwelle: Nähert man sich ihm von oben, wird es Zeit für Anpassungen an Geboten oder Zielgruppen.

Kundenwert verschiebt die Grenze

Ein Verlust beim Erstkauf kann sinnvoll sein, wenn Folgekäufe (CLV) den fehlenden Beitrag über die Zeit ausgleichen. Deshalb betrachtet man den Break-even oft nicht pro Bestellung, sondern über den Kundenlebenszyklus.

Häufige Fragen zu Break-even

Was ist der Break-even-ROAS?
Der ROAS, bei dem eine Kampagne genau ihre eigenen Kosten plus Wareneinsatz deckt. Rechnerisch ist er der Kehrwert Ihrer Deckungsbeitragsmarge. Liegt der reale ROAS darüber, verdienen Sie pro Verkauf, darunter zahlen Sie drauf.
Ab wann lohnt sich Werbung wirklich?
Sobald Sie dauerhaft über dem Break-even-ROAS liegen oder der gewonnene Kunde über seinen Lebenszyklus profitabel ist. Kurzfristig kann auch ein Verlust beim Erstkauf sinnvoll sein, wenn der CLV stimmt.
Wie senke ich den Break-even-Punkt?
Indem Sie Fixkosten reduzieren, den Deckungsbeitrag pro Verkauf erhöhen oder Produktkosten senken. Auch ein höherer durchschnittlicher Warenkorb hilft, weil dann jeder Verkauf mehr zu den Fixkosten beiträgt.
Warum sollte ich Retouren und Gebühren in die Break-even-Rechnung einbeziehen?
Weil sie Ihre effektive Marge senken und den tatsächlich nötigen Break-even-ROAS erhöhen. Rechnen Sie nur mit Verkaufspreis und Wareneinsatz, erscheint eine Kampagne profitabler, als sie ist, sobald Rücksendungen, Rabatte oder Zahlungsdienstleister-Gebühren anfallen. Eine Kampagne kann dann rechnerisch über dem Break-even liegen und real trotzdem Verlust machen. Verlässliche Steuerung gelingt nur, wenn Sie alle diese Abzüge von vornherein einkalkulieren.
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