Zusammenfassung lesen
Wenn du nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Je mehr echtes Wissen du der KI mitgibst, desto weniger austauschbar wird das Ergebnis. Der Unterschied zwischen einem brauchbaren und einem beliebigen Text liegt fast nie im Werkzeug, sondern in der Anweisung.
Ein guter Prompt beantwortet vier Fragen. Welche Rolle soll die KI einnehmen, zum Beispiel ein erfahrener Texter für Handwerksbetriebe? Welches Ziel hat das Ergebnis? Welchen Kontext braucht die KI, also Angebot, Ort und Zielgruppe? Und in welchem Format soll das Ergebnis kommen, mit Länge, Aufbau und Ton?
Dazu kommen zwei Dinge, die ich fast immer ergänze. Erstens Grenzen: Ich schreibe ausdrücklich dazu, dass keine Zahlen, Bewertungen oder Auszeichnungen erfunden werden dürfen. Zweitens Beispiele: Laut der Anleitung von Anthropic sind Beispiele einer der zuverlässigsten Wege, Ton und Aufbau zu steuern. Empfohlen werden drei bis fünf.
Im Beitrag findest du vier Beispiele aus der Praxis: Anzeigentexte für Google Ads mit den richtigen Zeichengrenzen, eine Meta-Description für eine Leistungsseite, eine Antwort auf eine Kundenanfrage und eine Sammlung von Fragen für eine FAQ.
Die häufigsten Fehler sind zu wenig Kontext, alles auf einmal in einem Prompt, keine Grenzen und Ergebnisse, die ungeprüft übernommen werden. Was nie in einen Prompt gehört: Passwörter, personenbezogene Daten und vertrauliche Zahlen. Prüfe außerdem die Datenschutz-Einstellungen deines Kontos.
Mein Lieblingstrick steht in der Vorlage zum Kopieren: Erlaube der KI ausdrücklich nachzufragen, wenn Informationen fehlen. Dann erfindet sie seltener etwas.
Mein Rat zum Schluss: Arbeite in Schritten, erst die Gliederung, dann die einzelnen Abschnitte, und prüfe jede Zahl und jeden Namen, bevor etwas veröffentlicht wird. Die KI wird schneller und genauer, die Verantwortung bleibt bei dir.
Inhaltsverzeichnis
- Was Prompt Engineering eigentlich ist
- Die vier Bausteine eines guten Prompts
- Beispiel 1: Anzeigentexte für Google Ads
- Beispiel 2: Meta-Description für eine Leistungsseite
- Beispiel 3: Antwort auf eine Kundenanfrage
- Beispiel 4: Fragen für eine FAQ sammeln
- Typische Fehler, die ich oft sehe
- Beispiele mitgeben: der stärkste Hebel
- Klar und direkt formulieren
- Meine fünf Regeln aus der Praxis
- Was nie in einen Prompt gehört
- Vorlage zum Kopieren
- Häufige Fragen
- Fazit
- Quellen
Das Wichtigste in Kürze
- Ein guter Prompt beantwortet vier Fragen: Welche Rolle, welches Ziel, welcher Kontext, welches Format?
- Je mehr echtes Wissen du mitgibst, desto weniger austauschbar wird das Ergebnis.
- Beispiele im Prompt sind laut Anthropic einer der zuverlässigsten Wege, Ton und Aufbau zu steuern.
- Grenzen setzen hilft: zum Beispiel ausdrücklich keine Zahlen oder Auszeichnungen erfinden.
- Vertrauliche Daten gehören nicht in den Chat, und jedes Ergebnis wird geprüft, bevor es rausgeht.
Ich arbeite jeden Tag mit KI: für Entwürfe, Recherche und zur Kontrolle von Texten. Der größte Unterschied zwischen einem brauchbaren und einem austauschbaren Ergebnis liegt fast nie im Werkzeug, sondern in der Anweisung. In diesem Beitrag zeige ich, wie ich Prompts aufbaue, mit Beispielen vorher und nachher, die du direkt übernehmen kannst.

Was Prompt Engineering eigentlich ist
Ein Prompt ist die Anweisung, die du einer KI wie ChatGPT, Claude oder Gemini gibst. Prompt Engineering bedeutet, diese Anweisung so zu formulieren, dass die KI möglichst genau das liefert, was du brauchst. Google beschreibt einen Prompt als Anfrage in natürlicher Sprache, die Fragen, Anleitungen, Kontext, Beispiele und Teileingaben enthalten kann.

Die vier Bausteine eines guten Prompts
Fast jeder gute Prompt, den ich schreibe, beantwortet diese vier Fragen. Fehlt einer davon, rät die KI, und dann wird das Ergebnis beliebig.
Rolle, Ziel, Kontext, Format
Rolle
Wer soll die KI sein? Zum Beispiel ein erfahrener Texter für Handwerksbetriebe.
Ziel
Was soll am Ende herauskommen, und wofür wird es genutzt?
Kontext
Was muss die KI wissen? Angebot, Zielgruppe, Ort, Besonderheiten.
Format
Wie soll das Ergebnis aussehen? Länge, Aufbau, Ton, Sie oder du.
Dazu kommen zwei Dinge, die ich fast immer ergänze: Grenzen, also was die KI nicht tun soll, und ein Beispiel, wie das Ergebnis klingen soll.
Beispiel 1: Anzeigentexte für Google Ads
Ein schwacher Prompt lautet etwa: „Schreib mir Google-Anzeigen für meinen Elektriker.“ Heraus kommen Sätze wie „Ihr zuverlässiger Partner“, die auf jeden Betrieb passen. Besser ist eine Anweisung mit echten Angaben:
Besserer Prompt
Du bist ein erfahrener Texter für Google Ads. Schreibe 10 Anzeigentitel mit höchstens 30 Zeichen und 4 Beschreibungen mit höchstens 90 Zeichen für einen Elektrobetrieb in Düsseldorf. Schwerpunkte: Wallbox-Installation und E-Check für Vermieter. Vorteile: Termin innerhalb einer Woche, Meisterbetrieb, Festpreis nach Besichtigung. Ton: sachlich, Sie-Form. Erfinde keine Bewertungen, Zahlen oder Auszeichnungen.
Der Unterschied: Ort, Leistungen, echte Vorteile, Zeichenlängen und eine klare Grenze. Die Zeichenlängen prüfe ich trotzdem selbst, bevor die Texte ins Konto kommen. Wie gute Anzeigen und Assets zusammenspielen, steht im Beitrag zu den Anzeigenerweiterungen.

Beispiel 2: Meta-Description für eine Leistungsseite
Vorher und nachher
- „Schreib eine Meta-Description für meine Seite über Badsanierung.“
- Keine Länge, kein Ort, kein Vorteil.
- Ergebnis klingt wie jede andere Seite.
- Länge: höchstens 135 Zeichen, Keyword „Badsanierung Ratingen“ vorne.
- Vorteil: Komplettbad aus einer Hand in etwa drei Wochen.
- Drei Varianten, Sie-Form, kein Ausrufezeichen.
Ich lasse mir meist drei Varianten geben und wähle die, die am natürlichsten klingt. Wichtig: Die Angaben, etwa die drei Wochen, müssen stimmen. Die KI übernimmt, was du ihr gibst, auch wenn es falsch ist.
Beispiel 3: Antwort auf eine Kundenanfrage
Für Antworten auf Anfragen nutze ich KI als Entwurfshilfe, nie als Autopilot. Ein guter Prompt dafür sieht so aus:
Prompt für eine Antwort-Mail
Formuliere eine freundliche Antwort auf diese Anfrage: [Anfrage ohne Namen und Kontaktdaten einfügen]. Ziel: einen kurzen Telefontermin vereinbaren. Nenne zwei Terminvorschläge: [Termine]. Ton: persönlich, Sie-Form, höchstens 120 Wörter. Keine Preise nennen, keine Zusagen machen, die nicht in der Anfrage stehen.
Die Anfrage gebe ich ohne Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse ein. Die KI braucht nur den Inhalt, nicht die Person dahinter. Den Entwurf lese ich und passe ihn an, bevor er rausgeht.
Beispiel 4: Fragen für eine FAQ sammeln
Bevor ich eine Leistungsseite oder einen Beitrag schreibe, lasse ich mir mögliche Fragen der Zielgruppe sammeln. Das ersetzt keine Keyword-Recherche, liefert aber gute Ideen:
- Prompt: „Welche 15 Fragen stellen Hausbesitzer, bevor sie eine Wärmepumpe einbauen lassen? Sortiere nach Kosten, Ablauf, Förderung und Technik. Nur Fragen, keine Antworten.“
- Danach: Ich gleiche die Fragen mit echten Suchanfragen und den Fragen aus Kundengesprächen ab und streiche, was niemand wirklich fragt.
- Wichtig: Antworten auf Fragen zu Förderung, Recht oder Preisen nie ungeprüft übernehmen. Hier ändern sich Regeln oft.
Typische Fehler, die ich oft sehe
Wenn mir Kunden KI-Texte zeigen, die nicht funktionieren, liegt es fast immer an einem dieser Punkte:
- Zu wenig Kontext: Die KI kennt weder Ort noch Angebot noch Zielgruppe und schreibt deshalb allgemein.
- Alles auf einmal: Ein Prompt soll Gliederung, Text, Überschriften und Meta-Daten gleichzeitig liefern. Besser in Schritten.
- Keine Grenzen: Ohne Hinweis erfindet die KI gern Zahlen, Auszeichnungen oder Zitate.
- Ergebnis ungeprüft übernommen: Der Text wird veröffentlicht, ohne dass jemand die Fakten kontrolliert.
Beispiele mitgeben: der stärkste Hebel
Wenn ein Text in einem bestimmten Ton klingen soll, gebe ich der KI ein oder mehrere Beispiele mit, etwa einen Absatz, der mir gut gefällt. Anthropic bezeichnet Beispiele in seiner Anleitung als einen der zuverlässigsten Wege, Format, Ton und Aufbau zu steuern, und empfiehlt drei bis fünf davon.

Die Beispiele sollten zum eigentlichen Fall passen und sich etwas unterscheiden, sonst kopiert die KI nur Muster. Ich markiere sie im Prompt klar, etwa mit „Beispiel 1:“ und „Beispiel 2:“, damit die KI sie von der eigentlichen Aufgabe unterscheiden kann.
Klar und direkt formulieren
Ein Gedanke aus der Anleitung von Anthropic gefällt mir besonders: Zeig deinen Prompt einem Kollegen, der nichts über die Aufgabe weiß. Würde er verwirrt nachfragen, ist auch die KI verwirrt. Ein knapper Prompt liefert ein knappes Ergebnis, ein ausführlicher mit klaren Erwartungen ein deutlich besseres.

Meine fünf Regeln aus der Praxis
So arbeite ich mit Prompts
- 1
Erst denken, dann tippen
Ich kläre vorher, wofür das Ergebnis gebraucht wird und wer es lesen soll.
- 2
Echtes Wissen mitgeben
Angebot, Ort, Zielgruppe, Vorteile und typische Kundenfragen gehören in den Prompt.
- 3
Grenzen setzen
Ich schreibe ausdrücklich dazu, was die KI nicht erfinden darf.
- 4
In Schritten arbeiten
Erst die Gliederung, dann einzelne Abschnitte. Lange Aufgaben am Stück werden ungenau.
- 5
Immer prüfen
Jede Zahl, jeder Name und jede Behauptung wird kontrolliert, bevor etwas veröffentlicht wird.
Was nie in einen Prompt gehört
- Zugangsdaten und Passwörter: auch nicht „nur kurz zum Testen“.
- Personenbezogene Daten: Kundenlisten, Namen mit Adressen, Gesundheitsdaten.
- Vertrauliche Zahlen: Umsätze, Kalkulationen oder Verträge, wenn du nicht weißt, wie der Anbieter damit umgeht.
Prüfe in deinem Konto die Datenschutz-Einstellungen und ob deine Eingaben zum Training genutzt werden dürfen. Bei Firmenkonten lohnt sich eine kurze interne Regel, was in KI-Werkzeuge darf und was nicht.
Vorlage zum Kopieren
Meine Grundvorlage
Du bist [Rolle]. Deine Aufgabe: [Ziel, wofür wird das Ergebnis genutzt]. Hintergrund: [Angebot, Ort, Zielgruppe, Besonderheiten]. Format: [Länge, Aufbau, Ton, Sie oder du]. Beispiel, wie es klingen soll: [Beispiel]. Wichtig: Erfinde keine Zahlen, Namen oder Auszeichnungen. Wenn dir Informationen fehlen, frag nach.
Der letzte Satz ist mein Lieblingstrick: Darf die KI nachfragen, erfindet sie seltener etwas. Wenn du die Ergebnisse für deine Website nutzen willst, lies auch meinen Beitrag Website mit KI erstellen.
Häufige Fragen
Funktionieren die Tipps bei ChatGPT, Claude und Gemini gleich?
Im Grundsatz ja. Rolle, Ziel, Kontext, Format und Beispiele helfen bei allen großen Modellen. Im Detail reagieren sie unterschiedlich, deshalb lohnt es sich, einen Prompt in zwei Werkzeugen zu testen.
Wie lang darf ein Prompt sein?
So lang, wie es für die Aufgabe nötig ist. Ein ausführlicher Prompt mit klaren Angaben liefert meist bessere Ergebnisse als ein kurzer.
Soll ich Englisch oder Deutsch schreiben?
Für deutsche Texte schreibe ich den Prompt auf Deutsch. So übernimmt die KI Ton und Begriffe direkt.
Warum erfindet die KI manchmal Dinge?
Sprachmodelle ergänzen, was wahrscheinlich klingt. Grenzen im Prompt, echte Angaben und die Erlaubnis nachzufragen reduzieren das, ersetzen aber nicht die Prüfung.
Brauche ich einen bezahlten Zugang?
Zum Ausprobieren reichen die kostenlosen Versionen. Für regelmäßige Arbeit mit langen Texten lohnen sich die bezahlten Tarife meist.
Kann ich Prompts speichern und wiederverwenden?
Ja. Ich habe für wiederkehrende Aufgaben feste Vorlagen und passe nur die Angaben an.
Fazit
Gute Prompts sind kein Geheimwissen. Rolle, Ziel, Kontext und Format, dazu Beispiele und klare Grenzen, machen den Unterschied zwischen einem austauschbaren und einem brauchbaren Ergebnis. Die KI wird dadurch schneller und genauer, die Prüfung und die Verantwortung bleiben trotzdem bei dir.
Quellen
- Google Cloud: Einführung in die Prompts: Grundlagen
- Google Ads-Hilfe: Responsive Suchanzeigen: Zeichenbeschränkungen
- Anthropic: Prompting best practices: Beispiele, klare Anweisungen