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Jan Philipps – Freelancer für SEO, SEA, Google Ads & Webdesign

Glossar · SEA

Retargeting — Remarketing

Besucher, die schon mal da waren, mit Anzeigen erneut ansprechen.

Was bedeutet Retargeting?

Beim Retargeting (auch Remarketing) werden Menschen, die Ihre Website schon besucht haben, später gezielt mit Anzeigen erneut angesprochen.

Das ist besonders effizient, weil diese Personen Ihr Angebot schon kennen — die Abschlusswahrscheinlichkeit ist höher und die Kosten pro Anfrage oft niedriger.

Praxisbeispiel

So funktioniert Retargeting

  1. 1 Besuch ohne Kauf Jemand sieht sich Ihre Website oder ein Produkt an, kauft aber (noch) nicht.
  2. 2 Markierung Ein Pixel bzw. Cookie merkt sich diesen Besuch — anonymisiert und mit Einwilligung.
  3. 3 Anzeigen folgen Auf anderen Websites, in Social Media oder auf YouTube sieht die Person gezielt Ihre Anzeige.
  4. 4 Rückkehr Erinnert kommt ein Teil zurück und schließt den Kauf oder die Anfrage ab.

Retargeting wirkt, weil es Menschen anspricht, die Ihr Angebot schon kennen — die Abschlussquote ist meist deutlich höher.

Wirksames Retargeting lebt von Segmentierung statt Gießkanne: Wer nur den Warenkorb füllte, braucht eine andere Botschaft als jemand, der bloß die Startseite sah. Über Mindestverweildauern, ausgeschlossene Käufer und Frequenzbegrenzungen verhindern Sie, dieselben Menschen mit denselben Anzeigen zu überreizen. Sinnvoll ist auch ein zeitliches Fenster — die Wahrscheinlichkeit eines Abschlusses sinkt mit den Tagen, also lohnt es selten, Besucher monatelang zu verfolgen.

Datenschutzrechtlich ist Retargeting heikel: Es setzt in aller Regel eine Einwilligung über den Cookie-Banner voraus, ohne die keine Listen befüllt werden dürfen. Abzugrenzen ist es von der reinen Neukundenansprache, die kalte Zielgruppen erschließt. Ein typischer Fehler ist, Retargeting als alleinigen Kanal zu sehen — es verstärkt vorhandene Nachfrage, erzeugt aber keine neue. Ohne stetigen Zustrom neuer Besucher läuft die Zielgruppe schlicht leer.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Onlineshop erreicht im Monat 8.000 Besucher, von denen rund 300 einen Warenkorb füllen, aber nicht abschließen. Für diese Gruppe wird eine eigene Retargeting-Anzeige eingerichtet, die frühestens einen Tag nach dem Besuch und höchstens dreimal pro Woche ausgespielt wird, während bereits kaufende Kunden ausgeschlossen bleiben. Ein Teil dieser Besucher kehrt daraufhin zurück und schließt die Bestellung ab, während die reinen Startseiten-Besucher eine deutlich zurückhaltendere, allgemeinere Botschaft erhalten. So wird das Budget auf die Menschen mit der höchsten Abschlusswahrscheinlichkeit konzentriert. Ohne Segmentierung wären dieselben Anzeigen dagegen an alle 8.000 Besucher gleichermaßen gegangen und hätten Streuverluste erzeugt.

Retargeting wird häufig mit Neukundengewinnung verwechselt oder für einen Ersatz dafür gehalten. Tatsächlich spricht es nur Menschen an, die Ihr Angebot bereits kennen, und verstärkt damit vorhandenes Interesse, statt neue Nachfrage zu schaffen. Ein praktischer Tipp ist, Retargeting immer mit einer Quelle neuer Besucher zu koppeln, etwa Suchanzeigen oder Inhalten, weil die Zielgruppe sonst mit der Zeit schrumpft und die Anzeigen dieselben Personen zu oft treffen. Ebenso lohnt es sich, die Botschaft je nach Nähe zum Abschluss abzustufen, damit ein Warenkorb-Abbrecher eine konkretere Ansprache erhält als ein flüchtiger Erstbesucher. So bleibt Retargeting ein ergänzender Baustein in einem größeren Zusammenspiel statt ein isolierter Kanal.

Wissenswertes rund um Retargeting

Nicht jeder Rückkehrer lohnt

Wer schon gekauft oder angefragt hat, sollte meist ausgeschlossen werden — sonst zahlt man für Werbung an Menschen, die bereits Kunde sind. Kluge Listen-Ausschlüsse sind beim Retargeting oft wichtiger als neue Zielgruppen.

Das Zeitfenster steuert die Wirkung

Ein Warenkorb-Abbrecher ist Tage später ansprechbar, ein Blog-Leser kaum. Kurze Fenster für kaufnahe Besucher, längere für frühe Interessenten — die richtige Verweildauer entscheidet stark über die Effizienz.

Frequenz-Deckel gegen Nervfaktor

Ohne Begrenzung sieht dieselbe Person die Anzeige zu oft — das wirkt aufdringlich und verbrennt Budget. Ein Frequency Cap hält die Kampagne wirksam, ohne dass Nutzer sich verfolgt fühlen.

Cookie-Ende zwingt zum Umdenken

Klassisches Pixel-Retargeting bricht ohne Einwilligung und mit schwindenden Drittanbieter-Cookies weg. Serverseitiges Tracking und eigene Kundenlisten (First-Party-Daten) werden dadurch zum tragenden Fundament.

Andere Botschaft als beim Erstkontakt

Retargeting wirkt am besten mit neuem Reiz statt derselben Anzeige — ein Angebot, eine Referenz, ein fehlendes Argument. Wer nur die Startanzeige wiederholt, schöpft das Potenzial der warmen Zielgruppe nicht aus.

Häufige Fragen zu Retargeting

Ist Retargeting datenschutzkonform möglich?
Ja, aber nur mit Einwilligung. Die Zielgruppen dürfen erst befüllt werden, wenn Nutzer dem Tracking über den Cookie-Banner zugestimmt haben. Ich richte das so ein, dass ohne Consent keine personenbezogenen Daten an Werbeplattformen fließen.
Wirkt Retargeting wirklich besser als normale Anzeigen?
Bei Personen, die Ihr Angebot schon kennen, ist die Abschlusswahrscheinlichkeit höher und der Preis pro Anfrage oft niedriger. Es ersetzt aber keine Neukundengewinnung, sondern holt vorhandenes Interesse ab — beides zusammen wirkt am stärksten.
Wie vermeide ich, Besucher zu nerven?
Über Frequenzbegrenzungen, ein begrenztes Zeitfenster und den Ausschluss bereits konvertierter Nutzer. So sehen Menschen Ihre Anzeige in passender Häufigkeit statt wochenlang dieselbe Werbung — das schützt Marke und Budget gleichermaßen.
Ab wie vielen Besuchern lohnt sich Retargeting?
Eine feste Untergrenze gibt es nicht, doch die Werbeplattformen benötigen eine Mindestgröße der Zielgruppe, bevor sie Anzeigen ausspielen. Bei sehr wenig Website-Verkehr sammeln sich schlicht zu wenige Personen in den Listen, sodass Retargeting kaum ausgeliefert wird oder ineffizient bleibt. In der Praxis lohnt es sich meist erst, wenn kontinuierlich einige Hundert relevante Besucher pro Monat zusammenkommen. Solange dieser Zustrom fehlt, ist es sinnvoller, zunächst in die Gewinnung neuer Besucher zu investieren.
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