Zusammenfassung lesen
In dem Blogbeitrag erfährst du, warum unten links im Browser bei Google-Suchergebnissen plötzlich eine Google-Adresse steht, was das für deine Rankings bedeutet und warum viele Ranking-Tools damit Probleme hatten.
Google leitet Klicks auf Suchergebnisse inzwischen über eine eigene Zwischenstation. Statt der Adresse deiner Website steckt hinter dem Link eine Adresse, die mit google.com/goto beginnt und danach verschlüsselt ist. Erst beim Klick schickt Google den Besucher weiter. Erste Fälle gab es im Juni 2026, am 26. August hat Google die Umstellung bestätigt. Offiziell heißt es nur, man setze technische Maßnahmen gegen Missbrauch ein. In der Branche gilt als wahrscheinlich, dass es vor allem das automatische Auslesen der Suchergebnisse erschweren soll.
Was dabei wichtig ist, ist Folgendes: An deinen Rankings ändert sich nichts. Betroffen sind die Werkzeuge, mit denen wir Rankings messen. Weil sich die Links nicht entschlüsseln lassen, muss ein Tool jeden einzeln aufrufen. Laut Nozzle, einem amerikanischen Ranking-Tool, sind das für einen Suchbegriff 500 bis 1.000 Abfragen statt einer. SISTRIX hat bestätigt, dass das Messen dadurch aufwendiger und teurer wird. Manche Tools zeigten zeitweise Lücken oder Sprünge.
Der entscheidende Punkt für dich: Wenn dein Ranking-Tool seit Ende August merkwürdige Ausreißer zeigt, prüfe das zuerst in der Google Search Console. Die bekommt ihre Daten direkt von Google und bleibt verlässlich. An deiner Website musst du nichts umbauen, weder Weiterleitungen noch Canonicals noch Tracking.
Dazu kommt ein Sicherheitsaspekt. Der alte Tipp, vor dem Klick auf die Linkadresse zu schauen, funktioniert bei Google nur noch eingeschränkt. Die Adresse direkt unter dem Titel des Suchergebnisses zeigt aber weiterhin, zu welcher Website es geht.
Meine Einschätzung: Für Website-Betreiber ist die Umstellung kein Grund zur Sorge. Ärgerlich ist sie dort, wo Berichte nur auf Ranking-Tools beruhen. Ich gleiche Ausreißer deshalb immer mit der Search Console ab, bevor ich etwas bewerte.
Inhaltsverzeichnis
Wer in Google mit der Maus über ein Suchergebnis fährt, sieht unten links im Browser oft nicht mehr die Adresse der Website, sondern eine Adresse von Google, die mit google.com/goto beginnt. Google leitet Klicks auf Suchergebnisse inzwischen über eine eigene Zwischenstation. Für Besucher ändert sich fast nichts, für Ranking-Tools dagegen eine ganze Menge. Hier steht, was genau passiert ist, was Google dazu sagt und was du jetzt tun solltest.

Das Wichtigste in Kürze
- Google leitet Links in den Suchergebnissen über google.com/goto weiter, statt direkt auf die Website zu verlinken.
- Erste Fälle gab es im Juni 2026, am 26. August 2026 hat Google die Umstellung bestätigt.
- Google begründet das mit dem Schutz vor Missbrauch. Fachleute vermuten, dass es vor allem automatisches Auslesen der Suchergebnisse erschweren soll.
- An deinen Rankings ändert sich dadurch nichts. Ranking-Tools müssen aber jeden Link einzeln auflösen, einige zeigten zeitweise lückenhafte Daten.
- Verlässliche Zahlen liefert weiterhin die Google Search Console, denn die kommt direkt von Google.
Was sich in den Suchergebnissen geändert hat
Bisher steckte hinter einem Suchergebnis die echte Adresse der Website. Fuhr man mit der Maus darüber, zeigte der Browser unten links zum Beispiel janphilipps.de/seo-freelancer. Jetzt steht dort bei vielen Nutzern eine Google-Adresse nach dem Muster google.com/goto?url= und dahinter eine verschlüsselte Zeichenfolge. Erst beim Klick schickt Google den Besucher per Weiterleitung zur eigentlichen Seite.

Der Titel und die angezeigte Adresse unter dem Titel bleiben gleich. Der Besucher landet am Ende auch auf derselben Seite wie vorher. Der Unterschied liegt im Link selbst: Er führt zuerst zu Google und erst dann zu dir.

Seit wann Google das macht
Laut PPC Land wurden die ersten Weiterleitungen am 23. Juni 2026 dokumentiert. Anfang Juli zeigte sich, dass neben normalen Treffern auch Anzeigen betroffen sind. Search Engine Roundtable berichtete im Juli über einen Test. Am 26. August 2026 hat ein Google-Sprecher die Umstellung gegenüber Search Engine Roundtable bestätigt. Derek Perkins, Gründer von Nozzle, einem amerikanischen Ranking-Tool, mit dem große Websites ihre Google-Positionen messen, meldete zu diesem Zeitpunkt eine fast vollständige Umstellung bei mehreren Anbietern privater Internetanschlüsse.
Der zeitliche Ablauf
- 1
23. Juni 2026
Erste dokumentierte goto-Links in den Suchergebnissen.
- 2
Juli 2026
Google testet die Weiterleitung sichtbar, auch bei Anzeigen.
- 3
26. August 2026
Google bestätigt die Umstellung, das Ranking-Tool Nozzle sieht fast überall goto-Links.
- 4
September 2026
Ranking-Tools passen ihre Abfragen an, einige liefern zeitweise langsamer oder lückenhaft.
Warum Google das macht
Offiziell sagt Google dazu nur einen Satz: Man habe eine lange Geschichte darin, technische Maßnahmen gegen sich wandelnde Formen von Missbrauch einzusetzen. Welcher Missbrauch gemeint ist, sagt Google nicht.
In der Branche gilt als wahrscheinlich, dass es um das automatische Auslesen der Suchergebnisse geht. Viele Dienste rufen Google millionenfach ab, um daraus Ranking-Daten zu gewinnen oder Inhalte für KI-Systeme zu sammeln. Mit einer verschlüsselten Weiterleitung lässt sich das Ziel eines Links nicht mehr einfach aus der Seite ablesen. Search Engine Roundtable bringt das mit Googles Klage gegen den Anbieter SerpApi in Verbindung, der Suchergebnisse als Daten verkauft. Das ist eine Einordnung der Fachpresse, keine Aussage von Google.
Was das für Ranking-Tools bedeutet
Ranking-Tools haben bisher die Ergebnisseite geladen und die Adressen direkt daraus gelesen. Das geht nicht mehr. Die goto-Links lassen sich nicht entschlüsseln, ein Tool muss jeden einzelnen aufrufen und schauen, wohin Google weiterleitet. Laut dem Ranking-Tool Nozzle braucht man so für die Auswertung von fünf Ergebnisseiten zu einem Suchbegriff 500 bis 1.000 Abfragen statt einer.
So lesen Ranking-Tools die Ergebnisse
- Eine Abfrage pro Ergebnisseite.
- Die Adresse steht direkt im Link.
- Schnell und günstig für die Anbieter.
- Jeder Link muss einzeln aufgerufen werden.
- Hunderte Abfragen pro Suchbegriff.
- Teurer, langsamer, anfälliger für Sperren.
Die Anbieter sind unterschiedlich damit umgegangen. Das deutsche SEO-Tool SISTRIX meldete auf seiner Statusseite am 27. August 2026, Google leite Klicks über Weiterleitungen der Form google.com/goto um, die Datenerhebung laufe deshalb langsamer. Seit dem 1. September löse SISTRIX die Weiterleitungen nach eigener Angabe ohne Verzögerung auf. In seinem Newsletter vom 31. August schrieb SISTRIX laut PPC Land, das mache die Messung komplexer und teurer, die Vollständigkeit der Daten ändere sich aber nicht. Bei Ahrefs und anderen Tools tauchten laut PPC Land zeitweise mehr betroffene Suchbegriffe auf, einige Anbieter haben Ergebnisseiten mit goto-Links zunächst ganz verworfen.
Für dich heißt das: Wenn dein Ranking-Tool im September plötzlich Lücken, Sprünge oder fehlende Positionen gezeigt hat, muss das nichts mit deiner Website zu tun haben. Bevor du reagierst, gleiche die Zahlen mit der Search Console ab.
Mein Tipp
Vergleiche auffällige Sprünge im Ranking-Tool immer mit der Search Console. Zeigt die Search Console für dieselben Suchbegriffe stabile Positionen und Klicks, liegt das Problem beim Tool und nicht bei deiner Website.
Was sich für deine Website ändert, und was nicht
An deinen Rankings ändert sich nichts. Google hat nur die Art geändert, wie die Links in der eigenen Ergebnisseite aufgebaut sind. Crawling, Indexierung und Bewertung deiner Seiten sind davon nicht betroffen.
Search Console bleibt verlässlich
Die Search Console bekommt ihre Daten direkt von Google und muss keine Ergebnisseiten auslesen. Sie ist deshalb jetzt die zuverlässigste Quelle für Klicks, Impressionen und Positionen. Für meine Kunden schaue ich bei Auffälligkeiten zuerst dort nach.

Analytics im Blick behalten
Offen ist, ob durch die zusätzliche Weiterleitung in einzelnen Fällen die Herkunftsangabe verloren geht. Dann würde Google Analytics einen Besuch aus der Google-Suche als direkten Aufruf zählen. Belegt ist das bisher nicht. Ich würde trotzdem beobachten, ob in deinen Berichten der Anteil direkter Zugriffe auffällig steigt, während organische Zugriffe aus Google sinken.
Nichts an der Website umbauen
Du musst an deiner Website nichts ändern: keine Weiterleitungen, keine Canonicals, keine Adressen und keine Tracking-Einstellungen. Die Weiterleitung passiert ausschließlich auf Googles Seite.
Was Nutzer beachten sollten
Ein guter alter Sicherheitstipp lautet: Fahr vor dem Klick mit der Maus über einen Link und schau, wohin er führt. Bei Google-Suchergebnissen funktioniert das jetzt nur noch eingeschränkt, weil unten links die Google-Weiterleitung steht. Darauf weist auch der Sicherheitsanbieter Malwarebytes hin. Die Adresse unter dem Titel des Suchergebnisses zeigt weiterhin, zu welcher Website es geht. Bei Anzeigen und unbekannten Seiten lohnt sich der zweite Blick auf genau diese Zeile.
Meine Einschätzung
Für Website-Betreiber ist die Umstellung kein Grund zur Sorge. Sie betrifft vor allem die Werkzeuge, mit denen wir Rankings messen. Ärgerlich wird es dort, wo Monatsberichte auf Ranking-Tools beruhen und Kunden plötzlich Sprünge sehen, die es in Wahrheit nicht gab. Ich prüfe solche Ausreißer deshalb immer gegen die Search Console, bevor ich etwas bewerte. Wie du Ranking-Verläufe richtig liest, beschreibe ich auch im Beitrag Wie lange dauert SEO?.
Wenn du unsicher bist, ob ein Einbruch in deinen Zahlen echt ist oder nur am Tool liegt, schaue ich mir das gern an. Mehr dazu, wie ich als SEO-Freelancer arbeite, findest du auf meiner Leistungsseite.
Häufige Fragen zu den google.com/goto-Links
Verliere ich durch die goto-Links Rankings?
Nein. Google hat nur die Links in der eigenen Ergebnisseite umgebaut. Wie deine Seiten bewertet werden, hängt davon nicht ab.
Muss ich an meiner Website etwas ändern?
Nein. Die Weiterleitung passiert bei Google. Weiterleitungen, Canonicals und Tracking auf deiner Website bleiben, wie sie sind.
Warum sehe ich die goto-Links nicht in jedem Browser?
Google stellt nicht überall gleichzeitig um. In meinem angemeldeten Browser führten die Links bei Redaktionsschluss noch direkt zu den Websites, in anderen Umgebungen stand die Google-Weiterleitung.
Welche Zahlen sind jetzt noch verlässlich?
Am verlässlichsten ist die Google Search Console, weil sie ihre Daten direkt von Google bekommt. Ranking-Tools bleiben nützlich, Sprünge seit Ende August solltest du dort aber immer gegenprüfen.
Fazit
Google leitet Suchergebnisse inzwischen über google.com/goto weiter. Für Besucher und für deine Rankings ändert sich dadurch nichts, für Ranking-Tools wird das Messen teurer und zeitweise ungenauer. Prüfe auffällige Sprünge mit der Search Console und bau an deiner Website nichts um. Ich beobachte das weiter und ergänze diesen Beitrag, sobald Google mehr dazu sagt.
Quellen
- SISTRIX Status: Google data collection at reduced rate: Meldungen vom 27.08. und 01.09.2026 zu den goto-Weiterleitungen
- Nozzle: amerikanisches Ranking-Tool, dessen Gründer Derek Perkins die Zahlen zu den goto-Links veröffentlicht hat
- Search Engine Roundtable: Google Search Rolling Out google.com/goto: Bericht mit Bestätigung durch Google, 26.08.2026
- PPC Land: Google forces rank trackers into 500 to 1,000 requests per query: Zeitablauf und Zahlen von Nozzle, 27.08.2026
- PPC Land: Google's goto links force SISTRIX into added cost tracking workaround: Stellungnahme von SISTRIX, 03.09.2026
- Malwarebytes: Google's new search redirects make links harder to check: Sicherheitsaspekt, 14.09.2026